Spurensuche Lebenszeichen von Satoshi? 50 BTC aus Bitcoin-Anfangstagen bewegt

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Eine Transaktion enthält 50 BTC aus den ersten Tagen des Bitcoin-Netzwerks und hat die Spekulationen über den möglichen Absender entfacht. Steckt etwa Bitcoin-Erfinder Satoshio Nakamoto dahinter?

Die Spurensuche nach Satoshi Nakamoto ist eine wohl niemals enden wollende Schnitzeljagd. Verschiedene mehr oder weniger stichhaltige Hinweise haben die Gerüchteküche immer wieder zum brodeln gebracht. Die Indizien reichen von markanten typographischen Auffälligkeiten des White Papers, die Aufschluss über den Verfasser geben sollen, bis hin zur Entschlüsselung des Akronyms Satoshi Nakamoto. Die Spurensuche verlief dabei jedoch immer im Sande, dingfest konnte man den oder die Bitcoin-Urheber nie machen. Doch obwohl Satoshi seine Spuren bestens verwischt zu haben scheint, könnte er sich knapp zwölf Jahre nach Erscheinen des Bitcoin-Whitepapers verraten haben.

Gegenstand der neusten Spekulationen ist eine zunächst unscheinbar wirkende Transaktion. Am gestrigen Dienstag, den 20. Mai, wurden von einer Wallet 50 Bitcoin an zwei Wallets transferiert. Was zunächst wie eine gewöhnliche Transaktion wirkt, gibt bei näherer Betrachtung ein interessantes Detail preis. Denn die Transaktion enthält Bitcoin, die am 09.02.2009, kaum einen Monat nach Einführung des Bitcoin-Netzwerks, gemined wurden und seither unbewegt in der Wallet liegen. Im Klartext: Die Bitcoin stammen aus den Bitcoin-Anfangstagen und können demnach nur von Satoshi stammen, oder?

Quelle Blockchair.

Stimmen aus der Bitcoin-Gemeinde

Das Echo aus der Bitcoin-Community ließ nicht lange auf sich warten. Da der erlesene Kreis von Minern, die seit der Bitcoin-Geburtsstunde aktiv sind, überschauber ist, richtete sich das Augenmerk daher zunächst auf die bekannten Bitcoin-Pioniere.


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Doch aus dem näheren Verdächtigenkreis hagelte es eine Reihe von Absagen. Einer der ersten BTC-Entwickler, Marti Malmi, gab per Twitter schnell zu verstehen, dass er nicht derjenige sei, um den sich die Gerüchte ranken. Schließlich sei er erst im April 2009 zum Netzwerk gestoßen:

Ein weiterer potenzieller Kandidat könnte Hal Finney beziehungsweise dessen Nachlass sein. Finney hat das Bitcoin-Netzwerk als Softwareentwickler und Miner seit den Anfängen begleitet, erlag jedoch 2014 einer neurologischen Erkrankung. Seither wurde bereits öfters die Vermutung angestellt, Finney könne der eigentliche Satoshi gewesen sein. Seine Frau, Fran Finney, wiegelte jedoch immer ab und erklärte auch gegenüber Cointelegraph im Bezug auf die jüngste Mutmaßung, dass die Bitcoin von keiner Wallet ihres verschiedenen Manns stammen.

Der Kryptograph und Cypherpunk Adam Back bezweifelt zudem, dass Mr. Nakamoto höchstpersönlich hinter der Transaktion steckt. Wäre Satoshi an der Geheimhaltung seiner Identität gelegen, hätte er schließlich später geschürfte und damit unauffälligere BTC bewegt.

BitcoinSV-Entrepreneur Calvin Ayre versicherte außerdem, dass Craig Wright, seines Zeichens selbsternannter Bitcoin-Erfinder, nicht hinter der Transaktion stünde. Doch die Transaktion könnte für Craig Wright noch einigen Sprengstoff bergen. Denn brisant ist, dass Wright die Wallet-Adresse im Prozess gegen Ira Kleiman als eine von seinen 16.000 Adressen gelistet hat. Vor Gericht sagte Wright jedoch aus, dass die nötigen Keys zu diesen Adressen fehlen. Wright könnte sich also in Widersprüche verstrickt haben. Gibt er zu, die BTC bewegt zu haben, macht er sich des Meineids schuldig. Leugnet er hingegen, im Besitz der Wallet zu sein, steht seine Argumentation vor Gericht ebenfalls auf wackligen Beinen.

Was bleibt also? Die Causa Satoshi wird uns noch lange begleiten und dabei hat sich einmal mehr gezeigt: Die Krypto-Welt ist viel aufregender, wenn Satoshi sich nicht zu erkennen gibt.


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