Libra: 5 Kongressabgeordnete fordern Projektstopp von Facebook Coin

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Libra: 5 Kongressabgeordnete fordern Projektstopp von Facebook Coin

Der Stable Coin Libra aus dem Hause Facebook steht weiterhin unter Beschuss. In einem öffentlichen Brief fordern fünf US-amerikanische Demokraten Zuckerberg & Co. dazu auf, Libra vorerst auf Eis zu legen. Von Macht und Ohnmacht und einem vermeintlich moralischen Appell.

Facebook hat am 18. Juni den Stable Coin Libra und das dazugehörige Tochterunternehmen Calibra öffentlich bekannt gemacht. Eine Menge Entwicklungsarbeit ist bis dahin in das multilaterale Projekt geflossen. Das sieht man auch an den Partnern unter dem Dach der Libra Association: MasterCard, PayPal, Visa, Uber und Spotify, um nur die Spitze des Eisbergs zu nennen.

Kritiker werfen dem Tech-Riesen immer wieder einen zu leichtfertigen Umgang mit den Daten der mehr als zwei Milliarden Nutzern vor, wie zuletzt im Fall um Cambridge Analytica. Auch die Kryptowährung Libra musste sich bereits einiger Kritik aussetzen. Auf eindringliche und ermahnende Weise reiht sich in diese Kritikerserie nun auch ein öffentlicher Brief vom 2. Juli ein. Fünf US-amerikanische Kongressabgeordnete haben sich zusammengetan und an Facebook eine Aufforderung geschrieben, Libra vorerst auf Eis zu legen.

Kann ich mitspielen?

Das einseitige Dokument der fünf Demokraten ist sinnbildlich für die Zeit: Progressive Tech-Konzerne entwickeln sich schneller und schneller in Sphären, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen. Einerseits fehlt nämlich das nötige Know-how. Andererseits lassen sich die neuen Szenarien mit bestehenden Gesetzen nicht in den Griff bekommen. Die Folge: ein Staat, der mahnend am Spielrand steht und darauf hoffen muss, dass seine Stimme erhört wird.

Es sieht so aus, als könnte [Libra] ein völlig neues globales Finanzsystem konstituieren […] und in direkter Konkurrenz zur US-amerikanischen Geldpolitik und dem US-Dollar stehen. Das wirft nicht nur für mehr als zwei Milliarden Facebook-Nutzer Fragen zu Datenschutz, Handel, nationaler Sicherheit und Geldpolitik auf. Auch Investoren, Verbraucher und die Weltwirtschaft im Allgemeinen wird besorgt sein.

Eines lässt sich zwischen den Zeilen entnehmen: Das Establishment nimmt Libra und ferner Kryptowährungen inzwischen ernst. So heißt es weiter:

Zwar hat Facebook ein White Paper zu den [mit Libra verknüpften] Projekten veröffentlicht. Aber die knappen Informationen bezüglich deren Absicht, deren Rolle, dem möglichen Use Case und der Sicherheit von Libra […] lassen die gewaltigen Risiken sowie die fehlenden Regularien nur erahnen. Wenn derartige Produkte und Dienstleistungen unsachgemäß […] reguliert werden, könnten sie zur systemischen Gefahr für die US-amerikanische und darüber hinaus für die globale Finanzstabilität werden. So könnten solche Schwachstellen ausgenutzt werden […], wie wir es bei anderen Kryptowährungen, Exchanges und Wallets bereits […] gesehen haben.

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Dass die US-amerikanische Währungspolitik indes selbst maßgeblich an der globalen Finanzstabilität gerüttelt hat, scheint erfolgreich verdrängt worden zu sein. Wovor man in den USA jedoch Angst hat, ist das Einbüßen der Vormachtstellung im Finanzsektor. Verliert der US-Dollar seinen Status als Weltreservewährung, hätte das beispiellose Auswirkungen auf die gesamte Nation.

Weil Facebook bereits mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung in seinen Fittichen hat, soll Facebook seine Pläne zur Implementierung umgehend einfrieren. Regulierer und der Kongress sollen die Möglichkeit bekommen, eine Strategie zu diesen Themen zu erarbeiten. Während das Projekt stillgelegt ist, werden wir öffentliche Anhörungen zu den Risiken und Chancen von Kryptowährungen durchführen. So hoffen wir, Lösungen in der Gesetzgebung erarbeiten zu können. Sollte die Implementierung nicht eingefroren werden […], setzt man sich der Gefahr aus, den Weg freizumachen für ein neues […] Finanzsystem, das zu groß zum Scheitern ist.

Ob Facebook diesen mahnenden Worten Taten folgen lassen wird, bleibt abzuwarten. Facebook hat sich auch von den schlappen 5 Milliarden US-Dollar Strafzahlungen im Fall um Cambridge Analytica nicht wirklich beeindrucken lassen.

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