Dr. Julian Hosp im Interview: „Die letzten zwei Wochen waren wirklich hart“

Quelle: Dr. Julian Hosp / I-Unlimited

Dr. Julian Hosp im Interview: „Die letzten zwei Wochen waren wirklich hart“

Dr. Julian Hosp im Interview mit BTC-ECHO. Über Ethereum, die Zukunft der Blockchain, die Zukunft von Julian, über Hater, TenX, Security Token Offerings (STOs) und den Bitcoin-Kurs.

In den letzten Wochen und Monaten wurde viel über Julian Hosp gesprochen und geschrieben – gerade der Rücktritt als Präsident von TenX ließ die Gerüchteküche brodeln. BTC-ECHO traf Julian zum Interview.

BTC-ECHO:

Julian, du bist eine Person des öffentlichen Lebens. Gerade in Bezug auf die aktuellen Geschehnisse rund um TenX wurdest du sicherlich viel mit Hatern konfrontiert – wie gehst du damit um?

Dr. Julian Hosp:

Manchmal besser, manchmal schlechter. Manchmal geht es mir unter die Haut, manchmal ist es mir aber auch wirklich egal. Ich glaube, ich schaffe es, das dann nicht an mich heranzulassen, wenn ich nicht hinschaue und mich auf meine Arbeit fokussiere. Mir hilft aber auch der Zuspruch der Leute. Das hat gerade in den letzten Wochen geholfen. Ich habe zum Teil über 100 E-Mails von Leuten bekommen, die mir schreiben „Hey, danke für deine Arbeit. Bitte hör nicht auf, mach weiter“. Und dann bekomme ich aber auch teilweise krasse Stories. Wenn ich die persönlichsten Geschichten von Menschen höre, dann denke ich mir: „Hey Julian, genau deswegen machst du das.“

„Für mich ist es ein Langzeitprojekt“

BTC-ECHO:

Du hast vor einigen Tagen ein Video veröffentlicht, in dem es darum ging, dass du dich verstärkt darum kümmern möchtest, die Leute #cryptofit zu machen. Lohnt sich das beim derzeitigen Bitcoin-Kurs überhaupt noch?

Hosp:

Das Projekt, die Leute #cryptofit zu machen, war nie dazu gedacht, profitabel zu sein und Geld zu verdienen. Für mich ist es ein Langzeitprojekt. Ich glaube an Dezentralisierung und die Blockchain; da darf ich nicht darauf schauen, ob ich den Return jetzt schaffe. Ich glaube, ich muss in etwa zehn Jahren reflektieren, ob sich das Projekt gelohnt hat.

Aber ich bin zuversichtlich, dass sich #cryptofit im Rückblick gelohnt haben wird.

Dezentralisierung ist wie Anarchie in einem Staat

BTC-ECHO: Lass uns über Dezentralisierung reden: Irgendwie wird das oft und – meiner Meinung nach auch unreflektiert – als das Ideal hochgehoben. Teilweise mag das Sinn ergeben, zum Beispiel beim Geldwesen. Muss man aber wirklich alles dezentralisieren?

Hosp:

Ich glaube, dass die Dezentralisierung wie eine Anarchie in einem Staat wäre. Der Staat ist jedoch nicht funktionsfähig in einer Anarchie. Die absolute Zentralisierung ist aber genau das Gegenteil und würde sich wie in 1984 [gemeint ist der dystopische Roman von George Orwell] anfühlen. Der Trick ist, nicht die „goldene Mitte“ zwischen den beiden Konzepten zu finden, sondern Bereiche zu definieren, die entweder zentralisiert oder eben dezentralisiert sind. Neben dezentrale Bereiche muss es immer auch zentralisierte Bereiche geben.

Ich glaube auch nicht, dass sich ein vollkommen dezentrales Geldsystem langfristig durchsetzen wird. Denn dieses ist aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Stakeholder überhaupt nicht anpassungsfähig. Die Kunst ist also, ein dezentralisiertes Geldsystem zu schaffen, bei dem aber zentrale Punkte wie Firmen eingreifen können und dieses mitgestalten können.

Für die genaue Ausgestaltung eines solchen Systems habe ich aber nicht die perfekte Lösung.

„Die Leute sind häufig nicht bereit, Eigenverantwortung zu übernehmen.“

BTC-ECHO:

Du sagst also, dass es am besten ist, ein dezentrales System zu bauen, bei dem aber gewisse Punkte zentralisiert bleiben?

