Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität

Quelle: capital city and glow line as business global network connection . Block chain network concept , Distributed ledger technology via shutterstock

Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität

Wir begeben uns auf die Reise zur Persönlichkeit: Was bedeutet Identität? Wie kommt man von der analogen zur digitalen Identität? Auf dem Weg dorthin beleuchten wir historische Konzepte von Identität, bis wir beim Thema Digitale Identität und Blockchain ankommen – und uns fragen können: Wer und wie werden wir sein? Heute: Identität 2.0.: Die Dezentralisierung der Identität.
Identität 1.0: Geschichte der Identität
Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
Identität 3.0: Das Ich im digitalen Spiegel
Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen
Identität 5.0: Digitale Identität und Blockchain
Identität 6.0: Was wir von Mr. Robot lernen können

Identität 1.0: Geschichte der Identität

Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität

Identität 3.0: Das Ich im digitalen Spiegel

Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen


Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Identität 5.0: Digitale Identität und Blockchain

Identität 6.0: Was wir von Mr. Robot lernen können

Erinnern wir uns an Teil 1 dieser Reihe. Zur Zeit der Aufklärung sah man in gewissen Denkrichtungen Identität als den festen Kern von Individuen an. Eine unveränderbare Eigenschaft also, die Menschen ein eindeutiges Zentrum verleiht. Diese Sichtweise sollte sich jedoch bald ändern. Der „Kern“ des Menschen wurde als beweglich verstanden werden, als etwas, das im Wandel begriffen ist. Und damit in einem gewissen Sinne: dezentral.

Identität wird dezentral

Zunächst gab es in diesem Zusammenhang eine Trennung von einem Innen und einem Außen von Identität. Gerade im soziologischen (G.H. Mead, C.H. Gooley), aber auch im psychologischen (Sigmund Freud, Jacques Lacan) Kontext setzte sich im 19. und 20. Jahrhundert die Meinung durch, dass es grundsätzlich zwei verschiedene Arten gibt, wie Menschen ihre Identität „erhalten“. So gibt es, je nach Denkrichtung – eine „innere“ und eine „äußere“ Identität.

Die äußere Identität wird im soziologischen Kontext in der Beziehung zur Umwelt geformt. Durch den Kontakt zu Familie, Lehrern und kulturellen Insitutionen erlernen wir Werte, Normen und Konventionen, die unsere (äußere) Identität formen. Diese „äußere“ Identität steht hier also nicht mehr als unveränderbarer Kern, sondern wird im Zusammenspiel von Mensch und Umwelt geformt. Diese Formungen haben auch Einfluss auf die innere Identität, den Charakter, die Denkweisen und verinnerlichten Verhaltensmuster.

Die Geschichten, die wir erzählen

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde dann der Begriff des Narrativs wichtig – die Geschichte(n), die wir (uns) über uns erzählen. Stuart Hall etwa, einer der führenden Kulturtheoretiker Großbritanniens, ging davon aus, dass wir keinen festen Kern als Identität haben, sondern dass die Identität von den Kontexten abhängig ist, in denen wir uns befinden und in die wir uns begeben.

Wir spielen alle Theater

Nicht nur Shakespeare machte Theater. Eigentlich spielen wir alle Theater – jeden Tag.

In diesem Zusammenhang verwendete Erving Goffmann in Anlehnung an Theorien aus der Theatertheorie den Begriff der sozialen Rollen. Er ging davon aus, dass man in verschiedenen sozialen Situationen und Kontexten verschiedene Rollen einnimmt. Je nachdem, wie man wirken möchte und welchen Eindruck man bei Menschen in seinem Umfeld wecken will, verhält man sich anders. So gibt man sich auf der Arbeit sicher anders als im vertrauten Kreis der Familie, während man mit Freunden wahrscheinlich andere Gespräche führt als mit der Großmutter. Ob das bewusst oder unbewusst geschieht, spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle – man wirkt, lebt und spricht unterschiedlich –  je nach Kontext.

Man kann in diesem Zusammenhang also Identität nicht als etwas Feststehendes, Unveränderbares, gar als einen Kern betrachten. Vielmehr ist es ein im Wechsel begriffenes Spiel von Innen und Außen, von Selbst- und Fremdwahrnehmung, das sich aus vielen verschiedenen Augenblicken zusammensetzt.

Man erinnere sich hier auch nochmals das Zitat Mark Zuckerbergs aus dem ersten Teil. Seine Äußerung über den Mangel von Integrität bei mehreren Identitäten kann hiermit als äußerst zweifelhaft gelten. Doch wie man in den nächsten Teilen erfahren wird, liegt dahinter die Idee der Zentralisierung von Daten. Mehr dazu in der nächsten Woche.

