New Coins on the Block – TRON (TRX)

Quelle: Tron cryptocurrency icon vector

New Coins on the Block – TRON (TRX)

Erst seit September existiert TRON, kann jedoch nach einer fulminanten Rally das achtgrößte Marktkapital für sich beanspruchen – um was für ein Projekt handelt es sich dabei?

In einem Markt, in dem mehrere neue Kryptowährungen und Token unglaublich an Marktkapital zulegen, muss natürlich jetzt auch TRON erwähnt werden: Erst wenige Monate alt konnte Tron seit Anfang Dezember seinen Wert verhundertfachen. Allein gestern, am 4. Januar, konnte sich der Kurs fast verdreifachen. Selbst für Kryptowährungen ist das äußerst beachtlich. Um was für eine Kryptowährung beziehungsweise um was für einen Token handelt es sich dabei und warum erfährt er aktuell einen derartigen Wertanstieg?

TRON – Wiederherstellung eines dezentralen Internets

Zur Motivation hinter TRON blicken wir auf die Urzeit desselben zurück: Das Internet zu den Zeiten, als Tim Berners-Lee das World Wide Web erfand, existiert so nicht mehr. War das Internet ursprünglich sehr dezentral geprägt, wurde mit der Zeit das World Wide Web mehr und mehr von großen Firmen wie Amazon, Facebook, Google oder Alibaba dominiert. Das gilt nicht nur für Webseiten, auch Messenger-Dienste befinden sich in der Hand großer Unternehmen.

Da Daten der Rohstoff unserer Zeit sind, führt das natürlich zu einer Vormachtstellung gigantischer Unternehmen. Diese verdienen an den Nutzerdaten und haben zusätzlich die Hoheit über die Informationsweitergabe. Nicht der einzelne Nutzer, sondern diese Firmen besitzen die vom Nutzer generierten Daten. Das gibt den großen Firmen prinzipiell auch die Macht der Zensur.

Dieser Zentralisierung des Internets zu begegnen und dem einzelnen Nutzer wieder die Hoheit über die eigenen Daten zu geben, ist das Ziel von TRON. Um das Ziel zu erreichen, möchten die Leute hinter dem Projekt ein blockchain-basiertes Protokoll entwickeln, welches TRX als interne Währung besitzen soll. Mit dieser Währung und dem zu entwickelnden Protokoll sollen verschiedenste Möglichkeiten der Contentvermarktung realisiert werden: Von App Stores über die Realisierung von Paid Content soll alles über diese Blockchain auf Peer-to-Peer-Basis handelbar sein.


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Um das zu erreichen soll eine eigene Web-2.0-Plattform, ein neues Social Network und eine interne Digitalwährung entwickelt werden. Auf der Plattform sollen beliebige Inhalte in unterschiedlichen Formaten hochgeladen und monetarisiert werden können. Außerdem möchte TRON es ermöglichen, dass über das Netzwerk jeder einen ICO initiieren kann.

Gemäß White Paper und Registrierungsmöglichkeiten auf der Webseite soll die Tron-Plattform schon lauffähig sein, jedoch ist bisher nicht vielmehr als Wallets für Bitcoin, Ether und TRX zu sehen. Fairerweise betonen die Macher von TRON auch, dass ihre Roadmap ungefähr 8-10 Jahre zum vollständigen Deployment benötigen wird. In verschiedenen Phasen mit Namen wie Exodus, Odyssey oder Eternit sollen die einzelnen Meilensteine von TRON realisiert werden. Ein dezentraler Datenspeicher soll ebenso wie ein dezentraler Handelsplatz für digitalen Content, ein dezentraler Token Exchange und schließlich eine Online-Gaming-Plattform realisiert werden. Aktuell steht man am Anfang der Phase Exodus.

TRX-, TP- und TRON 20-Token – Ein System mit vielen Coins

TRX- oder TRONIX-Token werden in dem System zur Partizipation im TRON-Netzwerk benötigt. Wenn also jemand Content generieren oder konsumieren will, benötigt er TRX-Token. Es wird insgesamt 100 Millarden Token geben.

TRX-Token können als sogenannte TRON POWER oder TP gehalten werden. Diese nicht handelbaren Token sollen den Token Holdern mehr Privilegien im TRON-Ökosystem geben. Da sich das Team hinter TRON erhofft, dass so die Volatilität des TRX-Wertes gesenkt wird, soll der User für das Einschließen von TRX-Token mit weiteren TP entlohnt werden.

