Bitcoin Private (BTCP) – eine besondere Hard Fork

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Am 28. Februar soll der Grundstein für Bitcoin Private, eine neue Kryptowährung mit starkem Fokus auf die Privatsphäre, gelegt werden. Das Besondere an dieser Fork ist, dass nicht nur Tokenholder von Bitcoin, sondern auch von ZClassic mit Coins auf der neuen Chain bedacht werden. Das erklärt auch den aktuellen Kursanstieg von ZClassic.

Im Krypto-Ökosystem gilt aktuell das Motto “Nach der Fork ist vor der Fork”. Nachdem nun Ethereum und Litecoin ihre Forks hatten, zieht auch Bitcoin wieder nach.

Es handelt sich um eine der Forks, bei denen es sich streng genommen um eine “Fork gone wrong” handelt, schließlich ist ein Chain Split und nicht einfach ein signifikantes Protokoll-Update das Ziel. Da jedoch Hard Fork sowohl für derartige Protokoll-Updates als auch für Chain Splits steht, sprechen wir im weiteren Verlauf von Hard Forks.

Bitcoin Private (BTCP) wurde in unserem Übersichtsartikel zum Thema Bitcoin-Forks kurz erwähnt. Am 28. Februar wird der erste Schritt zu Bitcoin Private gemacht, indem ein Snapshot der Blockchains erstellt wird. Gemäß Plan soll es wenige Tage danach zum Start des Main Nets kommen. Höchste Zeit also, einen Blick auf die Kryptowährung zu werfen.

Bitcoin Private: Der Name ist Programm


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Ziel von Bitcoin Private ist die Schaffung einer auf Zk-Snarks basierenden Privatsphäre. “Schaffung” klingt hier irreführend, hat man es hier eher mit einer Art “Rebrand meets Hard Fork” zu tun. Zur Erklärung: ZCash ist eine Kryptowährung, die auf Basis der ZK-Snarks die Anonymität der Zahlungen erhöhen möchte.

Was jedoch im Fall von ZCash nicht gefiel, war, dass 20 % der Mining Rewards an Zero Coin Inc., dem Unternehmen hinter ZCash als “Founders Reward” gezahlt wurden. Nicht einfach die Gier der Miner, sondern vor allem die Zentralität dieses Reward-Systems war es, die viele verstörte. Aus einer Hard Fork von ZCash entstand ZClassic. Die Abspaltung von ZCash fristete seit den Anfangstagen im November 2016 eher ein Schattendasein, bis der Kurs Ende Dezember explodierte. Er konnte sich innerhalb eines Monats verhundertfachen. Schon damals war der Grund die Ankündigung von Bitcoin Private. Nachdem sich die Lage etwas beruhigt und der Kurs sich wieder normalisiert hatte, wurde nun ein Datum für diese Hard Fork angekündigt – was dem Kurs erneut gut tat. So oder so muss man eine Kryptowährung kritisch betrachten, die ein White Paper von einer Seite Länge veröffentlicht:

Bitcoin Private – eine Mischung aus Hard Fork und Rebrand

Technisch betrachtet geht es bei Bitcoin Private in erster Linie um einen Rebrand von ZClassic. Die Codebase ist dieselbe. Die Features bezüglich Anonymität, ebenso wie die Blocksize oder die Nutzung des Equihash Mining Algorithmus werden ebenfalls von ZClassic übernommen. Da für Bitcoin Private zum aktuellen Zeitpunkt gar kein White Paper vorliegt, kann nicht bestätigt werden, ob Bitcoin Private Segregated Witness unterstützt.

Was sich von einem einfachen Rebrand oder auch der üblichen Hard Fork unterscheidet, ist, dass bezüglich der Adressen und des Coin Supplies eine Kombination aus Bitcoin und ZClassic angestrebt wird. Das führt zu zwei Besonderheiten:

  1. Der Supply wird eine Summe aus den Coins von Bitcoin und ZClassic sein. Das bedeutet, dass der zugängliche Supply von Bitcoin Private bei ungefähr 20 Millionen Coins liegen wird.
  2. All jene, die Coins in einer ZClassic-Wallet oder einer Bitcoin-Wallet haben, werden einen entsprechenden Betrag an Bitcoin Private besitzen.

Sicherlich ist das Prinzip hinter dieser Fork interessant, aber ob das für eine nachhaltige Entwicklung ausreicht, ist fraglich. Fest steht, dass ZClassic so stark angestiegen ist, weil Menschen zum ersten auf das Reizwort “Hard Fork” mit “ich bekomme Coins umsonst” reagieren. Zum zweiten ist der Erwerb von ZClassic deutlich billiger als der von Bitcoin und zum dritten sorgt das Label “Bitcoin” im Namen Bitcoin Private für zusätzliches Interesse. Da zum aktuellen Zeitpunkt wenig Weiteres zu Bitcoin Private bekannt ist und ein großes Alleinstellungsmerkmal ein Namedropping von Bitcoin ist, ist nicht davon auszugehen, dass diese alte/neue Kryptowährung dann weiter “to the mooon!” gehen wird. Jedem steht natürlich frei, bis Anfang März einen gewissen Stake in ZClassic anzulegen. Dass sich dieser hohe Kurs jedoch halten kann, ist unwahrscheinlich.

BTC-ECHO

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