Draghi-Nachfolge: Christine Lagarde soll EZB-Präsidentin werden

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Christine Lagarde wird EZB Chefin
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Als erste Frau soll Christine Lagarde die Zügel der Europäischen Zentralbank in die Hand nehmen. Dies haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer am 2. Juli entschieden. Kryptowährungen und Blockchain-Technologien sieht die derzeit noch amtierende IWF-Chefin mit sowohl Vor- als auch Weitsicht. In der Vergangenheit würdigte sie deren Potentiale, betonte jedoch stets deren Hürden sowie die Notwendigkeit eines stabilen Rechtsrahmens.

Das Personalpoker in Brüssel hat ein Ende. In einem beinahe 20 Stunden andauernden Marathon berieten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, wer in Brüssel, Straßburg und Frankfurt künftig das Sagen haben soll. Fest stehen nun nicht nur die designierte Kommissionspräsidentin von der Leyen, Ratspräsident Michel sowie der Außenbeauftragte Borrell. Zudem ist nun der Nebel mit Blick auf die Nachfolge Mario Draghis als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) geschwunden.


Geht es nach dem europäischen Rat soll künftig niemand Geringeres als die derzeitige IWF-Chefin Christine Lagarde die Geschicke der Eurozone führen. Damit finden mit Blick auf Kryptowährungen sowohl Realismus und Weitsicht als auch vorsichtig abwägende Augen Einzug in den EZB-Tower am Frankfurter Mainufer.

Christine Lagarde fordert stabilen Rechtsrahmen für Kryptowährungen

Während Christine Lagardes Vorgänger Mario Draghi sowohl seine Verantwortung gegenüber als auch die Relevanz von Kryptowährungen stets von sich wies, spricht viel dafür, dass Lagarde den Einfluss von Blockchain, Bitcoin & Co. auf den Euro künftig anders deuten könnte.

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Denn in der Vergangenheit würdigte sie die Potentiale virtueller Währungen bereits mehrfach. Vergangenen November brachte sie sogar die Herausgabe staatlicher Kryptowährungen als günstige und schnelle Geldalternative ins Spiel. Ungetrübt ist dieser Optimismus jedoch nicht. Stets beharrte die Französin in ihren Betrachtungen dabei auch auf Stolpersteine und Hürden, wie etwa im Bereich Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung. Ihrer Ansicht nach gelte es, auf diese staatliche Antworten zu finden.

Diesen abwägenden Tenor bestätigte Lagarde zuletzt im Rahmen des Frühlingsgipfels des IWF im April. In einem Interview mahnte sie Gesetzgeber, den offensichtlichen Einfluss digitaler Innovation wie Distributed-Ledger-Technologien und Kryptowährungen auf das Banken- und Finanzsystem zu bedenken.

Alles was mit DLT zu tun hat, ob man es nun digitale Währungen, Kryptowährungen oder Assets nennt, verändert das Geschäftsmodell von kommerziellen Banken. Aber wir müssen uns um zwei Sachen Gedanken machen: Um Vertrauen und die Stabilität des Systems […] Wir wollen keine Innovation, die das System so sehr durchrüttelt, dass es seine Stabilität verliert.

Sie warnte, es gehe nun vor allem darum, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der diese Stabilität aufrechterhalte.

Diese Forderung global geltender gemeinsamer Regeln und Vorschriften gegenüber Kryptowährungen teilt sich die Nominierte mit Staats- und Regierungschefs weltweit. Denkbar ist damit, dass sie diese Haltung auch in die EZB tragen wird. Ob sie jedoch die Richtige für das Präsidentenamt ist, hierüber sind sich Beobachter nicht gänzlich einig.

Ihr eilt ein exzellenter Ruf voraus – doch ist sie die Richtige für Frankfurt?

Einerseits gilt Lagarde als Grande Dame der internationalen Finanzwelt. Die 63-Jährige hat einen Ruf als gut vernetzte, geschickte Verhandlerin und wird von Lenkern aus Politik und Wirtschaft gleichermaßen geschätzt.

Unter Nicolas Sarkozy war die Anwältin zunächst viele Jahre französische Finanz- und Wirtschaftsministerin. 2013 löste sie ihren Landsmann Dominique Strauss-Kahn als Direktorin des IWF ab. Seitdem bekleidete sie als erste Frau den Spitzenposten der Washingtoner Institution.

Von hier aus hatte sie sich zuletzt in der Eurokrise einen weltweiten Namen gemacht und musste dabei zwischen vielerlei Interessen vermitteln. Zudem wird ihr angerechnet, das Aufgabenprofil der Institution – die Sicherung von Finanzstabilität sowie die Förderung von Wirtschaftswachstum und Handel – gegenüber neuen Themen wie dem Klimawandel oder dem Kampf gegen Armut aufgeweicht zu haben.

Kritische Stimmen beklagen: Der Französin fehlt Zentralbankerfahrung

Doch trotz ihres exzellenten Rufes, der in weltweiten Finanzkreisen seines Gleichen sucht, ist Lagardes Nominierung als EZB-Präsidentin nicht unumstritten. Kritische Stimmen werfen dem europäischen Rat vor, die EZB in Person der Französin weiter zu politisieren. So hätte Lagarde keinerlei Zentralbankerfahrung und würde das neutrale Geldhaus mit ihrer politischen Meinung aufladen. Anders als ihre Vorgänger ist Lagarde zudem keine gelernte Ökonomin und stand nie einer nationalen Zentralbank vor.

Andere legen dies wiederum als Vorteil aus. So wäre Lagarde als diplomatische Krisenmanagerin besonders geeignet, den Spagat unterschiedlicher Vorstellungen über die Zukunft der Eurozone zwischen Spar- und Sozialpolitik zu schaffen.

Nun liegt der Ball der Entscheidung im Feld des Europäischen Parlaments. Dieses muss nun über das Personalpaket, das ihnen die Regierungschefs vorlegen, abstimmen. Dass die Abgeordneten Christine Lagarde als EZB-Präsidentin ihren Segen geben, gilt jedoch auch auf Grund ihres Rufes als sicher. Ab November soll sie dann die Zügel der Geldpolitik Europas für acht Jahre in der Hand halten. Ob und was sich dann für Kryptowährungen in der Eurozone ändert, kann derzeit jedoch nur spekuliert werden.

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