AntPool, AntPool – Ein PR-Coup zur Rettung von Bitcoin Cash

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AntPool – Ein PR-Coup zur Rettung von Bitcoin Cash

AntPool verbrennt neuerdings Teile ihres Block-Rewards – genauer gesagt 12 Prozent der Transaktionsgebühren eines geschürften Blocks. Als Grund gab der Mining Pool an, dadurch das gesamte Bitcoin-Cash-System aufzuwerten und somit einen ökonomischen Anreiz zum Hodln zu geben. Welch noble Beweggründe – doch steckt da mehr dahinter?

Disclaimer: Ich, Alexander Roos, bin kein Befürworter der On-Chain-Skalierung von Bitcoin Cash. 90 % meiner BCH habe ich kurze Zeit nach der Hard Fork veräußert und halte seither nur einen geringen Anteil. Die Front-Männer der großen Blöcke – Roger Ver, Jihan Wu, Craig Wright et. al. – wirken auf mich suspekt; was besonders im Krypto-Space extreme Vorsicht bedeuten sollte. Man beachte beim Lesen also, dass ich persönlich BCH kritisch gegenüberstehe. 

Die Rolle von Bitmain in Bitcoin Cash

Bitmain ist der größte Mining-Hardware-Hersteller der Welt. Ganz vorne im Regal: die ASICs – also Rechner, die nur zum Errechnen von Blöcken verwendet werden können. ASICs sind effizienter als herkömmliche Hardware. Über die Zeit, so die Theorie, werden die Hobby-Miner aus dem Markt gedrängt. Vor allem der Umstand, dass Bitmain der größte Hersteller ist, verbreitet allgemeine Sorge.

Erinnern wir uns zurück an letztes Jahr: Die Skalierungsdebatte war voll entflammt und Gerüchte über den sogenannten „ASIC-Boost“ machten die Runde. Der ASIC-Boost war ein Trick, damit die ASICs von Bitmain noch effizienter laufen als die ASICs anderer. SegWit würde als Nebenprodukt der Transaction Malleability diesen unfairen Vorteil ausschalten. Auf einmal wirkte die Opposition seitens Bitmain nicht mehr wie ein Einwand, der sich um die Sicherheit und Zukunft von Bitcoin sorgte, sondern wie blanke Gier. Der Plan: das Netzwerk als Geisel halten und die Kuh so lange wie möglich melken. Dann gab es den Volksaufstand, die User Activated Soft Fork, und Bitcoin Cash forkte von Bitcoin weg. Die ASICs konnten so weiter genutzt werden.

AntPool, der selbstlose Retter der Hodler

Seit der Fork ging es Bitcoin Cash preislich nicht so gut wie Bitcoin. Auch wenn Roger Ver immer wieder betont, dass BCH der wahre Bitcoin ist. Der Propaganda nicht genug, ökonomische Anreize müssen her. AntPool, ein Mining Pool unter der Kontrolle von Bitmain, hat verkündet 12 Prozent der Transaktionsgebühren aller geminter Blöcke zu verbrennen. Damit wird die Geldmenge in Bitcoin Cash gesenkt. Der Preis eines Geldes, also die Kaufkraft, ergibt sich aus der totalen Geldmenge und der absoluten Nachfrage. Das Verbrennen von Token senkt die Geldmenge. Bleibt die Nachfrage gleich oder steigt, so steigt der Preis. Alle profitieren! Oder?


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Nein, AntPool profitiert nicht. Effektiv macht der Pool durch seine Aktion Verluste. Dieser entgangene Gewinn kommt dem System zugute. Damit wirbt das Unternehmen auch – den Hodlern und dem Ökosystem zuliebe.

Ein zweiter Blick

Hinter AntPool steht Bitmain. Auf mich wirkt die „Spendenaktion“ wie ein PR-Coup, um eine sterbende Kryptowährung zu retten. Die 12 Prozent der Transaktionskosten sind nicht viel für Bitmain. Allerdings könnte die Pressemitteilung einen weitaus stärkeren psychologischen Effekt auf den Markt haben – à la “OH WOW! Weniger Supply bei BCash als bei Bitcoin! All-in“. Natürlich ist das überspitzt ausgedrückt, aber der Punkt steht: Wenn durch die Nachricht mehr Leute auf BCH aufspringen und es auch langfristig hodln, kann Bitmain, pardon, AntPool mit einem Plus aus der Angelegenheit gehen.

Berechnen wir, wie viel Geld AntPool am 23. April verbrannt hat:

Gemint wurden 17 Blöcke. Die durchschnittliche Transaktionsgebühr pro Block beträgt 0,01046389 BCH. Der Preis pro Bitcoin Cash lag ungefähr bei 1.400 Euro. 17 * 0,01036389 BCH = 0,17618613 BCH durch Transaktionskosten. Das entspricht 0,17618613 BCH * 1.400 Euro/BCH = 246,66 Euro. Nehmen wir davon 12 Prozent, hat AntPool am 23.4.2018 (246,66 € * 0,12 = 29,60 €) knapp 30 Euro verbrannt.

Mich haben sie nicht abgeholt. Für mich gibt es nach wie vor 101 Gründe, die gegen Bitcoin Cash sprechen. Wenn ich eines aus dem vergangenen Jahr gelernt habe, dann dass der Krypto-Space ein Schlachtfeld ist. Hier wird intrigiert und hintergangen. Ich halte den vermeintlichen Anflug von Altruismus für einen billigen Marketing-Zug. Die Geldmenge, so lehrte mich Rothbard, spielt keine Rolle für die Wirtschaft.

Die Strategie scheint gut zu funktionieren. Bitcoin Cash ist in den letzten Tagen um 100 Prozent gestiegen. Da fallen die 30 Euro pro Tag auch nicht mehr ins Gewicht.

BTC-ECHO

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