Inflation um jeden Preis Fed-Notenbankchef Powell lässt Leinen los – Gold und Bitcoin steigen

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

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Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Notenbankpresse druckt US-Dollar und erzeugt Inflation

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Der Fed-Chef Jerome Powell hat am Donnerstag den 27. August, das neue Inflationsziel der amerikanischen Notenbank bekanntgegeben. Was dies für unser Geldwertstabilität bedeutet – und warum Bitcoin und Gold davon profitieren.

Auf dem virtuellen Notbenbanktreffen hat der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell ein neues Inflationsziel angekündigt. Bislang galt 2 Prozent als Grenzwert. Nun wird dieser Grenzwert aufgehoben, falls es die wirtschaftliche Situation respektive der Arbeitsmarkt erfordert. Kurzum: Die Notenbank kann damit nun ganz offiziell machen, was längst bekannt ist: die Geldwertstabilität vollends ignorieren.

Arbeitsplätze wichtiger als Geldwertstabilität


Das Primärziel der Fed ist damit die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. So hat man die entsprechende Passage am Donnerstag angepasst. Anstatt wie bislang die „Abweichungen vom maximalen Beschäftigungslevel“ im Auge zu behalten, gilt es ab sofort nur noch eine „Unterschreitung“ zu vermeiden. Durch diese kleine Abweichung ändert sich die Notwendigkeit zwischen Geldwertstabiltät und Arbeitslosigkeit abzuwägen. Dadurch kann die Arbeitslosenquote nur noch zu hoch, aber nicht mehr zu niedrig sein, in Abwägung zur Inflation.

Fed drückt auf die Tube

Dennoch betonte Powell, dass er die Inflation nicht unkontrolliert noch oben schießen lassen wolle: „Wenn es zu einem exzessiven Inflationsdruck kommen sollte oder wenn die Inflationserwartungen in einer Weise ausscheren sollten, die unserem Ziel widerspricht, dann werden wir natürlich ohne zu zögern handeln.“

Das Problem an dieser Aussage ist, dass sich im Nachgang nur schwer etwas kontrollieren oder gar zurückdrehen lässt. Zur Veranschaulichung bedient man sich gerne einer Zahnpastatube. Wenn die Zahnpasta einmal aus der Tube ist, dann bekommt man sie nicht wieder zurück in die Tube. Das Beispiel mag zwar stark vereinfacht sein, erklärt aber ganz gut, dass die Billionen US-Dollar, die die Notenbank in den Markt pumpt, nur schwer zu kontrollieren sind, wenn sie im Markt angekommen sind.

Vergleich mit Finanzkrise 2008 hinkt

Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 sind nicht nur die Rettungsgelder höher, sondern auch der realwirtschaftliche Bezug. Aus diesem Grund ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass es nicht nur zu einer Asset-Inflation, sondern auch zu realwirtschaftlichen Inflation kommt. Auch haben die Forderungen in den Notenbankbilanzen nicht mehr die gleiche Qualität wie noch 2008. Das bedeutet, dass dem neu gedruckten Geld weniger werthaltige Assets gegenüberstehen. Dieser Umstand ist ebenfalls ein Faktor, der die Wahrscheinlichkeit einer Inflation erhöht.

Sollte die Inflation ausbleiben und sich das aktuell deflationäre Umfeld weiter fortsetzen – wie es in Japan schon seit über zwei Jahrzehnten der Fall ist – dann wird die Schuldenlast zu einem noch größeren Problem. Zwar haben die USA den Vorteil im Gegensatz zu Ländern der Eurozone eine eigene Währung zu besitzen, die zudem die globale Leitwährung ist; doch ist dies kein Garant dafür, dass es keine Grenzen für Überschuldung gibt. Da die USA aufgrund ihrer Demographie und Arbeitslosigkeit nicht in der Lage sind, durch Wachstum die Schulden in den Griff zu bekommen, bleibt als einziger Ausweg die Inflation.

EZB nun unter Zugzwang

Da sich die Notenbanken in einem Abwertungswettbewerb befinden, wird die EZB die Aktion der Fed nicht ignorieren können. Schließlich geht es um den Schutz der exportabhängigen Unternehmen, die unter einer Währungsaufwertung leiden. Mit dem klaren Signal von Powell wird also auch seine Kollegin Christine Lagarde noch mehr dazu angehalten sein, expansive Notenbankmaßnahmen zu fördern. Auch die Inflationswahrscheinlichkeit für den Euro erhöht sich damit.

Durch das kollektive Abwerten aller großen Notenbanken fällt die Abwertung von außen nicht direkt auf. Entsprechend zeigen sich die Devisenmärkte relativ unbeeindruckt.

Keine Spekulation, sondern Absicherung: Gold und Bitcoin

Weniger unbeeindruckt verhalten sich Edelmetalle und Kryptowährungen, vor allem Gold und Bitcoin. Beide Wertspeicher liegen klar im Plus. Inzwischen sind es nicht mehr nur Privatanleger, die ihr Vermögen in Sicherheit bringen wollen, sondern auch Unternehmen. So haben die Unternehmen MicroStrategy und Snappa für Aufsehen gesorgt als sie bekanntgegeben haben einen Großteil ihrer Reserven in Bitcoin zu parken.

Im Finanzsektor beziehungsweise bei Anlageentscheidungen geht es vor allem um Wahrscheinlichkeiten. Niemand kann sicher sagen, wann eine Inflation kommt. Sehr wohl kann man aber sagen, dass das Inflationsrisiko massiv zugenommen hat in den letzten Monaten. Vor diesem Hintergrund wird ein Investment in den Anti-Euro oder Anti-US-Dollar, ergo in Bitcoin, immer attraktiver.

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