New Coins on the Block – ICON (ICX)

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: ICON Foundation

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ICON ist ein Token, welcher mit Listing auf den ersten Börsen schnell in die Top 20 der auf Coinmarketcap gelisteten Assets gesprungen ist – Um was für einen Coin handelt es sich hierbei? Ein Blick auf das, was eine “Blockchain der Blockchains” werden soll.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Dr. Philipp Giese

Anders als so manch andere im Rahmen der New-Coins-on-the-Block-Reihe besprochenen Coins oder Token ist der Kurs von ICON nicht so dramatisch in die Höhe geschossen. Dennoch, seit Anfang November konnte sich der Kurs bis heute versechsfachen.

Zwischen ICON und dem auch in dieser Reihe angesprochenen Kyber Network hat sich jüngst eine Kooperation im Bereich der Kryptowährungen gebildet. Außerdem steht bald der Launch des Main Nets an, höchste Zeit also, sich das Projekt genauer anzuschauen.

ICON – Eine Blockchain für Blockchains

Ziel von ICON ist der Aufbau eines dezentralen Netzwerks, welches unterschiedlichen Blockchains erlaubt, unabhängig vom jeweiligen Konsens, der jeweiligen Codebasis oder der zugrundeliegenden Governance miteinander zu interagieren. Das soll nicht nur Kryptowährungen oder andere Public Blockchains betreffen, sondern auch Distributed-Ledger-Anwendungen, die dem allgemeinen Zugriff entzogen sind. In der Hinsicht möchte ICON das TCP/IP der Blockchains werden.


Nun ist der Gedanke, verschiedene Blockchains miteinander oder mit der Welt kommunizieren zu lassen, nicht gerade neu: Oracles, Atomic Swaps und Stellars Anchors sind nur wenige Beispiele, welche sich derartigen Zielen widmen.

Doch ICON möchte mehr als Zwischenprotokoll zwischen Kryptowährungen sein: Zum einen soll ICON auch eine Brücke zu verschiedensten anderen Blockchains werden. Über ICON soll eine Vision einer tokenisierbaren Welt real werden: Über das Netzwerk soll es möglich werden, Daten, Grundstücke, Geräte, Fiatwährungen, Kryptowährungen und sonstige materielle und immaterielle Assets miteinander austauschen zu können.

Zum anderen ist der Anspruch ICONs zu nennen, die verschiedenen Governances miteinander interagieren zu lassen. Man kann sich vorstellen, dass verschiedene Kryptowährungen mit unterschiedlichen Vorstellungen bezüglich Konsensfindung auch unterschiedliche Visionen hinsichtlich der Governance eines übergeordneten Kommunikationsprotokolles haben. Würde also die Governance einer Meta-Blockchain als Kommunikationsbasis verschiedener Blockchains ein bestimmtes Konsensmodell präferieren, wäre das zum Nachteil für andere Blockchain-Plattformen.

Ein simpler Ansatz, wie er beispielsweise mit Oracles erreicht werden könnte, wäre, die Kommunikation zwischen Blockchains und mit der realen Welt überhaupt nicht durch eine Governance zu regeln. Das würde aber aus Sicht von ICON zu einer Unmenge an unterschiedlichen Protokollen führen, sodass es keinen standardisierten Weg des Austausches gibt.

Damit die Governance von ICON nicht gegen die Ziele der einzelnen Blockchain Communities handelt, wird es für diese sogenannte Community Representatives geben, die quasi als Vertreter der Blockchains agieren und die Governance von ICON regeln.

Die Community Representatives sind auch zum Teil für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Blockchains zuständig. Konkret für jenen Austausch, der nichts mit einem Wert-Transfer zu tun hat. Tauschgeschäfte zwischen unterschiedlichen Kryptowährungen werden über einen dezentralen Exchange, welcher innerhalb von ICON implementiert ist, durchgeführt. Dabei sollen die Wechselkurse mittelfristig mithilfe einer künstlichen Intelligenz berechnet werden, was zu äußerst stabilen Kursen führen soll.

Loopchain – das Herz von ICON

ICON kann als eine Blockchain, die andere Blockchains miteinander verbindet, verstanden werden. Nativer Coin dieses Netzwerks soll ICX sein (nicht zu verwechseln mit dem aktuell gehandelten, gleichnamigen ERC20-Token).

Ziel bei der Entwicklung von Loopchain, dem Blockchain-System hinter ICON, ist, dass es an diverse Use-Cases angepasst werden kann. Der Konsens soll über einen Mechanismus realisiert werden, der auf der Byzantine Fault Tolerance aufbaut, jedoch schneller ist. Leute, die an den technischen Details Interesse haben, seien auf eine Übersetzung vom White Paper hinter der sogenannten Loop Fault Tolerance hingewiesen.

Zusätzlich möchte ICON ein neues Smart-Contract-Konzept entwickeln, welches auf den Namen SCORE hört. SCORE steht für Smart Contract on reliable environment. Der Gedanke dahinter ist, dass Smart Contracts unabhängig von der zugrunde liegenden Blockchain ausgeführt werden können. Das soll realisiert werden, indem sie in einem Container losgelöst von der Blockchain laufen sollen.

Eine Sache fällt etwas negativ auf: Die Roadmap sah Ende 2017 den Launch des Main Nets vor. Diese Deadline wurde bisher nicht nur nicht eingehalten, auf der Webseite ist diese noch angegeben.

Dennoch handelt es sich insgesamt um ein interessantes Projekt, welches mit Don Tapscott auch einen illustren Advisor an Bord hat. Die Firmen hinter ICON sind TheLoop und DaVinCI. Erstere ist für die Loopchain zuständig, während letztere für die künstliche Intelligenz hinter der Stabilisierung der Tauschkurse verantwortlich ist. Beide Firmen können verschiedene Partner vorweisen.

Wer sich für ICON interessiert, sei wie immer auf die Projekt-Homepage, den Blog und das Whitepaper verwiesen.

BTC-ECHO


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