Litecoin und Vertcoin – Was braut sich da zusammen?

Quelle: Vertcoin

Litecoin und Vertcoin – Was braut sich da zusammen?

Ein Blick auf die Roadmap von Litecoin erwähnt Vertcoin – Was hat es mit diesem Jointventure auf sich?

Dass in White Papers andere, ältere Kryptowährungen erwähnt werden, ist nichts Ungewöhnliches – auf diese Weise lassen sich sehr gut Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten oder mögliche Kooperationen darstellen.

Prinzipiell ist auch eine Erwähnung einer anderen Kryptowährung in der Roadmap von Litecoin nicht verwunderlich. Was jedoch viele erstaunte, war, welche Kooperation sich anbahnt: Nicht Bitcoin, Ethereum oder IOTA werden hier erwähnt, sondern Vertcoin.

Vertcoin ist zwar älteren Hasen bekannt, steht aber aktuell auf Platz 109 hinsichtlich des Marktkapitals, sodass viele die Währung nicht auf dem Radar haben. Was ist also Vertcoin und was hat es mit dieser Erwähnung seitens Litecoin auf sich?

Vertcoin – ein Coin für Dezentralität

Vertcoin existiert schon etwas länger – auf Bitcointalk stammt der erste Announcement-Thread von Januar 2014. Damals war schon ein Thema aktuell, welches immer noch kontrovers diskutiert wird und seinen Anteil an der Skalierungsdebatte Bitcoins hat: Durch die Möglichkeit, mit ASICs zu minen, wurde das Mining zu einem immer zentralisierteren Sektor.

Schon Litecoin hat diese Entwicklung mit Sorge betrachtet, der Wechsel von SHA256 auf Scrypt versprach jedoch dem durchschnittlichen Miner eine gewisse Chance, mit CPU oder zumindest mit GPU noch effektiv minen zu können. Die Entwicklung von Scrypt ASICs hat leider auch hier zu einer Zentralisierung geführt.

Was Vertcoin ursprünglich gemacht hat war, den Scrypt-Algorithmus derart zu modifizieren, dass die notwendige Speichernutzung mit der Zeit anstieg, sodass für ASICs immer zu viel Arbeitsspeicher benötigt wurde. Dieser Algorithmus ist auch als Scyrpt-N bekannt.

Inzwischen wechselte Vertcoin zu Lyra2RE, einem neuen Proof-of-Work-Algorithmus, der als Antwort auf scrypt-n-fähige ASICs entwickelt wurde. Leider ist das dazugehörige White Paper nicht mehr auf der Homepage verfügbar, sodass die entsprechenden technischen Details nicht vertieft werden können.

Transaktionen zwischen verschiedenen Blockchains dank Atomic Swaps

Auch wenn das schade ist und auch wenn Vertcoin mit Stealth Addresses und 1-Click-Vertcoin-Minern interessante Features bieten beziehungsweise entwickeln möchte, waren diese nicht der Grund, warum in jüngsten Tagen Vertcoin wieder mehr im Gespräch war. Hauptgrund war vielmehr die schon genannte Erwähnung der Kryptowährung in der Roadmap Litecoins.

Der Hintergrund dieser Erwähnung betrifft das Lightning Network: Sowohl Litecoin als auch Vertcoin haben Segregated Witness aktiviert und beide bereits seit Monaten. Damit sind sie nicht nur schneller als Bitcoin gewesen, Vertcoin kann auch seit mehreren Monaten Lightning-Network-Transaktionen vorweisen. Nun ist Litecoin nachgezogen – was sicherlich ein Grund für den rapiden Preisanstieg vor dem Bloody Monday war.

Das Lightning Network lagert Transaktionen aus der Blockchain aus und erlaubt so instantane Zahlungen, was natürlich einen großen Einfluss auf die Skalierbarkeit und Transaktionshöhe haben wird.

Kurz gefasst baut das Lightning Network auf dem Prinzip von Payment-Channels auf, welche über bestimmte Smart Contracts gesichert sind, die als Hashed Timelocked Contracts bezeichnet werden. Hier ist noch besonders zu betonen, dass diese Art von Smart Contracts schon im Bitcoin Script und entsprechend einem Großteil der auf Bitcoin zurückgehenden Blockchains implementiert werden kann.

Wenn derartige bidirektionale Payment-Channel nicht nur zwischen zwei einzelnen Peers, sondern über ein ganzes Netzwerk gespannt sind, kann jeder jeden sofort bezahlen – und ein Lightning Network wurde gebildet.

So weit ist das nicht nur bekannt, sondern vielen, die die Segregated-Witness-Debatte verfolgt haben, auch bewusst. Ein besonderes Extra ist, dass Payment Channels sogenannte Atomic Swaps zwischen unterschiedlichen Blockchains erlauben und damit einen dezentralen Exchange ermöglichen, über die schnell Coins zwischen unterschiedlichen Blockchains getauscht werden können.

Die Realisierung von Atomic Swaps über das Lightning Network bietet aber noch weitere Möglichkeiten. Zur Veranschaulichung sei auf die klassischen Kommunikationspartner Alice, Bob und Carol verwiesen. Sagen wir, Alice kauft von Bob einen Fernseher. Wenn Alice auf der Blockchain A Ihr Geld ablegt, Bob jedoch auf Blockchain B, wird bisher ein Exchange benötigt, um Zahlungstransaktionen zu finalisieren. Über das Lightning Network kann Carol, die auf beiden Blockchains aktiv ist, als Intermediär dienen. Wenn auf den verschiedenen Blockchains das Lightning Network etabliert ist, werden Payment Channels vorhanden sein, die eine blockchain-übergreifende Bezahlung ermöglichen – ohne dass Alice und Bob konkrete Vereinbarungen mit Carol getroffen haben.

Da nun Litecoin und Vertcoin zu den ersten Kryptowährungen gehören, welche das Lightning Network implementiert haben, sind diese natürlich prädestiniert dazu, als Testkandidaten oder Pioniere eine solche blockchain-übergreifende Transaktion zu realisieren. Dass Litecoin hier nicht auf Bitcoin warten möchte, ist auch sinnvoll. Ein Misserfolg auf der Blockchain mit dem größten Marktkapital hätte negative Folgen für das gesamte Ökosystem.

In der Hinsicht ist das Jointventure mit Vertcoin ein Testlauf für die Blockchain-Technologie selbst. Natürlich kann sich dies auch auf Vertcoin, eine Kryptowährung, die in den letzten Monaten etwas in der Versenkung verschwunden ist, durch diese Entwicklung profitieren. Dank der Roadmap Litecoins sind jedenfalls Leute wieder auf Vertcoin aufmerksam geworden.

BTC-ECHO

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