Nach China-Chaos: Japan jetzt größter Bitcoin-Markt

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Im Zuge der jüngsten Unsicherheiten bezüglich des chinesischen Bitcoin- und Krypto-Marktes hat sich der Umfang an in der chinesischen Landeswährung gehandelten Bitcoin drastisch vermindert, was einen extremen Rückgang des gesamten Bitcoin-Handelsvolumens in der Volksrepublik impliziert. In die von China hinterlassene Lücke ist im Laufe des vergangenen Wochenendes nun Japan gestoßen, was laut aktuellen Daten von CryptoCompare zur Zeit beinahe die Hälfte der Bitcoin-Umsätze ausmacht. So vereint der japanische Yen derzeit ca. 45 % des globalen Handelsvolumens auf sich.

Derzeit sieht es somit danach aus, als sei der japanische Krypto-Markt der größte Profiteur der China-Krise. Anscheinend haben sich viele Krypto-Anleger in einer Mischung aus Frust, Angst und Resignation vorläufig aus dem China-Geschäft verabschiedet und ihre Aktivitäten über das ostchinesische Meer hinüber nach Japan verlagert.

Zeitgleich überflügelt der Yen auch den US-Dollar als bisher dominante Währung, die im Krypto-Bereich gebunden war. Das Handelsvolumen des US-Dollars beträgt nur noch 25 % vor dem chinesischen, das zwischenzeitlich gar unter 10 % gefallen war.

Dieser Move fügt sich zudem gut in die Konsolidierung Bitcoins und des gesamten Krypto-Marktes ein, welcher sich in den letzten 24 Stunden kräftig erholte und auf dem beinahe alle Kryptowährungen durchgängig im zweistelligen Bereich zulegten.

In der vergangenen Woche hatte es nach einer Reihe von Unklarheiten schließlich die Anweisung an Chinas Krypto-Börsen gegeben, bis Ende September ihre Aktivitäten einzustellen. Den größten Börsen OKCoin und Huobi wurde ein weiterer Monat Gnadenfrist zugestanden. Inwieweit der Japan-Run nur ein temporäres Phänomen darstellt, ob sich der japanische Markt langfristig in der Spitzenposition wird etablieren können oder ob der US-Markt langfristig die dominante Position wiedererlangen wird, wird in den nächsten Wochen spannend zu beobachten sein. Langfristig ist gar eine Konsolidierung des chinesischen Marktes denkbar, wenn Chinas Krypto-Börsen in naher bis mittlerer Zukunft mit einem regulatorischen Rahmen ausgestattet wieder öffnen.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.

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