Gesund durch den Bärenmarkt: Dominanz der großen Bitcoin Mining Pools nimmt ab

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Im Zuge des Bärenmarktes mehren sich die Berichte über notgedrungene Abschaltungen von Minern. Dass dies aber keinesfalls besorgt stimmen sollte, verrät ein Blick auf die Verteilung der Hash Rate: Die Dominanz der großen Mining Pools wie BTC.com und Antpool sinkt.

Die Miner haben es derzeit nicht leicht. Berichte über wirtschaftliche Schwierigkeiten, insbesondere der größeren Mining Pools, häufen sich. Im Zuge des andauernden Bärenmarktes sehen sich die Pools mit sinkenden Umsätzen konfrontiert; Coinbase Rewards müssen häufig unmittelbar liquidiert werden, da die Pools die Stromkosten für den Betrieb der Farmen sonst kaum noch decken können. Kurz: Das Bitcoin Mining wird zunehmend unprofitabel.


So mancher beschwört aufgrund dessen schon die Death Spiral – die Todesspirale. Man begründet die These des bevorstehenden Dahinsiechen der Kryptowährung Nr. 1 mit einer sich selbst potenzierenden Negativspirale, bei der das Difficulty Adjustment zeitlich derart verzögert auf eine rapide sinkende Hash Rate reagiert (die Difficulty passt sich alle 2016 Blöcke an, also etwa alle zwei Wochen), dass die Miner beschließen, ihr Geschäft gänzlich einzustellen.

Die Hash Rate ist ein dynamisches Konstrukt – und das ist gut so

Tatsächlich ist zu beobachten, dass die akkumulierte Hash Rate im Bitcoin-Netzwerk nach dem Allzeithoch im September 2018 (61,9 Terahashes pro Sekunde) sinkt. Derzeit steht die Rate bei 43,6 Terahashes pro Sekunde.

Entwicklung der Hash Rate im Bitcoin-Netzwerk seit Januar 2018.

Gleichzeitig ist in der Grafik aber auch anschaulich zu erkennen, dass die Hash Rate im Netzwerk bei etwa 31 TH/S Anfang Januar 2019 „gebounct“ ist. Seither zeigt der Trend wieder nach oben.

Können wir also kollektiv durchatmen? War die Bitcoin-Todesspirale nur ein weiterer Fall von FUD?

Miner angeschlagen, aber nicht am Boden

Die kurze Antwort lautet: ja. Wieso das dynamische Wechselspiel aus An- und Abschalten der ASICs –immer an der Grenze zur Profitabilität – sogar gesund für BTC ist, erklärt uns Diar in seiner neuesten Ausgabe.

Laut Bericht sprechen die absoluten Zahlen eine düstere Sprache. Denn obgleich die gesamte Industrie in 2018 einen Gesamtumsatz von 5,8 Milliarden US-Dollar erzielen konnte, stehen Umsätzen von 1,2 Milliarden US-Dollar im Januar 2018 bloß 210 Millionen US-Dollar im Dezember gegenüber. Das entspricht einem Einbruch von 83 Prozent im Laufe des vergangenen Jahres. Dies bestätigt den allgemeinen Markttrend der Mining-Industrie: zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Also doch die Todesspirale, fragt man sich. Nein. Denn wie Diar hervorhebt, öffnet das Zurückfahren der Geräte der großen Pools kleineren Marktteilnehmern Tür und Tor. Anstatt einer Konzentration der Hash Power auf die großen Pools führt der Bärenmarkt also vielmehr zu einer fortschreitenden Diversifikation der Bitcoin Hash Power.

In Zahlen ausgedrückt: Wie Diar schreibt, sei zu Beginn des Jahres 2018 noch 53 Prozent der Hash Rate auf die von Bitmain und ViaBTC geführten Mining Pools gefallen. Seit Anfang dieses Jahres können die beiden Pools nur noch 39 Prozent der Hash Power auf sich vereinen – ein klares Zeichen für mehr Dezentralität des Netzwerks.

Verteilung der Bitcoin Hash Rate auf die verschiedenen Mining Pools in Prozent.

Am Beispiel von BTC.com ist diese Entwicklung besonders sichtbar. Während der Mining Pool zu Höchstzeiten im April 2018 noch über 27 Prozent der Hash Rate auf sich vereinen konnte, sind es zur Zeit nur noch etwa 17 Prozent. Dafür konnten unbekannte Miner ihren Anteil innerhalb eines Jahres von 2,7 Prozent auf aktuell 7,7 Prozent fast verdoppeln. Insgesamt zeigt sich eine abnehmende Zentralisierung des Bitcoin Minings.

Die Kryptowährung Nr. 1 scheint – von den Kurskapriolen einmal abgesehen – gesünder denn je.

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