IDEX – Dezentrale Krypto-Börse verbannt New Yorker Kunden

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die „dezentrale“ Ethereum-Börse IDEX blockiert in Zukunft IP-Adressen aus dem US-Bundesstaat New York. Offenbar versucht IDEX so, Konflikte mit der strengen Krypto-Regulierung des Bundesstaates zu vermeiden.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Andre Winterberg

Die „dezentralisierte Exchange“ IDEX ist die Anwendung mit den meisten Nutzern im noch spärlich besiedelten Raum der dezentralisierten Apps (dApps). Sollten von den 1000 bis 2000 täglichen Nutzern welche mit Wohnsitz im Bundesstaat New York befinden, müssen sich diese nun eine VPN-Verbindung bemühen, um weiterhin auf auf der Börse handeln zu können. Wie die IDEX-Betreiberin Aurora am 24. Oktober auf Twitter verkündete, werden New Yorker IP-Adressen in Zukunft von der Börse blockiert.

„Hinweis: #IDEX wird am Donnerstag, den 25. Oktober (18:00 Uhr UTC) damit beginnen, neue Bestellungen von Benutzern mit IP-Adressen des Staates New York zu blockieren. Stornierungen und Auszahlungen bleiben aktiv.“

Damit gesellt sich der US-Bundesstaat zu den ebenfalls vom Handel ausgeschlossenen Regionen Washington und Nordkorea. Als Grund für die Sperrung gibt IDEX die New Yorker BitLicense-Politik an. Krypto-Unternehmen müssen im Bundesstaat New York strenge Auflagen erfüllen, um ihrem Geschäft nachgehen zu können. Als in New York am 8. August 2015 die Vergabe der BitLicenses begann, kam es in der folge zu einem regelrechten Exodus von Unternehmen aus der Krypto-Branche.

IDEX: Großer Player in kleinem Sandkasten


IDEX gehört laut DappRadar zwar zu den dApps mit den meisten Benutzern, allerdings sind sowohl die Zahl der täglichen Nutzer als auch durchschnittliche Transaktionen auf der DEX noch Lichtjahre von zentralisierten Krypto-Börsen wie Coinbase oder Binance entfernt.

 

Seit der Ankündigung gab es sowohl bei den Benutzern als auch beim Transaktionsvolumen einen signifikanten Einbruch auf IDEX

 

Dezentralisierte Börsen könnten in Zukunft eine valide Alternative zu den zentralisierten Bitcoin-Börsen bilden. Setzt man die Nutzer- und Transaktionszahlen der DEX jedoch ins Verhältnis, wird klar,  dass man noch lange nicht von einer regen Aktivität der Krypto-Community im Bereich der dApps sprechen kann.

Ist das dezentral – oder kann das weg?

Außerdem muss man betonen, dass es auch bei der vermeintlich dezentralisierten IDEX offenbar nicht ganz so dezentral zugeht, wie es der Name verspricht. Schließlich wurde die Entscheidung, die New Yorker vom Handel auszuschließen, von Aurora getroffen und nicht etwa von einem Kollektiv der Anwender. Ein Twitter-Nutzer stellte fest, dass dezentralisierte Börsen immun gegen staatliche Regulierungsmaßnahmen Staates sein sollten. Aurora erwiderte daraufhin, dass es bei jeder DEX auch zentrale Elemente gebe – eine Immunität gegen behördliche Eingriffe sei keinesfalls gegeben. Eines steht jedenfalls fest: wahre Dezentralität sieht anders aus.

BTC-ECHO


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