Nicht ganz sauber Bitcoin-Börse mit Wash-Trading-Vorwurf konfrontiert

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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ein goldfisch mit einer haifischflosse

Quelle: Shutterstock

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Die Krypto-Welt steht vor einem neuen Wash-Trading-Skandal. Denn im Fall der kanadischen Bitcoin-Börse Coinsquare veröffentlichte die zuständige Wertpapieraufsichtsbehörde ein Anschuldigungsschreiben. Dabei geht es um Marktmanipulation in Höhe von 90 Prozent des Handelsvolumens.

Durch einen Leak erfuhr die Öffentlichkeit vor wenigen Tagen, dass die kanadische Bitcoin-Börse Coinsquare ihr Trading-Volumen künstlich aufgebläht haben soll. Die offizielle Reaktion hat nicht lange auf sich warten lassen. Denn die zuständige Aufsichtsbehörde Ontario Securities Comission (OSC) veröffentliche am 16. Juni ein offizielles Anschuldigungsschreiben. Für den 21. Juli ist nun eine Anhörung geplant, die über die Annahme einer Vergleichsvereinbarung zwischen der OSC und Coinsquare entscheiden soll.


Nach Ansicht der OSC betrieb die Bitcoin-Börse im Zeitraum von Juli 2018 bis Dezember 2019 Wash Trading im großen Stil. Bei dieser verbotenen Börsenpraxis werden Kaufaufträge für ein Asset durch gleich große Verkaufsaufträge ergänzt. Als Folge wechselt das Asset zwar nicht den Besitzer, das Handelsvolumen der Börse wird jedoch künstlich aufgebläht. Insbesondere im Krypto-Space ist Wash Trading ein großes Problem.

Recherchen aus dem Jahr 2019 zeigen etwa, dass über 90 Prozent des Handelsvolumens der größten Kryptowährungen auf derartige Marktmanipulationen zurückzuführen sind. Im Coinsquare-Fall sprechen die Zahlen eine ähnliche Sprache. Die Krypto-Börse soll 840.000 Wash Trades im Wert von 590.000 Bitcoin durchgeführt haben. Dies entspricht mehr als 90 Prozent ihres Handelsvolumens für den relevanten Zeitraum.

Anschuldigungen gegen drei Mitglieder der Coinsquare-Chefetage

Die OSC macht drei Mitglieder des Managements aus, die für das Wash Trading verantwortlich sein sollen. Im Zentrum der Anschuldigungen steht mit Cole Diamond der CEO der Bitcoin-Börse. Die Finanzbehörde wirft ihm vor, die Anweisung für die Marktmanipulation gegeben zu haben. Der Coinsquare-Gründer und damalige Chief Technology Officer Virgile Rostand soll hingegen den Algorithmus angefertigt haben, der dabei zum Einsatz kam. Dem Chief Compliance Officer Felix Mazer legt die OSC schließlich zur Last, nicht für die ordnungsgemäße Einhaltung der Compliance-Richtlinien gesorgt zu haben.

Die Bitcoin-Börse soll im Februar 2018 Kontakt mit der OSC aufgenommen haben. Dabei ging es zunächst um informelle Beratungsgespräche. Coinsquare wollte eine Lizenz erhalten, um in Ontario mit Derivaten und Wertpapieren handeln zu dürfen. Der Wash-Trading-Plan soll kurze Zeit später initiiert worden sein. Der Algorithmus der dabei zum Einsatz kam, wurde im Juli 2018 das erste Mal verwendet.

In den darauf folgenden eineinhalb Jahren soll Coinsquare sodann nicht nur Marktmanipulation betrieben haben. Stattdessen machte die Bitcoin-Börse sowohl gegenüber der OSC als auch gegenüber einer argwöhnischen Öffentlichkeit diesbezüglich fehlerhafte Angaben. Nichtsdestoweniger stellte Coinsquare 2019 einen Antrag bei der Investment Industry Regulatory Organization of Canada (IIROC). Coinsquare wollte sich bei dieser kanadischen Selbstregulierungsorganisation als Investmentdealer registrieren lassen.

Diamond ließ den Algorithmus schließlich abschalten, nachdem die OSC Coinsquare im Dezember 2019 einen überraschenden Kontrollbesuch abstattete. Auch interne Kritik brachte sie offenbar nicht von der Marktmanipulation ab.

Bitcoin-Börse feuerte internen Whistleblower

Das Anschuldigungsschreiben bezichtigt Diamond außerdem, das Arbeitsverhältnis mit einem internen Whistleblower rechtswidrig beendet zu haben. Der Coinsquare-Mitarbeiter, dessen Name unveröffentlicht bleibt, arbeitete seit November 2018 im Team für automatisierte Handelsstrategien. Durch diese Tätigkeit stieß er auf den Wash-Trading-Algorithmus.

Im Verlauf des darauf folgenden Jahres äußerte der Whistleblower wiederholt Bedenken bei seinen Vorgesetzten. Im Oktober 2019 gab er schließlich an, auf Grund des zunehmenden Drucks der OSC unter erhöhtem Stress zu stehen. Er wollte nichts mit der Sache zu tun haben. Die Bitcoin-Börse terminierte daraufhin zum Dezember sein Arbeitsverhältnis. Aus Sicht der OSC stellt dies eine unzulässige Vergeltungsmaßnahme dar.

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