Wright, Kleiman-Prozess: Craig Wright muss 500.000 BTC abgeben

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Kleiman-Prozess: Craig Wright muss 500.000 BTC abgeben

In einem Interview gesteht Craig Wright die Niederlage im Gerichtsprozess um den Kleiman-Nachlass ein. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss Wright 550.000 BTC an Dave Kleimans Bruder, Ira Kleiman, auszahlen. Doch die Sache hat einen Haken.

Es geht um den wohl größten digitalen Goldschatz der Geschichte. Etwa 1,1 Millionen BTC sollen sich nach Angaben von Craig Wright (CSW), selbsternannter Satoshi Nakamoto und Patent-Fließband, im sogenannten „Tulip Trust“ befinden. In Fiatgeld gerechnet beläuft sich die Summe auf sage und schreibe 11 Milliarden US-Dollar. Die Bitcoin stammen aus einem Mining-Unternehmen, das Craig Wright mit seinem damaligen Freund Dave Kleiman geführt haben soll.

Die Besitzansprüche dieses Schatzes sind allerdings bis heute nicht abschließend geklärt: Sowohl die Familie des bereits 2013 verstorbenen Kleiman als auch Wright selbst erheben Besitzansprüche auf den Inhalt des Tulip Trusts. Die Fronten sind verhärtet, seit Februar 2018 vermittelt ein US-Gericht in Florida zwischen der Familie Kleiman und Craig Wright.

Nun hat es in der Sache eine erste Entscheidung gegeben. Nach Inhalt eines Interviews, das der angebliche Autor des Bitcoin White Papers mit der Krypto-Plattform Modernconsensus geführt hat, stehen den Erben Kleimans etwa 500.000 BTC – also knapp die Hälfte – aus dem Trust zu. In dem Interview sagte Wright:

Die Richterin hat entschieden, dass ich knapp 500.000 BTC an Ira [Kleiman, den Bruder des verstorbenen Dave Kleiman] überweisen muss.

Da die Gerichtsdokumente aus dem letzten Verhandlungstag vom 26. August noch nicht vorliegen, ist die richterliche Entscheidung, die CSW zitiert, unter Vorbehalt zu sehen.

Compliance unklar


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Doch es gibt ein Problem. Die Hintergründe des vielzitierten Tulip Trust, in dem sich der Milliarden-Schatz mutmaßlich verbergen soll, sind nach wie vor völlig unklar. Weder weiß man, wer Zugang zu dem Vermögen hat, noch ist bekannt, ob es sich dabei um eine Multisig Wallet oder eine handelsübliche Bitcoin Wallet handelt. Sollten die Bitcoin einer Multisignatur bedürfen, kann keine Partei alleine über das Versenden der zugehörigen UTXO bestimmen. Denkbar wäre etwa der Fall, dass Kleiman seinen privaten Schlüssel mit ins Grab genommen hat.

Trotz diesen Vorbehalten zeigt sich Wright kooperativ: „Wenn das Gericht etwas anordnet, leiste ich diesen Anordnungen Folge. Und das Gericht hat das jetzt festgelegt. So einfach ist das“, heißt es in dem Interview.

Im Vorfeld der Entscheidung war indes bekannt geworden, dass Wright nach Angaben von Bitmessage-Entwickler Jonathan Warren gefälschte Dokumente bei Gericht vorgelegt haben soll. Demnach soll CSW etwa fingierte Verträge und E-Mail-Korrespondenzen, die ihn selbst als den rechtmäßigen Eigentümer der fraglichen UTXOs definieren, eingereicht haben.

Marktbeben durch Milliarden-Dump?

Andere Überlegungen ranken sich um eine angeblich algorithmisch festgelegte Liquidierung des Trusts. So soll der Tulip Trust Anfang 2020 alle darin enthaltenen BTC in einem Schwung auf den Markt werfen. Dies geht aus einer vertraulichen Mail hervor, die Wright angeblich am 9.6. 2011 von Kleiman erhalten haben soll. Darin legt der Verstorbene fest, dass die 1,1 Millionen BTC aus dem Trust am 1.1.2020 an Wright übergehen sollen.

Aus dieser – zugegeben sehr hypothetischen – Annahme ergeben sich spannende markttheoretische Gedankenspiele. Krypto-Influencer Julian Hosp etwa erklärt auf YouTube, dass 1,1 Millionen Bitcoin, die auf einen Schlag auf den Markt geworfen werden, in der kurzen Frist eine verheerende Wirkung auf den Markt haben dürften. Schließlich würde eine Verkaufsorder dieser Größe alle Orderbücher gänzlich fluten, sodass es mittelfristig kaum noch Käufer gibt. Ein Kurseinbruch wäre die Folge.

Langfristig erwartet Hosp indes positive Folgen von exorbitanten Ordern wie dieser. Denn die 1,1 Millionen BTC werden sich nach der Liquidierung nicht mehr wie vormals in der Hand eines Einzelnen befinden, sondern breiter verteilt sein. Erholt sich der Markt von so einem Angebotsschock, dürfte Bitcoin daher sogar gestärkt aus der Affäre hervorgehen.

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