Hosp:

Vollkommen richtig. Am Beispiel einer Bank sähe das so aus, dass ich die Private Keys meiner Kryptowährung halte, die Bank mir also meine Einlagen nicht einfach wegnehmen kann. Gleichzeitig bietet mir die Bank aber auch einen zentralisierten Service, der Leuten hilft, Zugang zu dem System zu bekommen und Transaktionen durchführen zu können.

Das sollte nicht wegfallen. Denn die Leute sind häufig nicht bereit, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eines Tages 95 Prozent der Leute in der Lage sein werden, Kryptowährungen zu nutzen, wenn heute gerade einmal ein bis zwei Prozent der Leute dazu in der Lage sind.

BTC-ECHO:

Denkst du, dass Kryptowährungen das Potenzial haben, Fiatwährungen komplett zu ersetzen, oder glaubst du, dass es hier eher einen Parallelweg geben wird?

Hosp:

Ich denke, dass Fiat langfristig nicht ersetzt werden kann. Ich denke, es braucht auch langfristig das Vertrauen in zentrale Institutionen, die per Dekret sagen: „Das ist jetzt unsere Währung und auf die könnt ihr zurückgreifen“. Ich glaube aber, dass dies auch Kryptowährungen sein können, die aber nicht den klassischen dezentralen Charakter haben [gemeint sind Zentralbank-Kryptowährungen wie die schwedische eKrone].

Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass der Staat für eine Kryptowährung eine Art „Master Key“ besitzt, diese aber trotzdem dezentrale Elemente besitzt.

BTC-ECHO:

Lass uns bei der Blockchain-Technologie bleiben. Man spricht hier häufig von „Kinderschuhen“, in denen die Industrie steckt. Meinst du, die Blockchain schafft es, aus diesen Kinderschuhen herauszuwachsen? Es sind ja schließlich bereits zehn Jahre vergangen, in denen sie das hätte schaffen können.

Hosp:

Klar, zehn Jahre klingen lang. Aber wenn du das mit dem Internet vergleichst, sind zehn Jahre relativ kurz. Das Internet ist den achtziger Jahren erfunden worden, die erste Blase kam dann in den neunziger Jahren. Aber die Unternehmen, die wir heute nutzen, sind ja damals erst gestartet. Das heißt, wir würden uns jetzt am Startpunkt befinden. Genau die nächsten zwanzig Jahre sind daher spannend.

Zu den Kinderschuhen: Was wir brauchen, sind wirkliche Use Cases, mit denen ich zu meiner Mutter gehen kann und sagen kann „Schau mal, Mama, das geht jetzt, das ist vorher noch nicht gegangen.“

Und das gibt es eben zurzeit einfach noch nicht. Es mag sein, dass Bitcoin in der Dritten Welt einen massiven Mehrwert hat; den gibt es aber in dieser Form [in den Industriesaaten] noch nicht. Bitcoin ist ein reines Anlageinstrument.

Genau wie Bitcoin hätte auch das Internet in der Dritten Welt einen massiven Mehrwert gebracht, aber es startet nun mal in den Industriestaaten und verbreitet sich erst danach. Bei Blockchain verhält es sich ähnlich.

Und da gibt es ja auch sehr viele interessante Projekte – wie z. B. das Supply-Chain-Management auf der Blockchain –, die aktuell ihren Anfang nehmen. Das braucht jetzt noch so zwei, drei Jahre bis diese Firmen an einen Punkt kommen, wo wir [die breitere Masse] etwas davon mitbekommen.

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„Wir werden in den nächsten 10 Jahren extrem viel sehen“

BTC-ECHO:

Meinst du, wir befinden uns jetzt gerade in dieser Phase, die du angesprochen hast [Platzen der Internet-Blase]. Geht’s jetzt los?

Hosp:

Ich denke zumindest, dass wir in den nächsten zehn Jahren extrem viel sehen werden. Ich denke, dass viele der Firmen, die jetzt richtig durchstarten, wirklich zu Giganten werden in den nächsten zehn Jahren. Denn diese müssen sich nicht mit den ganzen Altlasten herumschlagen und können viel effizienter arbeiten. Die Blockchain-Technologie entwickelt sich ja stetig weiter.

Vergleichbar ist es mit der Weltraumforschung. Da stellt man sich auch immer die Frage: Wann fliege ich los? Denn vielleicht erfindet man in zehn Jahren ein Raumschiff, was das alte, was vor zehn Jahren losgeflogen ist, auf dem Weg überholt.

