Bitcoin-Mixer im Visier: Europol beschlagnahmt Bestmixer.io

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Bitcoin-Mixer im Visier: Europol beschlagnahmt Bestmixer.io

BestMixer.io, einer der weltweit größten Bitcoin-Tumbler, ist abgeschaltet worden. Der niederländische Steuer-Informations- und Ermittlungsdienst FIOD hat die Online-Plattform am 22. Mai beschlagnahmt. In enger Zusammenarbeit mit Europol und den luxemburgischen Behörden hatte der FIOD kriminelle Geldflüsse identifiziert.

Laut Europol haben Untersuchungen ergeben, dass viele der gemischten Kryptowährungen auf Bestmixer.io kriminellen Ursprungs waren bzw. an als kriminell eingestufte Empfänger gingen. Vermutlich wurde der Service für Geldwäsche und für die Verschleierung von Geldflüssen genutzt.

Die niederländischen Ermittler hatten im Juni 2018 begonnen, Informationen zu Bitcoin-Zahlungen auf der Plattform zu sammeln. Das Internet-Sicherheitsunternehmen McAfee unterstützte die Behörden dabei. Neben Details zu den eigentlichen Transaktionen wurden auch IP-Adressen und Chat-Nachrichten sichergestellt. Die Behörden haben sechs Server in den Niederlanden und in Luxemburg beschlagnahmt. Derzeit werten FIOD und Europol die Daten aus.

Anonymität auf der Blockchain?

Bestmixer.io war einer der größten Mischdienste für Kryptowährungen. Mithilfe der Plattform konnten Kunden ihre Transaktionen im Krypto-Netzwerk anonymisieren: Bitcoin, Bitcoin Cash und Litecoin wechselten die Besitzer und es blieb unklar, wer sich dahinter verbirgt.

Grundsätzlich sind alle Transaktionen auf einer Blockchain unveränderbar und für jeden einsehbar. Dies gilt auch für Bitcoin-Zahlungen. Es lässt sich also jede Bitcoin-Transaktion zurückverfolgen, wenn auch unter sehr hohem Aufwand. Daher bezeichnet man Bitcoin nicht als anonym, sondern als pseudonym.

Ein Kryptowährungs-Mischdienst ermöglicht es jedoch, Zahlungen zu anonymisieren. Dafür schickt man seine BTC an einen Bitcoin-Mixer, wie etwa Bitcoin Laundry, CoinMixer oder eben – bis unlängst – an Bestmixer.io. Der jeweilige Anbieter teilt die zu versendenden Coins in viele kleine Mengen auf und schickt sie über ein Netzwerk von Adressen mit zufälligen zeitlichen Abständen hin und her. Die unzähligen Transaktionen an hunderte oder tausende Wallets sind praktisch nicht mehr nachvollziehbar und die Spuren verlaufen sich im Sand.

Geldwäsche mittels Krypto-Mixing

Den Behörden sind Krypto-Mixing-Services verständlicherweise ein Dorn im Auge. Zwar haben in Krypto-Kreisen viele Nutzer den Wunsch nach größtmöglicher Anonymität. Dennoch dürften sich auf den diversen Mixing-Plattformen etliche User tummeln, denen es nicht nur um den Schutz ihrer persönlichen Daten geht. FIOD und Europol haben jedenfalls angekündigt, ihre Informationen auch mit anderen Ländern zu teilen, um Geldwäsche & Co. den Kampf anzusagen.

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