Corona Marktbericht Bitcoin (BTC) wieder über 6.000 US-Dollar – Deutschland droht der Shutdown

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

Quelle: Shutterstock

Die Bürger in Italien, Spanien und Frankreich sitzen die Pandemie bereits zuhause aus und auch in Deutschland rückt eine mögliche Ausgangssperre immer näher. Als letztes Mittel, die Bewegungsfreiheit der Menschen radikal einzuschränken, lässt sich ein solches Szenario bei der aktuellen Entwicklung der Krise nicht mehr ausschließen. Der Krypto-Markt kann im Vergleich zu den Vortagen deutlich zulegen.

Die jüngsten Entwicklungen der Corona-Krise und die Auswirkungen auf die traditionellen Märkte und das Bitcoin-Ökosystem im täglichen Marktupdate.

Coronavirus und die internationale Lage

Deutschland macht dicht. Geschäfte, Schulen, Kitas und sämtliche Versammlungsorte mussten bereits aus Vorsorgemaßnahmen schließen. Nun bleiben auch immer mehr Wohnungstüren verschlossen. In Italien, Spanien und Frankreich hüten die Bürger wegen der verhängten Ausgangssperren bereits seit einigen Tagen die eigenen vier Wände. Dieses Szenario könnte auch in Deutschland immer näher rücken.

  • Italien verlängert Ausgangsperre

Die bereits verhängte Ausgangsperre in Italien soll verlängert und bis über den 3. April hinaus bestehen bleiben. Dies teilte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte gegenüber der Zeitung Il Corriere della Sera mit. Auch die spanische Regierung hat bereits eine Verlängerung der Ausgangssperre angekündigt. In Frankreich dauern entsprechende Maßnahmen an, während die Bürger im US-Bundesstaat Kalifornien die Pandemie auch ab sofort zuhause aussitzen müssen.

  • Bundesregierung setzt noch auf Vernunft

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Zwar sieht die deutsche Regierung bislang von einem Ausgangsverbot ab. Bei der derzeitigen Situation und ungewissen Entwicklung der Krise will und kann man dieses Szenario aber nicht mehr ausschließen. Fraglich ist jedoch, wie eine bundesweite Einschränkung der Bewegungsfreiheit rechtlich gedeckt ist und welche Mittel mobilisiert werden können, um diese umzusetzen.

  • Kommunen und Länder in Bereitschaft 

Die bayrische Stadt Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth musste bereits am Mittwoch, dem 18. März, die Notbremse ziehen und eine Ausgangssperre verhängen, ebenso wie Freiburg im Breisgau. Dort gilt ab heute eine beschränkte Ausgangssperre vorerst bis zum 3 April.

Da die Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung des Virus wächst, könnten einzelne Bundesländer und Städte in den nächsten Tagen ähnliche Verbote erlassen. Ministerpräsident Markus Söder hat eine Sperre bereits für Bayern angedroht, ebenso wie Berlins Bürgermeister Michael Müller für die Hauptstadt.

Leichte Genesung an den Börsen

Das 750 Milliarden Euro schwere Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank hat am 19. März etwas Wirkung an den Börsen gezeigt. Der DAX konnte 168,72 Punkte zulegen und den Handelstag mit einem leichten Plus von 2 Prozent bei 8.610,43 Punkten schließen. Bei Börsenöffnung kann der deutsche Leitindex die Marke von 9.000 wieder durchbrechen und startet mit einem Plus von 424,39 Punkten und einen Gewinn von knapp 4,93 Prozent bei 9.034 Punkten in den neuen Handelstag.

Der Leitindex Dow Jones Industrial legte im gestrigen Handelsverlauf mit 20.087,19 Punkten um 0,95 Prozent zu, während der marktbreite S&P 500 bei Handelsschluss mit 0,47 Prozent Plus bei 2.409,39 Punkten lag. Zum neuen Handelstag startet der Dow Jones mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 20.730,40 Punkten, während der S&P 500 um 3,34 Prozent zulegt und aktuell bei 2.489,79 Zählern steht.

Auch die Preise für Gold und Öl sind wieder gestiegen. Der Goldpreis legte um 3,08 Prozent zu und steht aktuell bei 1.512,65 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 6,16 Prozent auf 29,83 US-Dollar, während ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit 26,67 US-Dollar rund 6,34 Prozent mehr als am Vortag kostet.

ifo Geschäftsklima schlägt Alarm

Die am gestrigen Tag veröffentlichte Konjunkturprognose des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) für das Frühjahr 2020 fällt erwartungsgemäß finster aus. Durch die Folgen der Krise werde die Weltwirtschaft nachhaltig geschädigt, wobei sich das volle Ausmaß noch nicht überblicken lasse.

So rechnet das Institut damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen könnte. Auch der Arbeitsmarkt werde noch lange unter der Krise leiden.

Der vorläufige ifo Geschäftsklimaindex ist derweil von 96 Punkten im Februar auf 87,7 Punkte im März gekracht. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2009. Sowohl die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate als auch die aktuellen Lageeinschätzungen gehen von massiven Einbrüchen in der Konjunktur aus. Die Wirtschaft steuere der Rezession unausweichlich entgegen.

Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, befürwortet daher die Hilfspakete der Regierung und sieht schwere Zeiten für die Wirtschaft kommen:

Wenn die Wirtschaftsaktivität nur für zwei Monate auf 65 Prozent des Normalniveaus zurückgeht und danach wieder wächst wie erwartet, würde die Wirtschaftsleistung für das Gesamtjahr um 5 Prozent schrumpfen. Das wäre ein Einbruch wie im Finanzkrisenjahr 2009. Es kann aber auch deutlich schlimmer kommen.

Die Schätzungen der Experten gehen von einer Verlangsamung der Pandemie mit einer darauffolgenden Erholung der Wirtschaft aus. Da sich aber nicht vorhersagen lässt, wie die Pandemie verläuft, ob die getroffenen Maßnahmen wirken oder sich die Ausbreitung beschleunigt, besteht ein großes Abwärtsrisiko bei den Prognosen.

Krypto-Markt: Bitcoin & Co. legen zu

Der Krypto-Markt hat nach den schweren Einbrüchen seit Ausbruch der Krise innerhalb der letzten 24 Stunden wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Gesamtmarktkapitalisierung ist um 17 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vortag und so konnten sämtliche Kryptowährungen wieder zulegen. Der Bitcoin-Kurs ist um 15 Prozent gestiegen und konnte wieder die Marke von 6.000 US-Dollar durchbrechen. Lag die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung zum Vortag noch knapp oberhalb der 5.000 US-Dollar, notiert er aktuell bei 6.243 US-Dollar. Ethereum konnte sich ebenfalls wieder erholen und legte um 16,6 Prozent auf knapp 137 US-Dollar zu. Der Ripple-Coin XRP verzeichnet ein Plus von knapp 10 Prozent und notiert aktuell bei 0,161 US-Dollar.

Nachdem der Krypto-Markt von einer Welle an Abverkäufen zu Boden gerissen wurde, könnte die Entwicklung bereits eine Reaktion auf die Maßnahmen der Notenbanken sein und darauf hindeuten, dass vor allem institutionelle Anleger den Bitcoin Drop verursacht haben, die risikoreiche Anlagen verkaufen mussten und jetzt wieder in den Krypto-Markt einsteigen.

Raffael Huber, Head of Research bei Bitcoin Suisse, teilte BTC-ECHO mit:

Die Bank of England hat angekündigt, de facto unlimitierte Mengen an neuem Geld auf den Markt zu werfen. Auch in den USA sehen wir massive Geld- und fiskalpolitische Maßnahmen. Kryptowährungen leiden zu Beginn dieser globalen Krise mit, da Anleger vor allem hungrig nach Liquidität (Cash) sind. Längerfristig könnte es jedoch sein, dass Kryptowährungen von diesen Maßnahmen, welche die Geldmenge im Umlauf erhöhen, profitieren – denn die jemals existierende Menge an Bitcoin ist auf 21 Millionen limitiert.

Tatsächlich könnte der Krypto-Markt also von der derzeitigen Situation an den traditionellen Märkten langfristig profitieren. Aber auch wenn die jüngsten Entwicklungen Grund zur Hoffnung geben, lässt sich nicht einschätzen, wie sich die Corona-Pandemie auf den nach wie vor hochvolatilen Krypto-Markt in kommender Zeit auswirkt.

Technische Analyse des Bitcoin-Kurs

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kurs von Chief Analyst Dr. Philipp Giese

Endlich tut sich wieder etwas im Bitcoin-Chart. Noch besser: zugunsten des Bitcoin-Kurses. Der Bitcoin-Kurs konnte endlich wieder den gleitenden Mittelwert der letzten 200 Wochen, die 6.000 US-Dollar, überschreiten und damit positiv aus dem bisher verfolgten Triangle Pattern ausbrechen. Entsprechend ist in den Indikatoren eine leichte Erholung zu sehen, sodass wir auf eine bullishe Einschätzung kommen.

  • Long-Position: Entry bei 6.433,98 US-Dollar, Targets bei 7.220,24 US-Dollar und 7.956,29 US-Dollar, Stop Loss bei 5.990,35 US-Dollar.
  • Short-Position: Entry bei Fall unter 5.014,81 US-Dollar, Target bei 3.850 US-Dollar, Stop Loss bei 5.497,44 US-Dollar.

Tages- und Stundenchart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt

Im Stundenchart ist der Ausbruch aus dem Triangle Pattern deutlich sichtbar. Die Situation ist kurzfristig eher bullish einzuschätzen. Zur Definition einer kurzfristigeren Handelsstrategie machen wir von Fibonacci-Retracement-Levels Gebrauch.

  • Long-Position: Entry bei 6.466,55 US-Dollar, erstes Target bei 7.128,08 US-Dollar , Stop Loss bei 6.002,74 US-Dollar.
  • Short-Position: Entry bei Fall unter 5.537,74 US-Dollar, Target bei 4.963,02 US-Dollar, Stop Loss bei 6.002,74 US-Dollar.

Gesamtmarktvisualisierung

Die Abbildung des Gesamtmarkts von coin360 visualisiert die Kursgewinne der letzten 24 Stunden im Krypto-Markt:

Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Charts am 20.03.2020 mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,93 Euro.


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