Meinungs-ECHO Bitcoin (BTC) zum Mond – oder doch nicht?

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Roter Pfeil, blauer Bitcoin-Pfeil

Quelle: Shutterstock

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Zankapfel Stock-to-Flow-Modell: Hedgefondsmanager Nico Corderio rechnet mit PlanBs Mond-Modell ab. Derweil machen die Bitcoin-Bullen Rochard und Keiser keine Anstalten, von positiven Kursaussichten abzuweichen.

Max Keiser: Bitcoin extrem unterbewertet

Das Bitcoin-Bullentum stürzt sich mit Eifer auf alles, was nach Hopium riecht. Davon nimmt sich Russia-Today-Moderator Max Keiser nicht aus. Der Journalist mit Börsenerfahrung gilt als starker Verfechter der Kryptowährung Nr. 1 und erklärt seinem Publikum im wöchentlichen Keiser Report, wieso Bitcoin ein super Investment ist. Neuerdings stützt Keiser seine Prognose von einem BTC-Kurs von 500.000 US-Dollar auf den anstehenden sogenannten Hash War zwischen den USA, Venezuela und Iran. Die „Schurkenstaaten“ kontrollieren bereits nennenswerte Prozentsätze der globalen Hash Rate – es sei daher nur eine Frage der Zeit, bis die Vereinigten Staaten ins Mining-Geschäft einsteigen, so Keiser.

Iran kontrolliert bereits drei Prozent der weltweiten Hash Rate. Venezuela wird bald auf drei bis fünf Prozent kommen. Irgendwann werden die USA sagen, dass sie in den Wettlauf einsteigen müssen. Sodann wird man versuchen, 20 Prozent der Hash Rate für sich zu gewinnen – das wird den Bitcoin-Kurs auf 400.000 US-Dollar bis 500.000 US-Dollar katapultieren.

Max Keiser

Nico Corderio: Stock-to-Flow-Modell nur Marketingkampagne

„Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.“ Wenn es nach Captain Buzz Lightyear aus Toy Story ginge, dann würde Bitcoins Mondreise niemals enden. Ähnliche Phantasievorstellungen habe auch Bitcoin Researcher PlanB, so zumindest eine wachsende Anzahl an Kritikern des berühmten Stock-to-Flow-Modells (s2f-Modell). Wie wir vergangene Woche berichteten, hat es PlanB mit seinen permabullishen Kursprognosen (BTC soll demnach bereits im nächsten Jahr im im mittleren fünfstelligen Bereich handeln) etwas zu gut gemeint.

Zuletzt hat Nico Corderio, Portfolio Manager bei dem Krypto-Hedgefonds Strix Leviathan, dem s2f-Modell „fatale Mängel“ attestiert.

Das s2f-Papier ist keine richtige empirische Analyse, sondern eher eine Art Marketing-Artikel, in dem der Autor versucht, die Leser davon zu überzeugen, dass Bitcoin morgen viel mehr wert sein wird. Dies mag sich als wahr herausstellen oder auch nicht, aber es hat wenig mit der Schöpfungsrate von Bitcoin zu tun.

Nico Corderio

… oder etwa doch nicht?


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Aus Sicht von Bitcoin-Maximalist Pierre Rochard gibt es demgegenüber keinen Widerspruch zwischen Stock-to-Flow-Modell und Kursen in schwindelerregender Höhe. Im Gegenteil: Bitcoin sei gerade so konzipiert, dass der Kurs aufgrund der wachsenden Wirtschaft immer weiter ansteigt.

Wenn die globale Produktivität Jahrzehnt für Jahrzehnt weiter zunimmt, wird es nie ein Bitcoin-“Top” geben. Warum? Weil die Kaufkraft dank der produktivitätsbedingten Deflation stetig zunehmen wird. Selbst die letzten Anwender werden von Bitcoins Sparpotenzial profitieren!

Pierre Rochard

Das sei ja gerade das Schöne an deflationärem Geld wie Bitcoin. Warten wir es ab.


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