Wash Trading: Über 90 Prozent des Krypto-Handelsvolumen ist Fake
Wash Trading, Wash Trading: Über 90 Prozent des Krypto-Handelsvolumen ist Fake

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Wash Trading: Über 90 Prozent des Krypto-Handelsvolumen ist Fake

Nach wie vor ist das Wash Trading im Krypto-Sektor ein großes Problem. Wie ein vergleichender Blick auf verschiedene Datenquellen zeigt, dürfte bei so mancher Top-10-Kryptowährung weit über 90 Prozent des Handelsvolumen auf Wash Trading zurückzuführen sein.

Auf dem klassischen Finanzmarkt ist das künstliche Erzeugen von Handelsvolumen durch Börsen – man spricht von Wash Trading – illegal. Schließlich handelt es sich um ein probates Mittel zur Marktmanipulation und ist damit unzulässig.

Anders verhält es sich am größtenteils unregulierten Krypto-Markt. Hier erzeugen Börsen Fake-Handelsvolumen, was das Zeug hält. Demnach gibt es kaum eine Exchange, die von dieser Praxis nachweisbar Abstand nimmt. Wie gravierend der Unterschied zwischen tatsächlichem und behaupteten Trade Volume ist, zeigt indes ein vergleichender Blick auf verschiedene Marktindizes.

So weist die Plattform Coingecko zur Stunde beispielsweise ein tägliches Handelsvolumen von 911 Millionen US-Dollar für Ripples XRP aus. Laut Openmarketcap, einer Kurs- und Datenplattform, die eigenen Angaben zufolge nur Wash-Trading-freie Bitcoin-Börsen listet, könne man aktuell allerdings nur von einem Handelsvolumen von etwa 47 Millionen US-Dollar ausgehen. In anderen Worten: Knapp 95 Prozent des XRP-Volumens ist gefälscht.


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Dieses Bild zieht sich durch alle Top-10-Kryptos. Eine Auswahl:

  • Bitcoin: Angeblich 13 Milliarden US-Dollar tägliches Handelsvolumen. Tatsächlich 630 Millionen US-Dollar Handelsvolumen (etwa 95 Prozent Fake).
  • Ethereum: Angeblich 5,5 Milliarden US-Dollar tägliches Handelsvolumen. Tatsächlich 159 Millionen US-Dollar Handelsvolumen (97 Prozent Fake).
  • Litecoin: Angeblich 2,8 Milliarden US-Dollar tägliches Handelsvolumen. Tatsächlich 66 Millionen US-Dollar Handelsvolumen (knapp 98 Prozent Fake).

Altcoins illiquider als gedacht

Yin Yin Wu, Gründerin von Openmarketcap, erklärt die zweifelhafte Praxis der Börsen indes so:

Exchanges haben einen Anreiz, falsche Zahlen zu publizieren, um sich im Vergleich zur Konkurrenz besser positionieren zu können.

Zwar sei das Volumen für die großen Kryptos wie Bitcoin, Litecoin und Ether trotz der Fälschung hoch genug. Für kleinere Coins bedeutet die Diskrepanz allerdings, dass die Märkte in Wahrheit äußerst illiquide sind.



Zudem müsse man nach Berücksichtigung von Fake-Volumen auch die Marktdominanz Bitcoins nach oben korrigieren:

Bitcoin handelt beim siebenfachen und nicht bloß beim doppelten Handelsvolumen von ETH, wenn man faire Börsen betrachtet. Der Marktanteil beim Handelsvolumen von Bitcoin verdoppelt sich und steigt von 32 Prozent auf 64 Prozent an.

Wash Trading weit verbreitet

Bereits letzte Woche berichtete BTC-ECHO über den neuen Report des Blockchain-Transparency Institute. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass auch namhafte Börsen wie OKEx und HitBTC zu den Sündern gehören.

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