BunkerTrace: Tracking von Treibstoffhandel über Blockchain

Stefan Schäfges

von Stefan Schäfges

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Stefan Schäfges

Stefan Schaefges ist studierter Wirtschaftsingenieur und Unternehmer. Als Berater, Trainer und Speaker berät er Unternehmen bei den Themen Digitalisierung, Robotics, Marketing und Mindset. Im Bereich Blockchain-Technologie befasst er sich insbesondere mit den Anwendungsmöglichkeiten im Businessbereich.

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Quelle: Shutterstock

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Ein Pilotprojekt für ein System, das die Lieferkette von Treibstoff in der Schifffahrt transparenter und sicherer gestalten soll, wurde erfolgreich abgeschlossen. „BunkerTrace“ sorgt mit der Blockchain-Technologie für eine unveränderliche und sichere Dokumentation über die gesamte Lieferkette. Das System hat das Potential, den Markt für Treib- und Schmierstoffe im Bereich Schifffahrt zu revolutionieren.

BunkerTrace überwacht durch einen synthetischen DNA-Marker die Beschaffenheit von Schiffstreibstoff und nutzt die Blockchain-Technologie zur transparenten Dokumentation. Der Test umfasste das Beladen eines Bunkerschiffs mit Treibstoff. Es handelt sich um eine Kooperation der Firmen Bebeka, Boskalis und Minerva Bunkering. Bebeka ist eine Genossenschaft der Schifffahrtsindustrie und tätigt den Einkauf von Kraft- und Schmierstoffen für ihre Mitglieder. Boskalis ist eine niederländische Aktiengesellschaft und im Seebaggergeschäft tätig. Minerva Bunkering ist ein Anbieter von Schiffstreibstoffen und Bunkerdiensten mit Sitz in Piräus, Griechenland.

Die Blockchain für einen konsequenten und transparenten Umweltschutz

Der Pilotversuch ist aus der neuen Kraftstoffverordnung IMO2020 entstanden, die ab dem 1. Januar 2020 gültig ist. Danach darf der Schwefelanteil im Schiffstreibstoff nur noch maximal 0,5 Prozent betragen. Aktuell liegt die Grenze bei 3,5 Prozent. Bei der Vorschrift handelt es sich um einen ersten Schritt, um der weltweiten Meeresverschmutzung entgegenzuwirken.

Bei dem Test von BunkerTrace wurde bei der Betankung des Minerva-Bunkerschiffs ein synthetischer Tracer in die Kraftstoffleitung eingespeist. Durch den Tracer kann die Qualität des Treibstoffs sehr genau dokumentiert werden. Ferner kombiniert BunkerTrace dieses Verfahren mit der Blockchain-Technologie zur Dokumentation der Lieferkette. Denn dies geschieht über einen unveränderlichen „Audit Trail“, der zu jeder Phase und Veränderung in der Lieferkette erstellt wird.


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Diese transparente und unveränderliche Dokumentation soll Vertrauen und Sicherheit für Lieferanten, Kunden, Häfen und Versicherer schaffen. Zudem kann eine Besatzung während des gesamten Bunkervorgangs die Qualität überwachen und bei Bedarf handeln.

Blockchain gegen Altlasten

Marc Johnson, der CEO von BunkerTrace, kommentiert:

Nach der Epidemie von schlechtem Bunkeröl im letzten Jahr ist es nicht verwunderlich, dass Eigentümer, Versicherer und Betreiber sich Sorgen um die Qualität des Treibstoffs machen. Dieser erfolgreiche Test zeigt, dass es ein einfaches und zuverlässiges Mittel gibt, um ein Niveau an Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette zu erreichen, die es zuvor nicht gab.

Harry Vasse, Generaldirektor bei Bebeka, ergänzte:

Die Verwaltung der Energiebeschaffung jetzt und in Zukunft hat für uns höchste Priorität. Hierbei geht es um Nachhaltigkeit, Transparenz und die Umwelt.

Indessen steht die Blockchain-Technologie in der Schifffahrt hoch im Kurs. BTC-ECHO hatte bereits im Januar über die israelische Reederei Zim berichtet, die eine Blockchain-Plattform für elektronische Frachtbriefe öffnete. Der Logistik-Reise Maersk hat gemeinsam mit IBM die TradeLens-Plattform ins Leben gerufen, der mittlerweile diverse Branchengrößen angehören.


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