Schließlich ist neben diesen zwei Spielarten der TRON-Token noch die TRON 20-Token zu erwähnen, welche in Anlehnung an ERC 20 im TRON-Ökosystem für eigene ICOs genutzt werden sollen.

Kooperationen, Medieninteresse und Spekulation


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Soweit ist das möglicherweise interessant – aber erklärt insbesondere den Anstieg nicht. Auch dass TRON schon im Fortune Magazine gefeatured wurde, und Justin Sun, der Gründer von TRON, im Forbes China in der Reihe 30 Under 30 aufgelistet ist, reicht als Erklärung nicht aus.

Ein Grund wird sicherlich sein, dass John McAffee Ende Dezember diesen Token anpries. John McAffee, der gemäß eigener Angaben alle White Paper gelesen hat, empfahl einige Zeit täglich, aktuell wöchentlich Kryptowährungen und Token. Da John McAffee eine Person der Öffentlichkeit ist, haben viele seine Empfehlung gehört, sodass sicherlich einige Leute auf seine Empfehlung in diesen Coin investiert haben.

Ein weiterer Grund scheint jedoch ein Announcement auf Twitter zu sein. Justin Sun, Gründer von TRON, hat zwar bekannt gegeben, dass eine „very prestigious public listed company“ mit ihnen kooperieren wird, ein Tweet, welcher bisher über 2.600 mal retweetet wurde. Wer aber diese Firma ist, kann bisher nicht gesagt werden.

Am 2. Januar wurde ebenso behauptet, dass unter anderem auch mit NASDAQ-gelisteten Unternehmen und Firmen mit über 100 Millionen Kunden Partnerschaften angefragt hätten. In jüngster Zeit wurde nur mit game.com die Kooperation mit einer „leading online gaming platform“ angekündigt. Diese scheint jedoch noch im Projektstatus zu sein, sodass von einer führenden Gaming-Plattform zumindest noch nicht gesprochen werden kann.

Gemäß dem Medium-Blog von TRON soll mit Zhao Hong der Chief Data Mining Expert von Alibaba nun für TRON arbeiten. Damit wäre er nach Chen Zhiqiang die zweite Person von Alibaba, welche sich TRON anschließt. Leider kann man keine von TRON unabhängigen Quellen finden. So kann beispielsweise über LinkedIn nicht bestätigt werden, ob diese Personen überhaupt bei Alibaba gearbeitet haben.


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Sicherlich ist der Use-Case von TRON nicht uninteressant – auch wenn man sich fragt, ob nicht das Tor-Netzwerk hinsichtlich Dezentralität und Projekte wie STEEM oder SatoshiPay hinsichtlich dezentraler Monetarisierung in eine ähnliche Kerbe schlagen. Die aktuelle Kursentwicklung ist jedoch kritisch zu bewerten. Momentan ist das Projekt nicht mehr als Work in Progress. So ist das, was bisher gehandelt wird, ein ERC20-Token, dessen Smart Contract keine besondere, auf den Use-Case angepasste Funktion vorweisen kann.

Ebenso fällt auf, dass zum ICO immerhin knapp 35 % von der Tron Foundation gehalten werden. Zwar sind diese in einer öffentlich einsehbaren Adresse gesperrt, dennoch kann eine starke Zentralisierung der Token nicht abgestritten werden. So stellt sich TRON insgesamt zwiespältig da und sollte nicht komplett unkritisch betrachtet werden.

Dem recht umfangreichen White Paper kann man sicherlich nicht zum Vorwurf machen, nur eine grobe Absichtserklärung zu liefern. Es gibt sich äußerst technisch, sodass der Leser eine Vorstellung vom Lösungskonzept hinter TRON gewinnen kann. Jedoch wirkt zumindest unseriös, dass verschiedene Parts ohne Quellenangabe von anderen Papern zum Teil fast wortgleich übernommen wurden: Die Beschreibung der “TRON node” ist sehr eng an Abschnitt 3 (“IPFS DESIGN”) des White Papers IPFS – Content Adressed, Versioned, P2P File System (DRAFT 3) von Juan Benet angelehnt. Ebenso sind Teile des Parts “Network Implementation of TRON Contents” aus dem White Paper “twister – a P2P microblogging Platform” von Miguel Freitas übernommen. In beiden Fällen fehlt – bis auf eine Nennung des Begriffes IPFS – jegliche Referenz auf diese Vorarbeiten, was ebenfalls zum schalen Beigeschmack bei diesem Projekt beiträgt.

Wer trotzdem weiteres über TRON erfahren möchte, sei auf ihre Webseite und auf den Medium-Blog hingewiesen.

BTC-ECHO

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