Ähnlich ist es in der Blockchain-Branche. Ich könnte zum jetzigen Zeitpunkt auf Bitcoin oder Ethereum setzen. Aber wenn ich einfach fünf Jahre warte, habe ich eine viel bessere Basis und überhole alle Firmen, die zwar früher gestartet sind, aber die falsche Technik implementiert haben. Firmen, die jetzt starten, dürften daher eine wirklich gute Basis haben.

„Es hätte Ethereum schon nicht gebraucht“

BTC-ECHO:

Stichwort neue Kryptowährungen, neue Coins: Brauchen wir das noch? Bei Coinmarketcap sind über 2.000 verschiedene Projekte gelistet. Brauchen wir noch mehr Coins?

Hosp:

Ganz ehrlich: Es hätte Ethereum schon nicht gebraucht. Das Gas [ETHs Transaktionsgebühren-System] hätte genauso gut in Bitcoin bezahlt werden können.

Es gibt derzeit ganz wenige Alleinstellungsmerkmale bei den Coins. Vor allem die ERC20-Token müssen dieses Jahr den Weg in Richtung Security Token gehen, ansonsten wird es da ganz dünn für viele Projekte werden.

„Bitcoin löst mehr Probleme als die meisten zugestehen wollen.“

BTC-ECHO:

Welche Coins haben denn noch Potenzial?

Hosp:

Ich bin bei konkreten Coins vorsichtig. Ich bin zwar kein Bitcoin-Maximalist, muss aber fairerweise eingestehen, dass Bitcoin mehr Probleme löst, als die meisten Leute zugestehen wollen. Ich glaube, dass viele Leute nicht verstehen, wie viele Probleme Bitcoin wirklich lösen kann. Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird das Wertversprechen vieler anderer Coins schnell dünn; vor allem wenn man sich die Sidechain-Projekte bei Bitcoin anschaut.

Wie man am Beispiel von Liqui sieht, verliert die Community – genau wie 2015 – langsam das Interesse an Bitcoin. Hier wird sich dann die Spreu vom Weizen trennen. Da werden dann vielleicht noch 100 bis 200 Coins übrigbleiben. Man darf hier ruhig mal ausmisten.

BTC-ECHO:

Ethereum hat aktuell sehr schwer zu kämpfen, die Constantinople Fork wurde abgesagt. Meinst du, die kriegen die Kurve noch?

Hosp:

Ja, ich denke schon. Man muss da zwischen der Plattform Ethereum und dem Token ETH unterscheiden […].
Ich stehe Ethereum aber immer noch optimistisch gegenüber. Denn immerhin ist Ethereum eines der größten Ökosysteme für Blockchain-Entwickler überhaupt. Dieser First-Mover-Vorteil wird für andere Projekte schwer einzuholen sein.

„Nach oben dürfte bei 7.000 US-Dollar Schluss sein“

BTC-ECHO:

Du hast gesagt, es wird ein sehr langsames Jahr für Kryptowährungen werden. Wie wird sich das im Bitcoin-Kurs ausschlagen?

Hosp:

Das ist schwer zu sagen. Letztes Jahr haben die Leute geschrien, dass nur 50 Prozent meiner Prognosen richtig war […]. Meine Erwartungshaltung ist also folgende: Ich denke, dass wir vielleicht noch weiter nach unten gehen werden – auf etwa 3.000 US-Dollar. Allerdings steht Bitcoin bereits ziemlich tief. Was muss also passieren, damit der Kurs noch weiter fällt? Klar, wenn jetzt ein Finanzkollaps kommt, würde Bitcoin noch weiter durchrasseln. Eine negative Regulation wäre auch ein denkbares Szenario für weitere Kursstürze. Das ist aber unwahrscheinlich. Es könnte aber auch sein, dass Tether doch Pleite geht oder eine der großen Exchanges schließt – zwei ebenso unwahrscheinliche Szenarien.

Nach oben dürfte bei 6.000 bis 7.000 US-Dollar aber ebenfalls Schluss sein. Dazwischen könnte der Markt eine Zeit lang hin- und herpendeln. 2015 gab es eine ähnliche Situation zwischen 400 und 800 US-Dollar. Damals haben die Leute am unteren Rand aufgrund pessimistischer Einstellungen verkauft und am oberen Rand euphorisch wieder eingekauft. Viele Leute – inklusive mir – haben so viel Geld verloren.

Dieses Jahr könnte es ähnlich werden.

