Bitcoin-Börse Bitfinex schließt sich mit Blockstream zusammen – und katapultiert sich weiter ins Abseits

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Bitfinex katapultiert sich weiter ins Abseits. Verschiedene Rettungsmaßnahmen sprechen eine deutliche Sprache: Die Bitcoin-Börse verliert mit jedem Tag mehr an Vertrauenswürdigkeit. Die Kooperation mit Blockstream wird ihr Image nicht aufpolieren.

Bitfinex hat sich in der jüngeren Vergangenheit zunehmend in ein negatives Licht gerückt. Wir berichteten bereits im Oktober 2018 darüber, dass alles darauf hindeutet, dass die Bitcoin-Börse auf einen Bankrott zusteuert. In Verbindung mit Zensurmaßnahmen gegenüber Reddit-Kommentaren sowie dem instabilen Stable Coin Tether begann sich die Börse, ins Abseits zu katapultieren. (Mehr dazu hier).

Bitfinex: Eine Bitcoin-Börse mit Liquiditätsproblemen


Es sollte dann noch ein gutes halbes Jahr dauern, bis die US-Justiz den Handelsplatz für Kryptowährungen anprangerte. Dahingehend klagten die Behörden Bitfinex an, Gelder veruntreut zu haben – insgesamt 850 Millionen US-Dollar wanderten offenbar in unbekannte Taschen bzw. Krypto-Wallets.

Dann – mutmaßlich aufgrund von  Liquiditätsproblemen – die selbst organisierte Rettungsaktion: Mit einem Initial Exchange Offering will die Börse nun die stattliche Summe von einer Milliarde US-Dollar einsammeln. Dahingehend führt sie einen Token namens „Leo“ ein, der die internen Gebühren senken und damit die monetäre Infrastruktur stärken soll – ein cleverer Marketingtrick, der letztlich nur dazu führen kann, uninformierte Investoren anzulocken.

Die Kooperation mit Blockstream

Nun kommt es zu einer weiteren Verstrickung. Denn wie das Unternehmen in einem Blog-Post offiziell mitteilt, integriert Bitfinex nun Liquid von Blockstream. Damit wird eine Kooperation, die seit über drei Jahren im Raum steht, nun real.

Das Unternehmen Blockstream bietet mit Liquid eine Sidechain-Lösung für das Bitcoin-Netzwerk an. Damit zielt es vor allem auf Unternehmen ab, die Bitcoin nutzen wollen. Um es kurz zu machen: Blockstream will die Bitcoin Blockchain entlasten, indem es eine „förderalisierte Sidechain“ anbietet. Damit gibt es neben der ursprünglichen Bitcoin Blockchain also eine zusätzliche Kette, auf der Transaktionen durchgeführt werden. Das Problem der Skalierung soll damit – zumindest ansatzweise – gelöst werden.

Das Problem, das dabei entsteht, scheint aktuell symptomatisch für den Krypto-Sektor zu sein. Denn hier schließen sich zwei große Unternehmen zusammen, was wiederum zu einer Zentralisierung führt. Diese findet sich zum einen in den Federated Sidechains, weil sich damit Unternehmen einen digitalen Platz außerhalb des Bitcoin-Ökosystems bzw. der Blockchain schaffen, mit denen sie sich untereinander austauschen können.

Federated Sidechains und die Umgehung der Bitcoin Blockchain

So sparen sie Transaktionsgebühren und können kontrollieren, wann es zur tatsächlichen Ausführung der Transaktionen auf der Bitcoin Blockchain kommt. Die Transparenz der Bitcoin Blockchain wird damit letztlich auch umgangen. So heißt es auf der Homepage von Liquid:

Liquid unterstützt vertrauliche Transaktionen für die Höhe der Bitcoin, während sie zwischen Nutzern im System übertragen werden, was Nutzer vor einer Enthüllung schützt.

Was mit dem Zusammenschluss der Unternehmen Bitfinex und Blockstream passiert, widerspricht letztlich der Grundidee hinter Bitcoin: einer Dezentralisierung. Schließlich ist Bitcoin als Geldsystem konzipiert, das Mittelsmänner umgeht. Durch die Sidechains und vor allem den Zusammenschluss beider Unternehmen etablieren sich diese jedoch wiederum genau als das: als Mittelsmänner.

Bitfinex sucht nach den monetären Strohhalmen

Abgesehen davon steht Bitfinex nach wie vor in der Kritik und droht allem Anschein nach, weiterhin auf einen Bankrott zuzusteuern. Sowohl der Initial Exchange Offering als auch die Turbulenzen um Tether deuten daraufhin, dass das Unternehmen nach allen monetären Strohhalmen greift, um nicht unterzugehen.

Zudem berichten Nutzer auf Reddit vermehrt darüber, dass die Börse Liquiditätsprobleme hat. So soll es ihnen aktuell nicht möglich sein, ihr Kapital von der Börse abzuziehen, da diese das blockiert. Cryptoslate berichtet außerdem darüber, dass die Börse nach wie vor stark zensiert und auf Nutzer-Anfragen nicht reagiert. Die Krypto-Newsseite legt außerdem nahe, dass die Krypto-Community auf ein zweites Mt.Gox zusteuern könnte und legt einen Exit Scam nahe.

Letzteres sind allerdings bloße Vermutungen, man kann hier offensichtlich nicht von bestätigten Meldungen sprechen.

Dennoch: Die Anklage der US-Justiz, die vermehrten Versuche, Kapital aufzutreiben sowie die Zensurmaßnahmen und Liquiditätsprobleme werden die Vertrauenswürdigkeit von Bitfinex nachhaltig beschädigen.

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