Envion-Gläubiger können Ansprüche weiterhin geltend machen

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: Shutterstock

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Der Konkurs einer der größten deutschen Bitcoin-Skandale geht in die nächste Runde. Die envion AG, die bei einem Initial Coin Offering (ICO) 100 Millionen US-Dollar eingesammelt, hat viele verprellte Anleger zurückgelassen. Diese können nun weiterhin ihre Ansprüche geltend machen.

In der Causa envion, eine der größten Skandale im deutschsprachigen Bitcoin-Bereich, wurde die Frist für die Forderungsanmeldungen für Gläubiger verlängert. Aufgrund entsprechender Anfragen habe man der am 28. November abgelaufenen Frist einen Aufschub gegeben. So heißt es auf der Homepage:

Aufgrund entsprechender Anfragen hält die Hilfsperson fest, dass Forderungen auch nach Ablauf der gesetzlichen Anmeldefrist am 28. November 2019 angemeldet werden können (vgl. dazu Art. 251 SchKG). Das Portal für die Anmeldung von Forderungen aus Tokens bzw. deren Erwerb steht zu diesem Zweck weiter zur Verfügung. Der Zugang zum Portal erfolgt nach wie vor ausschliesslich über die vorliegende Website www.envion-konkurs.ch (Link zum Portal). Wir machen Sie indessen darauf aufmerksam, dass das Portal in der Zeit vom 24. Dezember 2019, 12.00 Uhr, bis zum 6. Januar 2020, 09:00 Uhr, geschlossen sein wird. Nach diesem Unterbruch wird das Portal wieder zur Verfügung stehen und die Gläubiger werden ihre Forderungen weiter anmelden können.

Damit haben Anleger, die in der Hoffnung auf „Mobile Mining Units“ für Bitcoin und Ether Kapital in envion gesteckt hatten, weiterhin die Möglichkeit, Gelder zurückzuerhalten.

Liquidation Upgrade Program (LUP)

Parallel dazu haben ehemalige envion-Anleger die Möglichkeit, ihre Ansprüche über das Liquidation Upgrade Program (LUP) geltend zu machen. Wie die Naima Strategic Legal Services Gmbh am 30. September mitgeteilt hatte, hatten die Gründer des Krypto-Start-ups den „Erlös aus ihrem Engagement für die envion AG an das Liquidation Upgrade Program (LUP)“ gespendet. Wer sich hier anmeldet, soll dann einen Anteil an diesen Erlösen bekommen.


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Die Gründer hatten sich zu diesem Schritt offenbar nach einem Urteil des Berliner Kammergerichts entschieden. Das Gericht hatte laut selbiger Mitteilung eine einstweilige Verfügung gegen den ehemaligen CEO der envion AG, Matthias Woestmann bestätigt. Er hatte gemeinsam mit dem Berliner Rechtsanwalt Thomas van Aubel den Gründern der envion AG die Mehrheit am Unternehmen streitig gemacht.

Dieser wollte das Unternehmen letzten Endes verkaufen, die Gründer konnten das jedoch durch einen Gerichtsbeschluss verhindern. Gelder, die der Trado GmbH (hinter der die Gründer stehen) aus der Liquidation zufließen, sollen gemeinsam mit etwaigen Geldern aus Schadensersatzklagen gespendet werden. In der Pressemitteilung wird zudem die Unabhängigkeit zwischen der envion AG und LUP betont.

Vorgehen für envion-Anleger

Wer nun am Liquidation Upgrade Program teilnehmen möchte, sollte sich zunächst auf der offiziellen Konkurrseite anmelden und seine Ansprüche geltend machen. Sobald Ansprüche bestehen, können sie sich zusätzlich bei LUP anmelden. Dort bekommen Anleger zusätzlich zu etwaigen Konkursgeldern die Chance auf Schadensersatz aus laufenden Klagen.

Hierzu Michael Luckow, Gründer der Envion, gegenüber BTC-ECHO:

Die Gründer sind davon überzeugt, dass ein unabhängiges Unternehmen ohne jede Verbindung zu envion am Besten dazu geeignet ist, das Vertrauen der envion-Community zurückzugewinnen. Das Liquidation-Upgrade-Programm ist unsere Reaktion auf die Frustrationen der geschädigten Mitglieder unserer Community. Wir haben zuvor schon immer wieder erklärt, dass wir Gründer nicht von der unglücklichen Situation der Anleger, die von Woestmann und seinen Komplizen verursacht wurden, profitieren wollen. Mit der Gründung von LUP untermauern wir unsere zuvor erklärte Absicht.

Mit LUP haben die Betroffenen die Möglichkeit, zusätzliche Gelder zurück zu erhalten, Unterstützung während der Liquidation zu bekommen und sie stellen sicher, dass ihre Stimme nicht verloren geht, sondern hilft, dass die Stimme der envion Community an Bedeutung gewinnt gegenüber jenen, die widerstrebende Interessen haben und an das Geld der Anleger wollen. Wir gehen aktuell davon aus, dass zum größten Teil der bei der Liquidation eingereichten Forderungen auch eine Anmeldung bei LUP existiert. Die Gemeinschaft steht hier also sehr stark zusammen, so dass wir zuversichtlich sind, dass das Ziel einer höchstmöglichen Auszahlung erreicht werden kann.

Konkursverwaltung distanziert sich

Hier sei darauf hinzuweisen, dass es sich beim Liquidation Upgrade Program nicht um ein offizielles Programm handelt. Etwaige Involvierungen erfolgen hier auf eigene Gefahr. Dementsprechend distanziert sich das Konkursamt offiziell vom Liquidation Upgrade Program:

Das sogenannte „Liquidation Upgrade Program (LUP)“ stellt weder Bestandteil des offiziellen Konkursverfahrens dar, noch steht es in irgendeinem Zusammenhang mit der Konkursverwaltung. Eine allfällige Teilnahme an diesem Programm erfolgt in alleiniger Verantwortung des jeweiligen Teilnehmers und sie ist insbesondere nicht erforderlich für die Anmeldung von Forderungen im Rahmen des Schuldenrufs im Konkursverfahren.

Envion AG: Gründung in der Bitcoin-Hype-Phase

Die envion AG war im Zuge der ICO- und Bitcoin-Hype-Phase Ende 2017/Anfang 2018 angetreten. Im ICO konnten Investoren die EVN Token erwerben. Das Unternehmen versprach „Mobile Mining Units“, mit denen es möglich sein sollte, mit Ökostrom die Kryptowährungen Ether und Bitcoin zu „schürfen“. Durch die Verwässerung seitens Woestmann war es jedoch nie dazu gekommen, dass das Projekt über die Intitialphase hinausging.

Update: Wie BTC-ECHO auf Anfrage erfuhr, werden Gläubiger anlässlich der ersten Gläubigerversammlung über den Verfahrensgang informiert werden, sobald es Neuigkeiten gibt.

Disclaimer: Die dargestellten Informationen sind keine Handlungsempfehlung und ersetzen keine Rechtsberatung.

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