CBDC Japan forciert Entwicklung von digitalem Yen

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Während China bereits kurz vor der Einführung von digitalem Zentralbankengeld (CBDC) steht, geraten Zentralbanken global unter Zugzwang. In Japan könnte es bereits in zwei, drei Jahren soweit sein. Europa bleibt zaghaft.

Vonseiten der japanischen Regierungspartei werden die Rufe nach einem digitalen Yen immer lauter. Erst am 7. Februar hat unter Führung des Ex-Wirtschaftsministers Akira Amari eine 70-köpfige Expertengruppe der Liberaldemokraten gefordert, digitales Zentralbankengeld (Central Bank Digital Currency, kurz: CBDC) auf die Agenda der G7-Konferenz im Juni zu setzen. Rückendeckung erhält Amari nun von Parteikollegen Koyo Yamamoto, bei den Freidemokraten Kommissionsleiter für Banken- und Finanzwesen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters lässt Yamamoto durchscheinen, dass ihm die Einführung einer CBDC in Japan gar nicht schnell genug gehen kann. Schon in wenigen Jahren soll Japan einen digitalen Yen erhalten, wenn es nach der Vorstellung des ehemaligen Finanzministers geht.

Je früher, desto besser. Wir werden Vorschläge für die Aufnahme in die politischen Richtlinien der Regierung erarbeiten und hoffentlich in zwei bis drei Jahren umsetzen,

sagte  Yamamoto gegenüber der NachrichtenagenturBis zur Jahresmitte soll der digitale Yen in die Agenda der japanischen Regierung aufgenommen werden.

Pläne von China und Facebook befeuern CBDC-Entwicklung

Das Bekanntwerden der Pläne des Social-Media-Unternehmens Facebook, mit Libra eine private Konzernwährung mit riesiger Reichweite zu schaffen, war für Regierungen und Zentralbanken weltweit ein Weckruf. Besorgte Regulierer sehen in dem geplanten Stable Coin eine mögliche Gefahr für die Finanzstabilität. Gleichzeitig tüfteln Zentralbanken vielerorts nun selbst an digitalen Versionen von Zentralbankengeld.

In China sind die Vorbereitungen derweil in den letzten Zügen. Die Aussicht auf einen digitalen Renmibi führte bereits Yamamotos Parteikollege Amari als Grund für den gestiegenen Handlungsbedarf in Sachen japanische CBDC an. Ein digitaler Yen könne ferner eine stabilisierende Wirkung in wirtschaftlich turbulenten Zeiten entfalten:

Wenn es jedem Land gelingt, die Geldströme mit seinen eigenen (digitalen) Währungen zu kontrollieren, könnte dies in Krisenzeiten einen großen Umschwung verhindern und die eigene Wirtschaft stabilisieren,

so Yamamoto abschließend gegenüber Reuters.

Deutschland und Europa zaudern

Unterdessen halten sich die Regulatoren in hiesigen Breitengraden beim Thema CBDC noch weitgehend zurück. Man „erforsche“ das Thema, heißt es immer wieder vonseiten der Bundesbank oder der Europäischen Zentralbank. Warum die Aussichten für einen digitalen Euro bislang alles andere als rosig sind, darüber hat BTC-ECHO Chefredakteur Sven Wagenknecht sich in diesem Kommentar den Kopf zerbrochen.


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