KYC: LocalBitcoins kündigt „große Änderungen“ an

KYC: LocalBitcoins kündigt „große Änderungen“ an

Die finnische Bitcoin-Tauschplattform LocalBitcoins hat einschneidende Veränderungen für ihre Benutzer angekündigt. Diese müssen sich ab März auf neue Anti-Geldwäschemaßnahmen einstellen. LocalBitcoins möchte auf diese Weise mit der fünften Anti-Geldwäsche-Richtline der Europäischen Kommission konform gehen.

Kenne deinen Kunden, besser bekannt als „Know-Your-Customer“ (KYC): So nennt sich die Legitimationsprüfung, die Banken, Börsen und andere Finanzdienstleister von ihren Kunden verlangen sollten, um nicht in die juristische Bredouille zu geraten. Für europäische Finanzinstitute ist dabei vor allem der Paragraph 6 in der dritten Anti-Geldwäsche-Richtline maßgeblich.

Nach dieser fallen die „Feststellung der Identität des Kunden und Überprüfung der Kundenidentität auf der Grundlage von Dokumenten, Daten oder Informationen, die von einer glaubwürdigen unabhängigen Quelle stammen“ unter die Sorgfaltspflicht der Institutionen.

Zudem ist die „Durchführung einer kontinuierlichen Überwachung der Geschäftsbeziehung, einschließlich der Überprüfung der im Verlauf der Geschäftsbeziehung abgewickelten Transaktionen unter diesen Paragraph“ für Banken, Börsen & Co. verpflichtend.

Diese Richtlinien entstammen dem Jahr 2005 n. Chr. – bzw. 3 v. BTC. So etwas wie Kryptowährungen und das damit verbundene neue Wirtschaftsfeld konnten die Regulatoren damals nicht vorausahnen.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Geschlagene 13 Jahre später ist auch bei der Europäischen Kommission der Satoshi gefallen. Im Jahr 2018 nahmen die EU-Regulierer explizit Bezug auf digitale Assets. In der fünften Anti-Geldwäsche-Richtlinie geht es explizit um virtuelle Währungen, ihr Missbrauchspotenzial für die Geldwäsche und die Rolle der Bitcoin-Börsen.

Es ist daher von wesentlicher Bedeutung, den sachlichen Anwendungsbereich der Richtlinie (EU) 2015/849 auf Dienstleistungsanbieter, die den Umtausch von virtuellen Währungen in Fiatgeld ausführen, sowie auf Anbieter von elektronischen Geldbörsen auszuweiten,

heißt es dort.

Seit Inkrafttreten dieser Veröffentlichung sind also auch Europas Krypto-Dienstleister zur Einführung von KYC-Prozessen verpflichtet. Die Deadline für die Umsetzung der Direktive bildet der 10. Januar 2020.

LocalBitcoins in vorausseilendem Gehorsam

Auch LocalBitcoins.com, eine Vermittlungsstelle für Käufer und Verkäufer von Bitcoin, hat den regulatorischen Knall gehört – wenn auch mit einiger Verzögerung. Am 8. Februar informierte das Unternehmen in einer Pressemitteilung über bevorstehende Änderungen in Bezug auf KYC- und AML-Prozesse. Allerdings hielt sich LocalBitcoins dabei mit Details zurück. So heißt es bezüglich der anstehenden Änderungen lediglich:

Die wichtigsten Änderungen für die Benutzer von LocalBitcoins betreffen die Verbesserung der Registrierung neuer Konten und der Identitätsprüfungsprozesse, die Einführung von Wallet-Auszahlungen und […] Verifizierungsstufen.

Nähere Informationen sollen im März folgen. LocalBitcoins machte zuletzt Ende Januar Schlagzeilen, als eine Sicherheitslücke im Forum der Website dazu führte, dass mindestens sechs Kundenkonten gehackt werden konnten. Das Forum ist derzeit offline.

Bislang haben in Deutschland lebende Kunden keinen Zugriff auf den Service von LocalBitcoins.com – die BaFin kennt hier kein Pardon. Möglicherweise ändert sich das mit der Umsetzung der KYC-Vorschriften durch LocalBitcoins.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Märkte

Der Bitcoin-Kurs weist aktuell eine sehr geringe Korrelation zu den Vergleichsmärkten auf. Die Volatilität vom Bitcoin-Kurs liegt auch weiterhin bei 3 Prozent. Leider ist die Performance auch in dieser Woche noch vom Kurssturz von Ende September geprägt.

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Die Top Bitcoin-, IOTA und Ripple-News der Woche
Die Top Bitcoin-, IOTA und Ripple-News der Woche
Kolumne

Bitcoin steuert auf die 18 Millionengrenze zu, IOTA rühmt sich mit vielversprechenden Anwendungsfällen und wir haben das Ripple-Ökosystem im Blick. Das interessierte unsere Leser in der vergangenen Woche am meisten.

Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
Wissen

Einer der größten Stolpersteine bei der Analyse von Krypto-Assets sind zentralisierte Börsen. Während on-chain ein Großteil des Verhaltens verschiedener Akteure verfolgt werden kann, arbeiten Börsen wie Bitfinex, Bithub oder Kraken immer noch weitgehend off-chain. Nur ein Bruchteil ihres Verhaltens kann direkt auf verschiedenen Blockchains beobachtet werden. Für Investoren und andere Akteure auf dem Markt könnten jedoch Blicke hinter diese Barriere viele Vorteile bringen: Anleger könnten eindeutig große Transaktionen zwischen verschiedenen Börsen verfolgen. Derartige Transaktionen stehen häufig im Verdacht, einen nachhaltigen Einfluss auf die Kurse zu nehmen, sodass ein schnelles Wissen über derartige Ereignisse hilfreich wäre. 

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Märkte

Der Bitcoin-Kurs weist aktuell eine sehr geringe Korrelation zu den Vergleichsmärkten auf. Die Volatilität vom Bitcoin-Kurs liegt auch weiterhin bei 3 Prozent. Leider ist die Performance auch in dieser Woche noch vom Kurssturz von Ende September geprägt.

Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Sicherheit

Krytpo-Scammer schlugen erneut im Darknet zu. Um ahnungslosen Kunden von Darknet-Märkten die Bitcoin aus der Tasche zu ziehen, kam dieses Mal eine infizierte Variante des Tor Browsers zum Einsatz.

Angesagt

IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
Altcoins

IOTA könnte sich als entscheidende Technologie im Internet of Things etablieren. Dabei sticht vor allem die Möglichkeit kleinster Transaktionen in Echtzeit heraus. Die Killerapp treibt die Autonomisierung von Maschinen voran.

Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Blockchain

In Zukunft könnte der Verkauf der Broadway Tickets über eine Blockchain-Lösung laufen. So hat es zumindest der größte Ticketverkäufer des Broadways, die Shubert Organization, geplant. Die Blockchain-Lösung für das Projekt stellt das Bostoner Start-up True Tickets zur Verfügung.

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.