Deutsche Bank: Niedrige Börsen-Volatilität treibt Anleger zum Bitcoin

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Die Kurse von Kryptowährungen verwachsen immer stärker mit dem Gedeih des institutionalisierten Finanzwesens. Dies lässt die Deutsche Bank in der vergangenen Woche ihre Kunden in einer Nachricht wissen. So würden die geringen Kursschwankungen immer mehr Anleger in die Arme von Kryptowährungen treiben, um hohe Dividenden zu erzielen. Denn diese sind von deutlich stärkerer Volatilität geprägt.

Die Börsen weltweit scheinen dieser Tage nur eine Richtung zu kennen. Stetig, fast stoisch wachsen die Aktienkurse bergauf. Was die langfristigen Anleger freuen wird, bedeutet für kurzfristig Spekulierende derzeit Dürre – und treibt sie in ihrem Durst nach hohen Dividenden mit ihrem Geld in risikoreichere Gefilde.

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Dies lässt sich anhand der Kursbeziehungen ablesen: Analysten der Deutschen Bank zufolge korreliert der Volatilitätsindex der CBOE VIX immer deutlicher mit dem Preis des Bitcoin. Diese Untersuchungsergebnisse verkündet die Deutsche Bank in der vergangenen Woche ihren Kunden, wie Business Insider berichtet. Der VIX, unter Börsianern auch als „Fear Index“ (deutsch: Angst Index) bekannt, gilt als Stimmungsbarometer an der Wall Street. Denn er gibt die erwartete Schwankungsbreite des US-amerikanischen Aktienindex S&P 500 an. Ist sein Wert niedrig, sieht es um Spekulationsgeschäfte mau aus.

Wie der Chef-Finanzstratege Masa Muraki nun den Kunden der Bank mitteilt, steigt die Korrelation zwischen VIX und dem Bitcoin-Preis „dramatisch an“. Gründe dafür lägen derweil in erster Linie in der Anlageumwelt, so die Mitteilung an die Kunden:

„Die gerade anhaltenden „Dreifach-Niedrig-Umweltbedingungen“ aus niedrigen Zinsen, Spreads und Volatilität haben die Geburt neuer anlage-ähnlicher Produkte […] wie Kryptowährungen befördert“.

[Anm. d. Red.: Spreads bezeichnen den gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Kontrakten mit der Spekulation auf relative Preisveränderungen im Zuge unterschiedlicher Fälligkeiten der Optionen]

Im Gegensatz zum Rekord-Tief des VIX sehen sich Kryptowährungen und ihr Zugpferd Bitcoin dieser Tage mit immensen Kursschwankungen konfrontiert. In der vergangenen Woche mussten diese im Zuge des regelrechten Krypto-Blutbades einen 30%igen Kursfall wegstecken, der sich so recht nicht zu erholen scheint.

Dies zieht nun risikofreudige Investoren an, so die Analyse der Bank. Diese würden nun ihren Anlagedurst mit den digitalen Währungen zu stillen suchen.

Bitcoin als Top-Risikofaktor

Derweil sieht die Deutsche Bank die Verzahnung von Kryptowährungen und den Aktienkursen der institutionalisierten Börsen seit Längerem kritisch. Bereits im November hatte DB Global Markets Research, die Marktforschungsabteilung der Bank, den Bitcoin als einen ihrer Top-Risikofaktoren für das laufende Jahr bezeichnet. So hätte die Quasi-Leitwährung im Digitalbereich nicht nur Einfluss auf den Volatilitätsindex VIX. Darüber hinaus seien bei einem Kurssturz besonders Neueinsteiger bei ihrer Spekulation mit Kryptowährungen und dem Handel mit Bitcoin-Futures betroffen.

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