Hapag-Lloyd schließt sich „Blockchain“-Plattform TradeLens von IBM und Maersk an

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Gestapelte Container von Hapag-Lloyd

Quelle: Shutterstock

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DLT in der Logistik: Hapag-Lloyd und Ocean Network Express haben sich der „Blockchain“-Plattform TradeLens von IBM und Maersk angeschlossen.

Das Hamburger Logistik- und Transportunternehmen Hapag-Lloyd ist das neueste Mitglied der Logistik-Plattform TradeLens von IBM und Maersk. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die am 2. Juli veröffentlicht wurde. Darin zeigt sich Martin Gnass, Managing Director für Informationstechnologie bei Hapag-Llyod, von dem Potenzial der Distributed-Ledger-Technologie für die globale Logistikbranche überzeugt:

Die digitale Zusammenarbeit auszubauen ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Containerschifffahrt. TradeLens hat den dringend benötigten Wandel in der Branche angestoßen und Fortschritte gemacht, auch beim Partnerschaftsmodell. Mit fünf der sechs weltweit größten Carrier und vielen weiteren Akteuren können wir die digitale Transformation beschleunigen, um mehr Vertrauen, Transparenz und Zusammenarbeit entlang der Lieferketten zu schaffen und den globalen Handel zu fördern.

Maersk-CCO Vincent Clerc stößt erwartungsgemäß ins gleiche Horn:

Mit der Aufnahme weiterer führender Carrier in das TradeLens-Netzwerk geben wir die Vorteile der Digitalisierung an unsere Kunden entlang der gesamten Lieferkette weiter. Als Branchen-Plattform schafft TradeLens Transparenz in den Lieferketten, vereinfacht Dokumentationsprozesse und ermöglicht die Einführung neuer Produkte über die Plattform. Dies ermöglicht Maersk, seinen Weg hin zu einem End-to-End-Containerlogistik-Unternehmen weiterzugehen und unseren Kunden verbesserte Services anzubieten

Neben Hapag-Llyod hat sich mit Ocean Network Express (ONE) ein weiteres Transportunternehmen TradeLens angeschlossen.

Wir sind überzeugt, dass dieser innovative Ansatz, der auf offenen Standards und offener Governance basiert, der gesamten Branche zugute kommen kann und letztlich unseren Kunden zugute kommt, die sich auf das Schifffahrtswesen verlassen, um jedes Jahr ein globales Containervolumen von mehr als 120 Millionen TEU über internationale Grenzen hinweg zu transportieren,


kommentiert Noriaka Yamaga, Managing Director bei Ocean Network Express.

„Blockchain“ auf dem Altar der Suchmaschinenoptimierung

Ebenfalls zufrieden zeigt sich Bridget van Kralingen, Senior Vice President der Abteilung Global Industires, Clients, Platform & Blockchain bei IBM:

Blockchain [sic] ermöglicht es, Unternehmen in einer sicheren Art und Weise untereinander Vertrauen aufzubauen, da nur Nutzer, die zuvor von den Teilnehmern die Erlaubnis erhalten haben, Informationen lesen und neue Blöcke schreiben können. Wir können die positiven Auswirkungen von Blockchain auch in anderen Industrien wie beispielsweise der Ernährungs-, Finanz- und Bankenwirtschaft sowie in der Rohstoffförderung beobachten.

Zuletzt konnten IBM und Maersk mit den Reedereien CMA CGM und MSC zwei weitere Schwergewichte der Containerschifffahrt für TradeLens gewinnen.

Auch jenseits der Containerschifffahrt hat sich IBM bereits als umtriebiger DLT-Innovator gezeigt. So bildet etwa die DLT-Plattform IBM Food Trust gewissermaßen das Pendant zu TradeLens im Bereich der Lebensmittelindustrie.

Auch bei TradeLens können sich die beteiligten Unternehmen nicht von einer gewissen Verballhornung des Begriffs Blockchain freimachen. Denn natürlich handelt es sich weder bei TradeLens noch bei IBM Food Trust oder das allumfassende Hyperledger Fabric um eine Blockchain im engeren Sinne. Dazu müssten die Plattformen beispielsweise voraussetzungslosen („permissionless“) Zugang für alle Interessierten bieten. Ferner ist es Akteuren außerhalb dieser halboffenen Systeme nicht möglich, den Datenaustausch der Netzwerkteilnehmer nachzuvollziehen.

Freilich hat kein Unternehmen Interesse daran, sensible Daten der ganzen Welt zugänglich zu machen. Doch der Umstand, dass diese auf verteilten Netzwerkknoten gespeichert sind, macht aus einer DLT noch keine Blockchain. Der großzügige Umgang mit dem Begriff Blockchain bleibt ein Marketing-Manöver.


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