Bitcoin vs. Bitcoin Cash – geht’s jetzt vor Gericht?

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

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Quelle: Law and justice concept via Shutterstock

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Seit der Bitcoin Cash Hard Fork am 1. August 2017 erreichte der Streit in der Bitcoin-Community ein neues Level. Vor der Hard Fork, die das Netzwerk teilte und beiden Lagern erlaubte, ihre Vision zu realisieren, waren die Fronten bereits verhärtet. Doch der Zank nimmt kein Ende und scheint gar weiter zu eskalieren. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Auf der einen Seite steht prominent Roger Ver, der Vertreter der großen Blöcke und des On-Chain Scaling. Hinter ihm steht Jihan Wu, Mitgründer von Bitmain. Ver vertritt die (unpopuläre) Meinung, dass Bitcoin Cash die wahre Vision Satoshi Nakamotos sei und somit das wahre Bitcoin. Auf der anderen Seite stehen scheinbar alle anderen Persönlichkeiten der Bitcoin-Sphäre.

Ein sozialer Angriff auf Bitcoin

Die Hard Fork von Bitcoin Cash (BCH) liegt weit zurück. Der Traum der größeren Blöcke ist in Erfüllung gegangen. Man sollte meinen, der Zoff habe sich gelegt und beide Parteien arbeiten nun friedlich an ihrer Version des Protokolls weiter. Doch Roger Ver gibt keine Ruhe – für ihn geht es jetzt erst richtig los: Der Name „Bitcoin“ muss erobert werden.

Ver bezeichnet Bitcoin (BTC) als „Bitcoin Core“. Damit unterscheiden sich die beiden Versionen im Namen nur noch um drei Buchstaben. Auf seinem Twitter-Kanal prophezeit Ver immer wieder, dass BCH besser wäre als BTC – der „wahre Bitcoin“. Als solcher sei es natürlich, Bitcoin Cash (BCH) einfach als Bitcoin zu bezeichnen.


Bitcoin kann mit vielen Methoden angegriffen werden. Die berühmte 51-Prozent-Attacke ist ein technischer Angriffsvektor. Verwirrung um den Namen zu stiften ist ein sozialer.

Querelen auf Twitter

Namenhafte Persönlichkeiten haben sich mittlerweile auch zu Wort gemeldet. Der Gründer von Shapeshift.io Erik Voorhees korrigierte einen von Vers Tweets. Seine Aussage sei aus dem Kontext gerissen und die Kette mit mehr Hashing Power sei das wahre Bitcoin.

„Roger – bitte höre auf, mich mit deiner Meinung in Verbindung zu bringen, dass Bitcoin Cash Bitcoin sei. Das ist es nicht. Bitcoin ist die Kette aus dem Genesis-Block mit dem höchsten Proof of Work. Die Bitcoin-Cash-Fork hat keine Mehrheit gewonnen und ist daher nicht Bitcoin.“

Auch Cypherpunk-Anhänger Jameson Loop äußerte sich zu der Problematik. Jeder könne Bitcoin für sich definieren – aber nicht für andere; das hängt nämlich vom Computercode ab.

Bitcoin.com bald vor Gericht?

Für manchen mag der Zoff amüsant sein. Andere kostet der Spaß echtes Geld. Gerade für Neulinge, die über die erste aller Kryptowährungen lernen wollen, ist das verwirrend. Schließlich gehört Ver die Domain „Bitcoin.com“ – und dort ist stets von Bitcoin Core die Rede. Es kann vorkommen, dass ein Einsteiger BCH an eine BTC-Adresse schickt. Das Resultat: Keine valide Transaktion findet statt. Jüngst ereignete sich das auch in der ersten Bitcoin-Bar weltweit, im Room 77 in Berlin.

Manch einer hat durch die gestiftete Desorientierung Geld verloren. Deshalb möchte eine Grass-Roots-Bewegung den Machenschaften von Bitcoin.com ein Ende setzen. Über 600 Leute haben sich schon zusammengefunden und planen juristische Schritte wegen Betrug. Damit gerät Ver nun selbst unter Druck.

BTC-ECHO


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