Bitcoin-Kurs: Chinas Rolle im Krypto-Crash

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Bitcoin-Kurs: Chinas Rolle im Krypto-Crash

Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs sinkt weiter. Die Kryptowährung hat in den letzten 24 Stunden über 6 Prozent an Stärke verloren, der gesamte Krypto-Markt ist im Sinkflug. Gründe dafür findet man in China und in der technischen Analyse.

Der Bitcoin-Kurs setzt seinen Sinkflug fort. Seit er am 21. November die 8.000-US-Dollar-Marke nach unten durchschritten hatte, musste der Kursverlauf der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung seine bearishen Tendenzen fortsetzen. So notiert der Bitcoin-Kurs bei aktuell 7.550 US-Dollar. Damit verlor BTC in den letzten 24 Stunden knapp 7,5 Prozent an Stärke. Was ist passiert?

Bitcoin-Kurs sinkt, schlechte Stimmung in China

Während der Bitcoin-Kurs zum derzeitigen Sinkflug ansetzte, machte die Meldung die Runde, dass Niederlassungen der Bitcoin-Börse Binance in Shanghai von Behörden durchsucht worden seien. Im Rückgriff auf „anonyme Quellen“ schrieb der Krypto-Blog The Block etwa:

Die Niederlassung von Binance in Shanghai, die einst einige der Top-Führungskräfte der Exchange beherbergte, schloss in den letzten Wochen abrupt seine Pforten, was seine Angestellten dazu zwang, von unterwegs zu arbeiten oder nach Singapur umzusiedeln […]. Quellen zufolge wurde die Niederlassung der Börse in Shanghai kürzlich von der Polizei durchsucht. Die Quellen sagten außerdem, dass viele von Binances Führungskräfte sowie 100 andere Angestellte dort gearbeitet hatten.

The Block berichtet außerdem, dass es – obwohl Binance bestritt, überhaupt Niederlassungen in China betrieben zu haben – Fotos gebe, die von einem Binance-Büro in Shanghai zeugten.


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Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Bloomberg bekräftigte Binance jedoch, keine Niederlassungen in Shanghai betrieben zu haben. So zitiert Bloomberg einen Binance-Sprecher:

Jegliche Berichte über Polizei-Razzien sind falsch. Wir haben keine Niederlassung in Shanghai.

Ob wahr oder nicht: Die Gerüchte haben sicher ihren Teil dazu beigetragen, den Bitcoin-Kurs nach unten zu stoßen.

China fährt Geschütze gegen Bitcoin & Co. auf

Dass China aktuell hart mit Bitcoin & Co. ins Gericht geht, ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. So kann man etwa eine Anti-Bitcoin-Kampagne beobachten, die letzten Endes darauf ausgelegt ist, den E-Yuan mit all seinen politischen und ökonomischen Konsequenzen zu rechtfertigen.

So endet heute, am 22. November, eine Untersuchung der chinesischen Regierung zu Token Sales und Krypto-Aktivitäten. Wie das chinesische Finanznachrichtenmagazin am 15. November berichtet hatte, hatten die Hauptniederlassungen der chinesischen Zentralbank und der Regulierungsbehörde in Shanghai diese Untersuchungen angeordnet. Laut diesen Informationen waren die Untersuchungen darauf ausgerichtet, Unternehmen zu untersuchen, die sich mit Krypto-Trading, Token Sales und auch der Ausgabe von Token in Übersee beschäftigten. Kurzum: Sie sollten das chinesische Bitcoin-Ökosystem genau unter die Lupe nehmen. Die identifizierten Unternehmen sollten demnach im Anschluss ihren Betrieb schließen – dass es infolgedessen zu Panikverkäufen und einem Einbruch beim Bitcoin-Kurs, darf man annehmen.

Im Zuge der sich verschärfenden Krypto-Maßnahmen der Kommunistischen Partei mussten außerdem sowohl TRON als auch Binance ihren Auftritt im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo aufgeben – sie waren gesperrt worden, wie Caixin an anderer Stelle berichtet hatte.

Chinas Blockchain-Pläne

Während die Krypto-Luft in China dünner wird und der Bitcoin-Kurs fällt, arbeitet die chinesische Regierung weiter an den eigenen Blockchain-Bestrebungen. Laut weiteren chinesischen Medienberichten heuert die chinesische Zentralbank nach wie vor Blockchain-Experten an, um die Forschung in diesem Bereich zu fördern. Ob diese direkt mit dem E-Yuan in Verbindung gebracht werden können, ist allerdings nicht gesichert – es wurde bisher nicht bestätigt, ob dieser tatsächlich auch blockchainbasiert ist.

Technische Daten zum Bitcoin-Kurs

Neben FUD aus China, erreichte uns am 21. November außerdem die Meldung, dass technische Daten auf eine Kapitulation der Miner hindeuten. Auch hier kann man einen Zusammenhang mit dem Bitcoin-Kurs erkennen. So ist der gleitende Mittelwert der Hash Rate des letzten Monats unter den der letzten beiden Monate gerutscht. Die gängige Interpretation dieser Tatsache geht dahin, dass immer mehr Miner ihre Geräte vom Netz nehmen. Der Arbeitsaufwand scheint sich hier in Bezug auf den Bitcoin-Kurs nicht mehr zu lohnen. Dahingehend, so die weitere Interpretation, beginnen Miner, ihre BTC auszucashen, was bei erhöhten Verkäufen wiederum zu einem sinkenden Bitcoin-Kurs führen kann und im schlimmsten Fall in einer Abwärtsspirale endet.

Ob der verlangsamte Hash-Rate-Anstieg zwingend eine Miner-Kapitulation bedeutet, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen.

Bitcoin-Kurs im Fokus

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kurs von Chief Analyst Dr. Philipp Giese

Bitcoin-Kurs im Sinkflug

Der jüngste Sturz beim Bitcoin-Kurs war der bisher erreichte Tiefpunkt einer längeren Entwicklung. Seit Anfang November befindet sich der Bitcoin-Kurs in einem Abwärtstrend, dessen Resistance nie durchbrochen werden konnte. Mit dem jüngsten Kurssturz fiel der Kurs fast auf das Niveau von Ende Oktober zurück und testete den durch dieses Minimum gebildeten Support. Insgesamt ist die Lage weiterhin bearish zu bewerten. Auch wenn der RSI aktuell im stark überverkauften Bereich ist, sollte man nicht sofort Hoffnung auf einen Kurswechsel haben. Die Signale, die wir gestern gegeben haben, gelten weiterhin.

Was langfristig beunruhigt, ist das Absinken der Indikatoren im Wochenchart. Der RSI fiel wieder unter 50, der Aroon-Down-Indikator stieg wieder an und der MACD steht kurz vor einem Sinken in negative Gefilde. Derart bearishe Indikatoren waren in der Vergangenheit immer der Auftakt für einen Bärenmarkt. Die Sorge ist also, dass wir in einen neuen Bärenmarkt eintreten, sollte der Bitcoin-Kurs nicht wieder Aufwind erhalten.

Charts am 22. November 2019 mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,90 Euro.

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