Letzte Chance Teilnahme am Innovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Letzte Chance für Teilnahme am Innovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“

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Das Bundeswirtschaftsministerium sucht Lösungen für die technische Realisierung digitaler Identitäten. Dafür wurde ein Innovationswettbewerb ins Leben gerufen, der Projekte zur Umsetzung bestimmter Identifikationsanwendungen finanziell fördert.

Die eindeutige Identifikation einer Person ist eine Grundvoraussetzung für alle Verwaltungsprozesse. Das gilt insbesondere in einer digital vernetzten Umwelt, in der sich die Nutzer permanent authentifizieren müssen. Trotz eIDAS-Verordnung sind aktuelle Lösungen zur digitalen Identifizierung von Personen jedoch meistens nicht interoperabel. Daher hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Wettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ ausgerufen, der Lösungen zur Umsetzung von digitalen Identitäten fördert.

Mangelnde Interoperabilität digitaler Identifizierung

Mit einem amtlich beglaubigten Dokument, beispielsweise dem Personalausweis, kann jede Person ihre Identität nachweisen. Das ist im Alltag unabdingbar. Wer ein Konto eröffnen, eine Grenzkontrolle passieren oder ein Auto mieten möchte, muss die eigene Identität per Ausweis bestätigen. Verschiedene Sicherheitstechniken schützen die Dokumente vor Fälschung. Was jedoch in der analogen Welt bewährt funktioniert, steht in der digitalen Welt noch auf wackligen Beinen.

Auch in der digitalen Welt setzen viele Anwendungen eine Identifikation voraus. Bei Überweisungen, Online-Käufen oder dem Einloggen in E-Mail-Accounts müssen sich Nutzer in unterschiedlichen Verfahren authentifizieren. Auch diese Verfahren nutzen bestimmte Mechanismen, analog zum Personalausweis, die einer einzigen Person individuelle Attribute zuordnen. Die Verbindung von Benutzername und Passwort ist ein solches Verfahren, bei dem der Benutzername eine Person beschreibt, die sich mit dem Passwort eindeutig authentifiziert. Das System ordnet das korrekte Passwort der Person zu und authentifiziert sie dadurch. Solche digitalen Verfahren zum Nachweis der eigenen Identität heißen auch digitale Identitäten.


Diese sind grundsätzlich praktikabel, wenn keine groben Sicherheitsmängel vorliegen. Das Problem: Je mehr Anwendungen im Internet genutzt werden, desto größer der digitale Fingerabdruck. Das belegen Zahlen des Project Syndicate einer Non-Profit-Nachrichtenplattform. Jede E-Mail-Adresse ist demnach durchschnittlich mit 90 Online-Konten verknüpft, wobei sich dieser Wert alle fünf Jahre verdoppelt. Bei einer solchen Menge kann man schon mal den Überblick verlieren. Folglich betrifft ein Drittel aller Anrufe bei Banken verlorene oder vergessene Kennwörter. Indem sich jeder Person eine digitale Identität zuordnen lässt, die einheitlichen Standards unterliegt, ließe sich dieses Problem lösen.

Schaufenster Sichere Digitale Identitäten

Mit dem „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ sollen deutsche eIDAS-Lösungen entwickelt und erprobt werden, die zugleich nutzerfreundlich, sicher und für wirtschaftliche Anwendungen geeignet sind. Die eIDAS-Verordnung enthält zwar bereits verbindliche, europaweit geltende Regelungen in den Bereichen „Elektronische Identifizierung“ und „Elektronische Vertrauensdienste“ und soll einheitliche Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Nutzung elektronischer Identifikationen schaffen. Trotzdem hat sich keine der bislang existierenden ID-Lösungen für eine breite Anwendung angeboten.

Dies soll der Innovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ erreichen. Bei dem Wettbewerb können Kommunen mit Tech-Unternehmen ihre Projektskizzen gemeinsam entwickeln und bis zum 10. Januar 2020 einreichen. Die Umsetzungen sollen in alltäglichen Anwendungsfällen geprüft werden. Der Wettbewerb läuft bereits seit dem 18. Oktober und lockt mit einem profitablen Gewinn: Den drei vielversprechendsten Projekten winkt ein Fördergeld von je 15 Millionen Euro.


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