Damit der Ausbruch nach oben möglich ist, muss noch einiges passieren: Es könnte zum Beispiel ein Finanzcrash kommen. Nach dem Crash könnte Bitcoin als erstes durch die Decke gehen. Oder aber der ETF kommt.

Ich halte einen Anstieg aber erst mit dem anstehenden Halving für realistisch. Dann sollte einer gleichbleibenden Nachfrage ein geringeres Angebot gegenüberstehen und der Preis entsprechend steigen.

„Der Anwendungsfall von Ethereum ist nicht existent.“

BTC-ECHO:

Was muss deiner Meinung nach passieren, damit der Markt nicht bloß der Vorgabe von Bitcoin folgt, sondern sich ein wenig davon ablöst? Denn bisher sind die meisten Altcoins stark mit dem Bitcoin-Kurs korreliert.

Hosp:

Da braucht es wirklich einen Use Case. Vielleicht kann sich einmal eines der chinesischen Projekte loslösen. Nochmal: Dafür braucht es schlicht einen Use Case. Der Anwendungsfall von Ethereum zum Beispiel ist schlicht nicht existent. dApps beispielsweise werden so gut wie überhaupt nicht genutzt.

Ansonsten gibt es bloß Hoffnungen. Auch mit IOTA und Cardano muss man jetzt erstmal schauen, was passiert. Für beide gibt es einfach noch keinen Use Case.

In Sachen Use Case würden mir aktuell nur die Privacy Coins einfallen. Ich glaube aber nicht, dass Staaten von heute auf morgen Bitcoin-Nutzer verfolgen werden. Deswegen werden auch Coins wie Monero nicht plötzlich einen Durchbruch haben.

„Nur noch Bitcoin bleibt übrig“

Zusammengefasst bleibt aus diesen Gründen zurzeit nur noch Bitcoin übrig. Denn im Gegensatz zu den genannten Coins hat BTC einen ganz klaren Use Case. Vor allem in Ländern [mit dysfunktionalen Währungen] vertrauen die Menschen mitunter nur noch Bitcoin.

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BTC-ECHO:

Der Markt ist also nach wie vor stark durch Spekulation geprägt, was meinst du?

Hosp:

Auf jeden Fall, wahrscheinlich zu 99 Prozent.

„Ich könnte mir maximal eine Weihnachtsrallye vorstellen“

BTC-ECHO:

Könnte das auch einer der Gründe sein, weshalb der Markt Ende 2017 so eingebrochen ist? Ist jetzt von der Wertspeicherfunktion von Bitcoin nicht mehr viel übrig?

Hosp:

Ich glaube, dass immer noch sehr viele Leute drin sind, die [Bitcoin-Investments] noch als reine Spekulation sehen. Da sollte auf jeden Fall noch etwas herausgewaschen werden. Ich merke das in meinen eigenen [Social-Media-Gruppen]. Da gibt es immer noch Leute, die hoffen, schnell reich zu werden. Es gibt aber einen Unterschied, den Markt nur aus einer Investment-Perspektive zu betrachten oder auch die zugrundeliegende Philosophie zu verstehen.

Bis das mehr Leute tun, dauert es aber noch mindestens ein halbes Jahr. Ich könnte mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt maximal eine Weihnachtsrallye vorstellen.

BTC-ECHO:
Denkst du, der Zug ist abgefahren, mit Krypto schnell reich zu werden?

Hosp:

Naaah, da gibt’s genug Möglichkeiten! Es gibt Pump-and-Dump, es gibt, diese App „Exit Scam“, bei der der letzte [der Investoren] alles bekommt, was andere eingezahlt haben. Da wird man immer etwas finden. Die Frage ist nur: Will man das oder ist man eher ein langfristiger Investor?

Immer, wenn ich kurzfristig gedacht habe, habe ich auf die lange Sicht immer verloren. Immer.

Und immer, wenn ich langfristig gedacht habe, habe ich kurzfristig immer gelitten, aber langfristig massiv gewonnen. Das war eine der wichtigsten Lektionen in meinem Leben.

BTC-ECHO:

Lass uns über Security Token Offerings reden. Es heißt häufig: STOs werden den Markt wiederbeleben. Was sagst du dazu?

Hosp:

Solange die Staaten nicht zusammenarbeiten und einheitliche Regularien schaffen, wird das schwierig werden. Ich glaube zwar, dass STOs eine Daseinsberechtigung haben, kann mir aber nicht vorstellen, dass das den Krypto-Markt so krass belebt.