BTC-ECHO

Disclaimer: Identität ist ein hochkomplexes Thema, das seit Jahrhunderten Thema der Forschung ist. Der Autor versucht dieses bestmöglich und verdaulich zu präsentieren, weswegen er um gewisse Verknappungen nicht umhinkommt. Der eingenommene Blickwinkel ist geprägt vom Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, angereichert mit philosophischen, soziologischen und psychologischen Wissensausschnitten. Dennoch kann weder Vollständigkeit garantiert, noch absolute Wahrheit reklamiert werden. Daher soll die vorliegende Artikelreihe als das begriffen werden, was sie ist: eine Möglichkeit, den Horizont zu erweitern. Und darüber hinaus: viel Spaß beim Lesen bereiten.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
@aantonop fährt „Bitcoin-Begründer“ in die Parade – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

Andreas Antonopoulos versteht keinen Spaß, wenn es um falsche Behauptungen geht. Der Bitcoin-Evangelist und vagabundierende Dozent hat auf Twitter zum Angriff auf einen deutschen DJ, der behauptet, Bitcoin miterfunden zu haben, geblasen. Unterdessen sorgte die Halbierung der XLM-Menge für gemischte Reaktionen in der Stellar Community.

Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
5 Twitter Threads für den perfekten Bitcoin Pitch
Bitcoin

Für viele Bitcoiner avanciert Twitter zum Medium Nr. 1. Denn anstatt von Hass und Hetze werden hier zum Teil hochkomplexe Ideen besprochen. Besonders geeignet sind dafür sogenannte Threads.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
BIZ ernennt Libra-Kritiker Benoît Cœuré zum Vorsitzenden ihrer neuen FinTech-Abteilung
Regulierung

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat den Weckruf von Libra erhört und bemüht sich nun, FinTech-Lösungen für die Verbesserung des globalen Finanzsystems zu untersuchen. Dazu hat die BIZ einen eigenen „Innovation Hub“ gegründet – und mit dem Zentralbanker Benoît Cœuré einen ausgemachten Libra-Skeptiker zum Chef der neuen Abteilung gemacht.

Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
Schweizer Krypto-Bank SEBA startet operatives Geschäft mit Bitcoin & Co.
Insights

Schweizer Kunden können nun offiziell digitale Anlagen bei der Bank SEBA verwahren. Die Bank hat kürzlich die Lizenz der Finma erhalten und öffnet ihre Pforten nach einer einmonatigen Testphase für Schweizer Kunden. Der Fokus des Bankgeschäfts richtet sich auf die Verwahrung und den Handel digitaler Anlagen und den Umtausch von Krypto- in Fiatwährungen.

Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
Bitcoin-Kurs und -Marktbetrachtung: Startet bald die neue Rallye?
Kursanalyse

Der Bitcoin-Kurs weist ein aufstrebendes Triangle Pattern im Stundenchart auf. Diesem leicht bearishen Sentiment steht die bullishe Divergenz des RSI im Vierstundenchart. Ethereum scheint schlie0lich im Wertepaar ETH/BTC einen Boden erreicht zu haben.

Dezentralisierung, Identität 2.0: Die Dezentralisierung der Identität
Gründer von Blockchain-Konsole Komodore64 verhaftet
Altcoins

Der Gründer von Komodore64 ist in Den Haag verhaftet worden. Sam Narain wird vorgeworfen, Gelder aus dem Konsoleprojekt veruntreut zu haben. Die Spieleplattform mit eigener Kryptowährung (K64) hatte angeblich knapp 78 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten. Laut niederländischen Medienberichten hat das Unternehmen nun Konkurs angemeldet. Von gespielten Investoren, falschen Mitgründern und Brotkästen.

Angesagt

Royal Bank of Canada erwägt eigene Bitcoin-Börse
Blockchain

Während viele Unternehmen an dezentralen Open-Source-Blockchain-Lösungen arbeiten, versucht die Royal Bank of Canada, ihre geplante Bitcoin-Handelsplattform über Patente zu schützen.

Bitcoin: Bakkt öffnet Warehouse für breiteres Publikum
Bitcoin

Der Krypto-Verwahrer Bakkt erhöht stetig seine Reichweite. Mit der aktuellen Erweiterung seiner Custody-Lösung setzt der Bitcoin-Futures-Anbieter weiterhin auf institutionelle Investoren.

Iran: Bittrex-Kunden erhalten eingefrorene Bitcoin zurück
Unternehmen

Die Bitcoin-Börse Bittrex wird iranischen Kunden eingefrorene Gelder zurückzahlen. Das geht aus Berichten in den sozialen Medien hervor.

Tunesiens Zentralbank gibt digitale Währung „E-Dinar“ heraus
Altcoins

Tunesiens Zentralbank hat die Einführung einer digitalen Währung bekannt gegeben. Die Blockchain-Plattform, auf der der E-Dinar gehandelt wird, wird vom russischen Unternehmen Universa bereitgestellt. Als erste digitale Währung wird der E-Dinar von einer Zentralbank herausgegeben. Andere Zentralbanken stehen jedoch bereits in den Startlöchern und könnten bald nachziehen.