G7 Taskforce gegründet: Frankreich hat Krypto-Sorgen

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Quelle: Shutterstock

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Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet aus Paris von Plänen der französischen Regierung zur Erforschung von Kryptowährungen. Wie aus einer Meldung vom 21. Juni hervorgeht, spielt insbesondere die Regulierbarkeit nichtstaatlicher Währungssysteme hierbei eine wichtige Rolle. Frankreich hat aktuell die rotierende Präsidentschaft der G7-Staaten inne. Die Forderung ist eine Reaktion auf jüngste Pläne des Internetgiganten Facebook, mit der eigenen Kryptowährung Libra Finanzdienstleistungen anzubieten.

Der Gouverneur der französischen Zentralbank, Francois Villeroy de Galhau, verriet bereits einige Details zur geplanten Forschungseinheit. So wird diese beispielsweise von Benoit Coeure geführt. Dieser ist Vorstandsmitglied der europäischen Zentralbank. Außerdem stellte er klar, dass Facebook zwar ein Recht auf die Erfindung eines Finanztransaktionsinstruments hat. Dieses dürfe allerdings nicht zu einer souveränen Währung anwachsen.

Weiterhin erklärte Villeroy: „Wir wollen eine offene Haltung gegenüber Innovationen kombinieren mit entschlossener Regulierung. Dies ist im Interesse aller.“

Eine Taskforce als Waffe gegen drohende finanzielle Entmachtung?

Seit Facebook diese Woche seine eigene Kryptowährung namens Libra vorstellte, äußerten bereits mehrere Regierungsvertreter Sicherheitsbedenken.

So kündigte der Bankenausschuss des US-Senats zum Beispiel eine Anhörung zu dem Thema an. Krypto-Experten und Facebook-Kenner beantworten dabei die Fragen der Politiker zu den Krypto-Plänen des Social-Media-Giganten.

Auch der Gouverneur der britischen Zentralbank Bank of England will Libra nur zulassen, wenn es gewisse Sicherheitsstandards einhält. Auch müssten die großen globalen Zentralbanken Einsicht in das Währungssystem erhalten.

So große Töne Politiker und Zentralbankchefs dieser Tage auch spucken mögen. Es bleibt unklar, wie sie Facebook dazu zwingen wollen, seine Pläne den Kontrollbestrebungen zu unterwerfen. Als multinational operierender Digitalkonzern entzieht sich Mark Zuckerbergs Social-Media-Imperium nämlich problemlos staatlichen Zugriffsversuchen. Die Datenschutzskandale, insbesondere nach den US-Präsidentschaftswahlen 2016, sind ein Beispiel hierfür.

Der französische Zentralbankchef Villeroy jedenfalls ruft auch abseits seiner Taskforce-Pläne zu Einigkeit bei der Lösung des Problems auf. Er bittet ein Netzwerk aus Anti-Geldwäsche-Einheiten, das von der europäischen Bankenaufsichtsbehörde geleitet wird, um Mithilfe.

Angesichts der offensichtlichen Angst vor Machtverlust bei den institutionellen Finanzautoritäten wirkt Villeroys Aufruf fast schon verzweifelt. Ob eine Anti-Geldwäsche-Einheit oder eine Taskforce: Führende Politiker suchen hektisch nach Möglichkeiten, Facebook an der völligen Finanzunabhängigkeit zu hindern.

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