#AskDraghi: EZB-Chef bekräftigt Regulierungsabsage

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#AskDraghi: EZB-Chef bekräftigt Regulierungsabsage

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bekräftigt in dieser Woche seine Regulierungsabsage gegenüber Kryptowährungen. In einem Video, mit dem Draghi Twitter-Nutzern auf deren Fragen antwortet, unterstreicht er die Haltung, Krypto-Regulierung fielen nicht in die Zuständigkeit der EZB. Damit widerspricht der EZB-Chef Spekulationen um kommende gesamteuropäische Regulierungsinitiativen.

Während manch einer spekulieren mag, kommende Krypto-Regulierung in europäischen Breitengraden sei nur eine Frage der ablaufenden Sanduhr, widerspricht EZB-Präsident Mario Draghials Stimme der Europäischen Zentralbank in dieser Woche entschieden.

Im Zuge des PR-Initiative #AskDraghi beharrt der 70-Jährige auf Nachfrage von Twitter-Nutzern auf dem Standpunkt seiner Institution:

“Die Regulierung von Kryptowährungen liegt nicht im Verantwortungsbereich der EZB.”

Draghi empfiehlt im Video, „sorgfältig“ nachzudenken, bevor man in Bitcoin & Co. investiere. Dabei verweist der italienische Zentralbanker auf den „wilden Ausschlag“ etwa des Bitcoin-Kurses. Der Euro im Gegenzug sei stabil. Weiterhin unterstreicht er, keine Zentralbank garantiere für dessen Wert.

„Der Euro wird von der Europäischen Zentralbank gehalten. Der US-Dollar wird von der US-Notenbank gehalten. Währungen werden von Zentralbanken oder deren Regierungen gesichert. Niemand sichert den Bitcoin“,

so Draghi.

Zuletzt wandten sich diese Woche die drei europäischen Finanzaufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA in einer schriftlichen Mitteilung an die Bürger der Europäischen Union. Im Schreiben warnen die Behörden die Bürger vor den möglichen Risiken des Krypto-Handels. Die Warnung hatte in dieser Woche erneute Spekulationen über einen europäischen Regulierungsansatz laut werden lassen.

EZB-Haltung: Nicht zuständig

Mit seiner Regulierungsabsage bekräftigt Draghi nun die entschiedene Haltung der EZB. Bereits im vergangenen Jahr hatte Draghi mehrmals betont, seine Institution treffe keine Zuständigkeit, was die Regulierung der wachsenden Kryptowährungen betrifft. Im September etwa hatte er Entwarnung gegeben, von den digitalen Bezahlalternativen ginge kein „monetäres Risiko“ aus. Damit sei ihr Einfluss zu gering, um ins Handlungsfeld der EZB zu fallen. Diese ist in erster Linie für die Geldwertstabilität in der Euro-Zone verantwortlich.

In diesem Zuge betonte Draghi zudem im September, seiner Institution fehle es an einer Grundlage für die konkrete Handhabung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Es läge „eigentlich nicht in unserer Macht“, diese zu regulieren oder gar gänzlich zu verbieten, so Draghi.

Mit voranschreitender Bedeutung und wachsender Etablierung des Bitcoin auf den internationalen Finanzmärkten wird auch der Ruf nach der Regulierung von Kryptowährungen immer lauter. Während zahlreiche Staaten bereits bestehende Kontroll-Initiativen auf den Weg gebracht haben, hatte zuletzt etwa die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, auf internationale Krypto-Regulierung und umfassende Aufsicht gedrängt.

Aller Absagen zum Trotze verfolgt man in Frankfurt die Entwicklungen im Bitcoin-Dunstkreis dennoch mit wachsamen Augen. So kann sich Draghi etwa vorstellen, dass europäische Banken künftig Bitcoin-Futures halten könnten. Die Sanduhr läuft also weiter.

BTC-ECHO

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