Identität 6.0.: Was wir von Mr. Robot lernen können

Quelle: AUSTIN - MARCH 12, 2016: People walk by a carnival event for the USA television show Mr. Robot during SXSW. via shutterstock

Identität 6.0.: Was wir von Mr. Robot lernen können

Wir begeben uns auf die Reise zur Persönlichkeit: Was bedeutet Identität? Wie kommt man von der analogen zur digitalen Identität? Nun geht es dem Ende zu: Was können dezentrale Technologien für die Digitale Identität leisten? Heute: Identität 6.0.: Was wir von Mr. Robot lernen können.
Identität 1.0: Geschichte der Identität
Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
Identität 3.0: Das Ich im digitalen Spiegel
Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen
Identität 5.0: Digitale Identität und Blockchain

Identität 1.0: Geschichte der Identität

Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität

Identität 3.0: Das Ich im digitalen Spiegel

Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen

Identität 5.0: Digitale Identität und Blockchain

Wer Mr. Robot gesehen hat, behält ein mulmiges Gefühl zurück. Schnell will man seine Laptop-Kamera abkleben, das Mikrofon zukleistern und den Computer am besten gleich aus dem Fenster werfen – denn nichts ist sicher. Der Protagonist der Serie, Elliot Alderson, sagt an einer Stelle:

„Menschen stellen immer die besten Sicherheitslücken dar. Ich hab` es nie besonders schwer gefunden, die meisten Menschen zu hacken.“

Mr. Robot und die Frage nach der digitalen Identität

Im Kampf gegen das multinationale Konglomerat Evil Corp. hackt sich der paranoide Schizophreniker Elliot Alderson nahezu mühelos in das Leben seiner Mitmenschen – und irgendwie auch in ihre Köpfe. Beim Zusehen zeichnet sich ein düsteres Bild, das ebenso von Paranoia geprägt ist wie der Protagonist der Serie. Beinahe alle von uns tragen die Empfänger, die solche Hacks möglich machen, in der Hosentasche. Unsere Smartphones beinhalten letztlich alles, was uns ausmacht: das Bankkonto, die Schuhgröße, sexuelle Vorlieben und den Musikgeschmack. Das alles schwebt irgendwo in diesem schwer greifbaren Raum des Digitalen.

Spätestens nachdem man Elliot Alderson beim mühelosen Hacken von Identitätsdaten beobachtet hat, sollte einen die Frage nach der Sicherheit seiner Daten beschäftigen. Anschließend kann man sich die Frage stellen: Wem gehören diese Daten überhaupt? Die Antwort auf beide Fragen liegt auf zentralen Servern. Sei es die Sicherheit und der damit einhergehende Schutz der Daten oder die Verfügungsmacht darüber – beides liegt in den meisten Fällen bei einzelnen „Evil Corps“ und selten bei den Individuen.

Wie bekommen wir die Macht über unsere Daten wieder?

Ein Grund mehr, sich zu überlegen, wie man die Macht über seine Daten zurückerlangt. Ansätze gibt es bereits, doch bisher scheint die Dringlichkeit, diese auch zu verwenden, noch nicht zu existieren. Sei es Bequemlichkeit oder einfach Ignoranz: Vielen Menschen scheint es nach wie vor egal zu sein, was mit ihren Daten passiert. Sollte man sich dennoch nach Alternativen umsehen wollen, haben wir einige Vorschläge, bei denen man die Macht über seine Daten zurückerlangen kann. Außerdem bekommt man noch Geld dafür.

Steemit – Fürs Bloggen bezahlt werden

Steemit ähnelt bei den bekannten sozialen Netzwerken wohl am ehesten Reddit. Der Hauptunterschied: Alle Blogeinträge sind auf der Blockchain gespeichert. Diese Blogeinträge kann man von Accounts aus posten. Erstellt man entsprechend besonders lesens-, hörens- oder sehenswerte Einträge, haben andere Nutzer die Möglichkeit, diese mit Steem-Power oder Steem-Dollar zu bewerten. Ferner gibt es ein internes Reputationssystem. Das dezentrale Netzwerk bietet durch die interne Kryptowährung und das Wallet-System einen ersten Ansatz, um den Datenkraken zu entkommen.

Jolocom – Souveräne digitale Identitäten

Das Projekt Jolocom verfolgt das Ziel, seinen Nutzern eine „self-sovereign Identity“ zu bieten. Eine Option also, seine Identitätsdaten in souveräner Weise über eine App zu verwalten. In Verbindung mit einer Wallet und der Möglichkeit, sich per Fingerabdruck zu identifizieren, sollen Nutzer zudem darüber entscheiden dürfen, wem sie wie und wann ihre Daten geben – vor allem, was sie dafür bekommen.

Minds – Wie Facebook, nur besser

Minds ist ein Projekt, das den Gewohnheiten der Nutzer wohl noch am meisten entgegenkommt. Dabei vereint es Eigenschaften von Twitter, YouTube und Facebook in sich – die Nutzer müssen sich hier bei einem Wechsel wohl am wenigsten umgewöhnen. Der hinter der Plattform liegende Code gehört dabei der Community – alle haben Zugriff und können ihn ändern. Indem das Netzwerk keine Zensur walten lässt, unterstützt es Meinungsfreiheit. Es gibt aber damit ebenso Nutzern eine Plattform, deren Meinung man aber nicht unbedingt hören möchte. Doch man kann seinen Newsfeed manuell filtern, um dies zu umgehen.

Auch hier können die Nutzer Geld verdienen, und zwar mit ihren Daten. Mit einem Peer-to-Peer-Werbungssystem können sich Nutzer bewerben lassen und dafür Geld bekommen. Dabei kann man sich in Bitcoin oder per Kreditkarte bezahlen lassen.

Berühmte letzte Worte

Zugegeben, die vorgestellte Auswahl ist denkbar klein. In der Welt von Blockchain und Dezentralität tummeln sich zahlreiche Ansätze, um der zentralisierten Verwaltung von Facebook und Google zu entweichen. Doch bis das geschieht, muss zunächst ein Umdenken stattfinden. Letztlich gibt Mr. Robot einen Denkanstoss, nach dem man die Zentralisierung von Macht (durch Daten) nicht zwingend akzeptieren muss.

Die Option, sein Profil zu löschen und die Macht über seine Daten zurückzuerlangen, liegt letztlich bei jedem selbst. Um es mit Elliot Alderson zu sagen:

„Löschen. Wenn du diese Entscheidung triffst, gibt es immer den Moment des Zögerns. Diese nervige ‚Bist du dir sicher?‘-Dialogbox. Dann triffst du deine Entscheidung. Ja oder Nein.“

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