Bitcoin-Transaktionen mixen und anonymisieren

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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Quelle: coinmixer.se

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Wir haben das Team von CoinMixer zum Thema Bitcoin-Mixen und der Anonymisierung von Bitcoin-Zahlungen befragt.

CoinMixer.se existiert seit 2015 und führt Anonymisierungen von Bitcoin-Zahlungen durch. In der deutschen Bitcoin-Community ist das Wissen an vielen Stellen voller Lücken. Viele Kommentare offenbaren, dass jede Menge Nutzer Bitcoin zwar verwenden können, jedoch nicht richtig wissen, wie Bitcoin funktioniert und welche Spuren hinterlassen werden.

CoinMixer sagt, dass jeder Mensch das Recht hat, seinen Zahlungsverkehr privat zu gestalten. Bitcoiner müssen Maßnahmen treffen, um die Anonymität von Bitcoin zu verbessern. Spuren lassen sich später schließlich nicht beseitigen.

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Wir wollten der Sache genauer auf den Grund gehen und haben uns deshalb direkt an das Team der deutschsprachigen Plattform CoinMixer gewandt. In dem nachfolgenden Interview erfahrt ihr alles, was ihr bisher über das Coinmixing wissen wolltet:

BTC-ECHO: Wie kam es zu der Idee, CoinMixer ins Leben zu rufen?

Die Entstehung immer neuer Firmen, die Bitcoin-Transaktionen analysieren und auswerten hat uns große Sorge bereitet. Wir glauben, dass Bitcoin die Freiheit bringen soll, Geld zensurfrei zu verwenden. Niemand muss wissen, wem ich Geld zahle, und niemand muss sich dafür rechtfertigen, nicht zu einem gläsernen Mensch werden zu wollen.

BTC-ECHO: Was ist euer Ziel?

Wir wollen unseren Nutzern ermöglichen, ihre Bitcoin unkompliziert zu anonymisieren. Wir achten auf den Datenschutz unserer Kunden und löschen Logins so schnell wie möglich. Es muss auch kein Account erstellt werden.

BTC-ECHO: Wie viele Leute arbeiten an dem Projekt?

Wir sind ein eingespieltes, internationales Team.

BTC-ECHO: Für welche Märkte seid ihr verfügbar?

Überall. Jeder Bitcoin-Nutzer kann CoinMixer.se verwenden.

BTC-ECHO: Wie funktioniert das mit dem Mixen genau?

Ganz einfach: Wir tauschen Bitcoin unserer Nutzer gegen Bitcoin in unserem “Pool”. In dem Pool befinden sich schon gemixte Bitcoin. Der Nutzer wird ausgezahlt in Bitcoin, die durch unseren internen Mixer niemandem konkret mehr zugeordnet werden können. Außerdem haben diese ausgezahlten Bitcoin keine Verbindung zu der Bitcoin-Adresse, von der die Bitcoin eingezahlt wurden.

BTC-ECHO: Welchen Vorteil verschafft mir der Dienst?

Er verhindert eine Blockchain-Analyse der Zahlungen. Viele Menschen wollen anonym Dienstleistungen erwerben, zum Beispiel ein VPN. Es wäre irrsinnig, diesen mit Bitcoin zu kaufen, die mit der eigenen Identität verworren sind. Viele unserer Nutzer wollen aber schon aus Überzeugung alle Bitcoin-Zahlungen nur anonym durchführen.

BTC-ECHO: Bitcoin ist doch von Natur aus „anonym”?

Bitcoin ist pseudonym. Wenn eine Bitcoin-Adresse mit einer Identität verknüpft ist, kann durch eine Blockchain-Analyse nachvollzogen werden, wohin gezahlt wurde. Zum Beispiel kann verfolgt werden, wenn von einer Bitcoin-Börse ausgezahlt wurde. Die Bitcoin-Börsen speichern natürlich, wer wohin auszahlt. Jede Bitcoin-Adresse könnte früher oder später mit einem Service in Verbindung gebracht werden. Die Verfolgung ist noch in ihren Anfängen. Bitcoin hinterlässt für immer Spuren, nur Vorsicht kann dies verhindern. Rückwirkend ist es nicht mehr möglich.

BTC-ECHO: Ist es sicher?

Sicherheit ist Vertrauenssache. Die wichtigste Ressource für einen Bitcoin Mixer ist der gute Ruf. Wir treffen folgende Maßnahmen:

– Für jedes Mixen wird ein “Letter of Guarantee” erstellt. Das ist ein mit unserem PGP-Key unterschriebenen Brief, der sagt “Wenn Sie x Bitcoin an Bitcoin-Adresse 1 senden, dann senden wir nach y Stunden Ihre Bitcoin an Bitcoin-Adresse(n) 2,3…”. Mit diesem Letter of Guarantee lässt sich kryptographisch beweisen, dass CoinMixer.se die Bitcoin senden muss. Sollte jemals ein Letter of Guarantee auftauchen, dem keine entsprechenden Zahlungen in der Blockchain folgten, wäre unser Ruf ruiniert.
– Vertrauen entsteht erst mit der Zeit. Sie können auch kleine Summen Bitcoin mixen. Müssen Sie eine größere Summe Bitcoin mixen, können Sie das zu Ihrer Sicherheit in kleinen Schritten tun.

BTC-ECHO: Was kostet mich die Anonymisierung?

CoinMixer.se erhebt eine zufällige Gebühr von 1-3 %. Damit bezahlen wir zum einen den Service und die Kosten der großen Menge an internen Bitcoin-Transaktionen. Zum anderen schützt auch die Gebühr vor einer Rückverfolgung: Eine Blockchain-Analyse kann schließlich auch durch die Zahlungssumme geschehen. Beispiel: Erst wird 1,15827 Bitcoin an einer Stelle eingezahlt, und eine Stunde später wird an eine andere Adresse 1,15827 Bitcoin ausgezahlt. Wir raten immer, mehrere Auszahlungsadressen zu verwenden, die Gebühr hilft bei der weiteren Verschleierung.

BTC-ECHO: Vielen Dank für das interessante Interview

Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem Mixen und Anonymisieren von Bitcoin-Zahlungen gemacht? Teilt es uns gerne in der Kommentarfunktion mit.

Disclaimer: Das Mixen von Bitcoins befindet sich in einer “Grauzone”. Dieser Artikel dient lediglich der Information unserer Leser. Die Benutzung solcher Dienste ist jedem User selbst überlassen. BTC-ECHO übernimmt keine Gewähr.

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