Blockstate-Marktstudie zeigt Wachstum des STO-Ökosystems

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

STO-Markt hat noch Entwicklungsbedarf

Quelle: Shutterstock

Die Finanzmärkte befinden sich technologisch in einem globalen Strukturwandel. Mit der Blockchain-Technologie und der Digitalisierung von Vermögenswerten ist Anlegern und Emittenten der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert worden. Doch bislang mangelt es noch an einem ausgereiften Ökosystem. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Marktstudie von Blockstate. Die Infrastruktur müsse nachgebessert werden, um das volle Potenzial der STOs auszuschöpfen.

Gemeinsam mit dem Frankfurt School Blockchain Center hat Blockstate eine Marktstudie zum „Stand der Innovation und Akzeptanz von digitalen Wertpapieren“ durchgeführt. Für die Studie wurden über 200 Unternehmen analysiert, die im Security-Token-Ökosystem arbeiten. Die Studie belegt zwar eine zunehmende Verbreitung und Akzeptanz von STOs, zeigt jedoch auch, in welchen Bereichen noch Entwicklungspotenzial herrscht. In den untersuchten Kategorien kann sich Deutschland im europäischen Vergleich zwar als Marktführer durchsetzen. Im internationalen Vergleich sind die USA jedoch weit überlegen.

Die Studie hat fünf Kategorien für die Analyse herangezogen: Infrastruktur, Emittenten, Investoren, Sekundärmärkte und Banken.

STO-Infrastruktur

Die Untersuchung der Infrastruktur bezieht sich auf Blockchain-Protokolle, durch die die Emission digitaler Wertpapiere möglich ist. Die Studie zeigt, dass das STO-Ökosystem größtenteils Ethereum verwendet. Des Weiteren ist ein Trend zu privaten Blockchain-Lösungen erkennbar, da diese die Sicherheits- und Stabilitätsprobleme öffentlich zugänglicher Blockchains minimieren und insbesondere für Großkunden konzipiert sind. Zudem zeigt sich eine deutlich verbreitetere Verwendung der Proof-of-Stake-Verifikation gegenüber des Proof-of-Work-Algorithmus.

Ein Vergleich der Konsensus-Mechanismen zeigt: Proof of Stake ist derzeit die bevorzugte Methode.

Öffentlich zugängliche Protokolle stellen bislang zwar noch die Mehrheit dar, Enterprise-Lösungen bzw. private Protokolle holen jedoch auf.

STO-Emittenten

Laut Blockstate ist die regulierte Ausgabe digitaler Wertpapiere bislang ein großes Hindernis. Daher komme den Emissionsanbietern eine entscheidende Funktion im STO-Ökosystem zu. Allerdings sei dieser Bereich insgesamt noch intransparent, da nicht zwischen Unternehmen, die vollständige Services anbieten und solchen, die nur einen Teilservice anbieten, unterschieden werden könne. Zudem seien Informationen über erfolgreich durchgeführte STOs und deren verwendete Protokolltypen selten ohne Weiteres zugänglich.

Insgesamt zeigt sich in dem Bereich eine Dominanz des US-amerikanischen Sektors, Europa ziehe jedoch allmählich nach. Die Dienstleistungen der Emissionsanbieter umfassen ein breites Spektrum von Anlageklassen über Eigen- und Fremdkapital bis hin zu Immobilien und Fonds. Daran zeigt sich, dass STOs die „Liquidität in vielen Bereichen verbessert“.


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Die Grafik verdeutlicht: Eigenkapital ist das am häufigsten tokenisierte Asset.

Investoren

Blockstate zählt alle Akteure, die in das STO-Ökosystem investieren, zu den Investoren. Demnach bildet die Liste neben „Fonds- und Digital-Asset-Management-Gesellschaften sowohl traditionelle als auch Blockchain VCs“ ab.

Ungefähr 71 Prozent sämtlicher Investoren kommen aus dem traditionellen Anlagebereich, was auf ein gesteigertes Interesse an Investmentmöglichkeiten außerhalb dieses Ökosystems hindeutet. Auch in dieser Kategorie führen die USA im internationalen Vergleich mit 61 Prozent vor Deutschland auf dem zweiten Platz mit einem Marktanteil von 9 Prozent.

Die Verteilung der Investoren zeigt, dass traditionelle Geldgeber insgesamt 71 Prozent der Investoren ausmachen.

Sekundärmärkte

Sekundärmärkte stellen Plattformen wie Krypto-Exchanges dar, auf denen Investoren ihre Token handeln können. Zudem bieten viele Plattformen Zusatzleistungen wie Emissions-, Wallet- und Custody-Dienste an. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere dieser Bereich noch Entwicklungspotenzial hat. Nur sechs Unternehmen bieten derzeit Live-Trading-Lösungen an, wobei viele Unternehmen den Anschluss in diesem Sektor anstreben. In Zukunft dürfte daher mit einem Zuwachs an operativen Sekundärmärkten zu rechnen sein.

Die geringe Anzahl an Handelsplattformen hängt vor allem mit den hohen regulatorischen Ansprüchen der Finanzbehörden zusammen. Laut Blockstate seien zwar viele Plattformen entwickelt, warten jedoch auf eine Zulassung der Aufsichtsbehörden.

Aus der Grafik geht die Verteilung der Zielgruppen hervor:

Banken

Durch die Erhebung dieser Kategorie soll sich zeigen, wie etablierte Finanzakteure versuchen, sich im STO-Ökosystem zu etablieren. Daher wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Banktypen in die Analyse miteinbezogen, von Investmentbanken bis zu Privatbanken.

Die Studie belegt, dass sich aktuell nur wenige Banken mit Security Token auseinandersetzen. Die bisherigen Dienstleistungen umfassen Tokenisierung, Verwahrung und Settlement. Dabei ist die Tokenisierung digitaler Wertpapiere die beliebteste der drei Dienstleistungen. Laut Blockstate wurden bislang Vermögenswerte im Wert von 1.573.300.000 US-Dollar von insgesamt 9 Banken tokenisiert. Marktführer im Bereich der Tokenisierung ist China.

Die Grafik zeigt die Verteilung der Banken, die im Bereich der Tokenisierung arbeiten:

Insgesamt belegen die Statistiken, dass das STO-Ökosystem global wächst. Deutschland kann sich in Europa in vielen Bereichen als Marktführer etablieren. Derzeit gehen jedoch die meisten Innovationen aus dem US-amerikanischen Sektor hervor. Die Studie zeigt: Trotz steigender Zunahme der Akzeptanz und Verbreitung von STOs, besteht noch Entwicklungspotenzial für viele Anwendungen.

Im vergangenen Jahr hat BTC-ECHO gemeinsam mit Blockstate eine Umfrage zum deutschen Blockchain-Ökosystem durchgeführt. Hier geht es zu den Ergebnissen.


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