CTFC-Vorsitzender Giancarlo: „Liegen bei Blockchain vier Jahre zurück“

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht CTFC Christopher Giancarlo pocht weiter auf die Dringlichkeit, die Blockchain-Technologie für die Zwecke seiner Behörde zu erproben. Im Vergleich beispielsweise zur britischen Zentralbank sei man weit abgeschlagen. Dies unterstrich CTFC-Chef in dieser Woche im Rahmen einer Anhörung des US-Kongresses zur Modernisierung der Börsenaufsicht.

Während die Bank of England in dieser Woche vorprescht und ihr System zwischenbanklicher Zahlungen für Blockchain-Technologie und damit Fintech-Unternehmen zugänglich machen will, fühlt man sich auf der anderen Seite des Atlantiks weit abgeschlagen. Dies unterstrich Christopher Giancarlo, Chef der US-Börsenaufsicht CTFC, in dieser Woche.

Im Zuge einer Kongressanhörung zur zukünftigen Agenda der Behörde pochte er auf mehr Möglichkeiten, die Blockchain-Technologie zu erproben und einzusetzen.

„Wir fallen zurück. Noch vor zwei Tagen hat die Bank of England angekündigt, ein neues blockchainfreundliches Bank-to-Bank-Zahlungssystem einzurichten. Für all dies Blockchain-Betatests, an denen wir nicht teilnehmen konnten, hatten sie die letzten vier Jahre Zeit. Deshalb denke ich, dass wir vier Jahre zurückliegen“,

so der 59-Jährige.

„Denn auch wir müssen es [die Technologie] testen […], wir müssen proben, wie sie uns in unserer Tätigkeit als Steuerungsbehörde helfen kann.“

Dabei betonte er, die CTFC brauche gesetzlich wasserdichte und gleichzeitig schnelle Prozesse für den Austausch von Daten mit Fintech-Unternehmen.


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Dies vereinfachen soll der im Juni vom US-Kongress auf den Weg gebrachte CFTC Research and Development Modernization Act. Das Gesetz soll seiner Behörde mehr Freiheiten verschaffen und damit den Weg in die Zukunft ebnen, indem es der Börsenaufsicht unter anderem erlaubt, sich ohne direkte Bezahlung an Fintech-Projekten zu beteiligen.

Nach Ansicht von CTFC-Chef Giancarlo sei dieser Schritt dringend notwendig, denn geltende gesetzliche Hürden hätten bislang verhindert, dass sich die Behörde an Blockchain-Piloten beteiligte oder Start-up-Unternehmen für die Informationsgewinnung beschäftigte.

Giancarlo: Blockchain ist Amerikas „nationales Interesse“

Abseits seiner Forderungen nach mehr Engagement im Bereich Blockchain, kündigte Giancarlo höhere Ausgaben für die Überwachung im Bereich Kryptowährungen an. Hier gelte es vor allem, Cyberkriminellen entschieden das Handwerk zu legen.

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mit Sitz in Washington beaufsichtigt die Future- und Optionsmärkte in den USA. Kryptowährungen und deren Derivate bewertet die Behörde als Handelsware, also als sogenannte Commodities und beansprucht somit deren Aufsicht.

Während der CTFC-Chef Kryptowährungen mit Skepsis beäugt, gilt er als lauter Advokat der Blockchain-Technologie. Im Rahmen einer Senatsanhörung zur möglichen Regulierung von Kryptowährungen im vergangenen Februar zeigte sich Giancarlo überzeugt von den Potentialen der Blockchain für den öffentlichen Dienst. Vergangenen September wiederum hatte er gegenüber Regierungsbeamten von den Möglichkeiten von Distributed-Ledger-Technologien für Finanzsysteme geschwärmt. Sich der Technologie zu widmen, sei im „nationalen Interesse“ der USA.

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