Ich kann zwar in Singapur einen STO machen, damit aber nicht an den internationalen Markt gehen, da die Regularien überall unterschiedlich sind. In Europa kann ich das eventuell schaffen. Aber auch dann kann ich weder US-Amerikaner noch Asiaten einbeziehen. Deshalb sind alle [Firmen, die Security Token verkaufen] in ihrer kleinen Bubble drin.

[Das Problem mit der uneinheitlichen Regulierung] sehen übrigens alle. Auf einer Podiumsdiskussion, an der ich teilgenommen habe, haben von diesen Problemen auch Vertreter der SEC berichtet. Für 50.000 bis 70.000 US-Dollar kann ich in Singapur einen [regulatorisch] sauberen STO aufsetzen; dass man diese aber außerhalb von Singapur handeln kann, ist eine ganz andere Liga. Und ich glaube, dass das die Leute komplett unterschätzen.

BTC-ECHO:

Bei der Regulierung von STOs verhält es sich also ähnlich wie bei ICOs?

Hosp:

Ich glaube das Gegenteil ist der Fall. ICOs sind wirklich unreguliert. Bei STOs weiß man nicht, welche der [bereits vorhandenen Regulierung] trifft jetzt eigentlich zu? Das Wertpapiergesetz? Aber wieso sollte ich dann einen STO machen und nicht einen IPO [einen regulären Börsengang]?

Dann hätte ich auch den Vorteil, an einer regulierten Wertpapierbörse handeln zu können.

Aber ganz ehrlich: Derzeit hätte ich weder Interesse daran, einen ICO noch einen STO zu machen. Zur Zeit würde ich nur ganz normales Traditional Funding machen.

„Die letzten zwei Wochen waren wirklich hart.“

BTC-ECHO:

Wie geht es für dich persönlich weiter?

Hosp:

Die letzten zwei Wochen waren wirklich hart. Das war ein ziemlicher Schock. Die letzte Woche ging es aber schon besser. Daher gab es auch am [vergangenen Wochenende, 26. Januar] mein neues Video. Das konnte ich erst machen, nachdem ich mich besser gefühlt habe. Das hat viel damit zu tun gehabt, dass ich viel mit Leuten gesprochen habe. Die haben mir wieder den Fokus gegeben.

Der Plan bei uns sieht so aus: In zwei Tagen fängt hier [in Singapur] das chinesische Neujahr an. Im Februar werden meine Frau und ich uns ein Wohnmobil in Neuseeland schnappen und dann drei, vier Wochen in der Natur verbringen. Eine Sache, die ich seit Jahren machen wollte, mir aber nie die Zeit dafür genommen habe. Jetzt also erst mal etwas Zeit mit der Partnerin verbringen.

Im März bin ich dann aber auf jeden Fall bei SXSW in Austin, Texas [einem interdisziplinären Medienfestival, bei dem dieses Jahr Blockchain und Krypto zwei der Hauptthemen sein werden und Julian sprechen wird]. Bis dahin möchte ich zumindest eine Idee haben, in welche Richtung es gehen soll. Wenn du mich heute fragst, was ich machen will, würde ich antworten, dass ich auf jeden Fall in den Medizinbereich will. Das ist mein Hintergrund, da kenne ich mich aus. Mein Background liegt weniger in den Finanzen als mehr in der Medizin. [Die Verbindung von Medizintechnik und Blockchain] wäre das, wohin es mich am ehesten verschlagen würde.

„Einige Leute werden überrascht sein, was wirklich vorgefallen ist“

BTC-ECHO:

Willst du zu TenX noch etwas loswerden?

Hosp:

Wichtig zu sagen ist, dass es für alle eine Überraschung war. Vor allem für mich. Ich weiß, dass viele Gerüchte, die im Internet stehen, absolut nicht wahr sind. Die beruhen auf falschen Tatsachen. Die Leute, die das gepostet haben, haben nicht richtig recherchiert. Gerade der Reddit-Post z. B. ist hinten und vorne nicht korrekt recherchiert. Nicht einmal die [mutmaßlichen PAY-Transaktionen] stimmen.

Vor einem Jahr hat niemanden interessiert, dass ich aus steuerlichen Gründen Token verkauft habe.

Ganz wichtig zu betonen ist auch, dass diese Trennung [von TenX] nicht aufgrund von rechtlichen Konflikten passiert ist. Das hat damit nichts zu tun. Einige Leute würden überrascht sein, was wirklich vorgefallen ist.

Wir danken für das Interview.

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