CashOnLedger im Interview: „Wir haben den Euro auf die Blockchain gebracht“

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

CashOnLedger im Interview: „Wir haben den Euro auf die Blockchain gebracht“
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Oftmals fehlt es noch an Schnittstellen, um die traditionelle Bankenwelt mit der Krypto-Ökonomie zu verbinden. Genau dies möchten die Gründer von CashOnLedger ändern und haben eine Art Tokenisierungsschnittstelle zwischen Bankkonto und Wallet entwickelt. Wie der Euro auf der Blockchain funktioniert und welche Hürden noch genommen werden müssen, haben uns Serkan Katilmis und Maximilian Forster von CashOnLedger im Interview verraten.

BTC-ECHO: Was war eure Motivation, CashOnLedger zu gründen?

Maximilian: Während meiner Zeit bei Accenture hat sich folgendes Problem ergeben: Wann immer Smart Contracts bestimmte Automatisierungsprozesse ausgelöst hatten, hatten wir keine Möglichkeit, diesen Prozess zu monetarisieren. In anderen Worten: Der Link zwischen Smart Contracts und unserer Finanzinfrastruktur hat gefehlt. Wir haben uns dann mit der Frage befasst, wie man die Blockchain-Technologie mit dem Euro kombinieren kann.

BTC-ECHO: Ihr seid kompatibel mit der bestehenden Bankeninfrastruktur. Wie viel Blockchain steckt dann noch in eurer Lösung?


Serkan: Wir schlagen genau diese Brücke. Wir haben den Euro auf die Blockchain gebracht. Das heißt konkret, dass wir an die traditionelle Finanzinfrastruktur anknüpfen – dafür aber Blockchain nutzen. Dadurch kann der Euro in das Blockchain-System überführt werden. Wir nutzen dafür die Smart Contracts und Asset Tokenization von Ethereum mittels Quorum/Pantheon, um die Brücke in die traditionelle Finanzwelt zu schlagen.

BTC-ECHO: Wie funktioniert die Transformation von Fiat zu Token? Ihr schreibt von Euro on chain via IBAN. Wie kann ich das verstehen?

Maximilian: Sobald man bei uns B2B-Kunde wird, eröffnet man ein Bankkonto und muss entsprechende KYC- und AML-Prozesse durchlaufen. Die IBAN, die man im Zuge der Kontoeröffnung bei uns erhält, ist mit einer Ethereum Wallet verknüpft. In anderen Worten: Die Ethereum Wallet ist ein digitaler Zwilling der IBAN. Wenn dann per SEPA-Überweisung Geld auf die entsprechende IBAN überwiesen wird, findet dann auch in der Ethereum Wallet eine entsprechende Token-Repräsentation der Euros statt. Diese Token können dann aufgrund des ERC-20-Standards an unsere Smart Contracts angebunden werden.

BTC-ECHO: Das heißt, Fiatgeld wird tokenisiert. Am Ende muss aber dann in die klassische Fiatwelt retokenisiert werden, oder?

Maximilian: Exakt. Daher können Transaktionen auch nur unter Parteien durchgeführt werden, die im System sind. Geld an die Ethereum Public Chain kann man nur bedingt senden und das wäre mit einem hohen Aufwand verbunden.

BTC-ECHO: Thema Anwendungen. Wo seht ihr sinnvolle Anwendungsfälle für euer System?

Serkan: Die langfristige Vision von CashonLeger ist es, der Machine-to-Machine-Payments-Anbieter zu werden. Wir wollen IoT-Maschinen wie etwa Drohnen per Finanztransaktionen in den Wirtschaftskreislauf einbinden. Maschinen funktionieren gemäß ihrer Codierung und können daher gut an Smart Contracts anknüpfen. Bis das einmal Realität wird, dürfte es noch ein wenig dauern. Das System lässt sich allerdings bereits heute für sogenannte Pay-per-Use-Cases nutzen, indem man mit Blockchain-Technologie ein dynamisches Leasingmodell baut. Das bedeutet konkret, dass die Maschine auf Basis ihrer Nutzungsintensität abgerechnet wird und nicht starr nach einem klassischen Finanzierungs- oder Leasingmodell.

BTC-ECHO: Wie läuft die Verifizierung der Transaktionen ab? Wie löst ihr das Dilemma zwischen Dezentralität und Skalierung?

Maximilian: Da wir den Ethereum Client nutzen, liegt das Problem bei uns weniger in der technischen Skalierbarkeit als eher in der geschäftlichen Infrastruktur, die erst noch entstehen muss. Das sind die klassischen Probleme: Wie hoch sind die Transaktionsgebühren? Möchte man als deutscher Maschinenanbieter auch mit einem spanischen Finanzdienstleister arbeiten? Welche Bank nutzt man? Dazu kommen dann technische Fragen: Sollte man auch Maschinen eine Wallet geben? Wer haftet dann?

BTC-ECHO: Aktuell ergänzt ihr das bestehende Bankensystem um diese Krypto-Möglichkeit. Seht ihr perspektivisch, dass Infrastrukturen wie etwa SWIFT eines Tages ersetzt werden könnten?

Serkan: Von der Thematik halten wir uns aktuell fern. Wir wollen, dass unsere Kunden ihren Kunden automatisierte Zahlungen ermöglichen können. Daher setzen wir auf die Anbindung von Banken an Industriekonzerne, die dann wiederum die Blockchain für Automatisierungsprozesse nutzen können.

BTC-ECHO: Auch das Thema Regulierung spielt eine große Rolle. Wie sieht es bei euch aus? Müssen die Behörden eurem Entwurf noch zustimmen? Welche Hindernisse gibt es?

Maximilian: Wir haben bereits eine Lizenz für unser Modell bekommen. Entsprechend halten wir uns an die bestehenden Regularien. Das Gleiche verlangen wir aber auch von unseren Partnern. Wenn der Partner etwa eine IBAN ausstellt, braucht er eine Banklizenz – denn die haben wir nicht. Das können wir mithilfe unseres Systems aber sehr effizient prüfen.

BTC-ECHO: Was sind eure nächsten Schritte, wie geht es weiter?

Serkan: Auf unserer Roadmap steht jetzt die Frage, mit welchen deutschen Banken wir zusammenarbeiten können. Das heißt, wir möchten durch die Partnerschaft mit einer Bank Stufe zwei der E-Geld-Lizenz erreichen. Die Compliance mit der neuen Anti-Geldwäsche-Richtlinie der EU ist natürlich aktuell ein großes Thema. Letztlich wollen wir aber vor allem bald die ersten Anwendungsfälle für unsere Kunden umsetzen, um so effektiv den Vorteil unserer Technologie zeigen zu können.

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