Drastischer Umsatzrückgang bei Herstellern von Mining-Hardware

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Laut einer Reportage des Nachrichtenportals Digitimes ist der Verkauf von Mining-Hardware stark rückläufig. Diverse Hersteller von GPU-Bestandteilen überlegen deswegen, sich erneut dem Gaming-Markt zuzuwenden. Anders sei der Umsatzrückgang nicht aufzuhalten, heißt es.

Digitimes berichtet von neu aufgetauchten Insider-Informationen. Demnach soll es zu einem starken Umsatzrückgang zwischen April 2017 und März dieses Jahres gekommen sein. Neben den chinesischen Herstellern von Mining-Hardware wie Bitmain sind von der Krise beispielsweise auch die Produzenten Asustek, Gigabyte Technology, Micro-Star International (MSI) und TUL betroffen, die allesamt in Taiwan beheimatet sind.

Mining-Hardware wegen Verboten und zunehmender Regulierung unter Druck


Als Begründung für das Umsatzminus wird das Verbot des Handels mit Kryptowährungen in China und die zunehmende Regulierung von Online-Handelsplätzen im Fernen Osten genannt. In Südkorea und Japan mussten diverse Shops schließen, weil sie aus Kostengründen den staatlichen Vorgaben zur Sicherung der Online-Guthaben ihrer Kunden nicht nachkommen konnten. Auch soll es zwischenzeitlich mangels Rentabilität bereits zur Schließung diverser kleiner Mining-Farmen gekommen sein. Zwar können sich mittlere bis große Mining-Anbieter halten. Doch diese waren in letzter Zeit im geringeren Umfang bereit, Geld in neue Hardware zu investieren.

Angeblich sollen sogar führende Mitarbeiter der Chipanbieter Nvidia und Intel gemutmaßt haben, dass die Verkäufe im Mining-Sektor im zweiten Halbjahr 2018 nachlassen würden. Die taiwanesischen Hersteller von Grafikprozessoren (GPUs) berichten, dass aufgrund der mangelnden Verkäufe von fertigen Bauteilen ihre Lagerbestände drastisch angestiegen seien. Dies führte zu einem Preisverfall der gerade erst hergestellten Hardware. Diverse GPU-Lieferanten könnten gezwungen sein, sich statt dem Krypto- wieder dem Gaming-Markt zuzuwenden, um die Umsatzverluste auszugleichen. Gamer sind ohne Rücksicht auf den eigenen Geldbeutel bereit, hohe Summen in leistungsfähige Grafikkarten zu investieren. Und genau an dieser Bereitschaft mangelte es in den letzten zwölf Monaten im Krypto-Sektor.

Bitmain, Canaan & Co.: Künstliche Intelligenz statt Krypto-Mining?

Diese Möglichkeit haben die Anbieter von fertigen Mining-Lösungen natürlich nicht. Der Bitmain-Mitgründer Jihan Wu sagte gegenüber dem Magazin Fortune, dass man in den nächsten Jahren stark in den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) investieren will. Künftig will Bitmain mehrere eigene KI-Produkte auf den Markt bringen. Damit würde sich der führende chinesische Hersteller nicht nur ein weiteres Standbein schaffen. Man würde sich auch vermehrt von den wechselnden Trends der Kryptowährungen unabhängig machen.

Canaan Inc., der zweitgrößte ASIC-Hersteller der Welt, sucht ebenfalls sein Wohl bei KI-Produkten. Der Prospekt für den geplanten Börsengang von Canaan ist gespickt von Hinweisen, dass das Unternehmen künftig ebenfalls eigene KI-Anwendungen produzieren und vermarkten will.

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