Offener Brief Bekommt die Politik den E-Euro noch auf die Kette?

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

10- und 20-Eurocent-Münzen in Nahaufnahme

Quelle: Shutterstock

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Das Frankfurt School Blockchain Center trägt in einem offenen Brief die Forderung nach einem E-Euro an die Bundesregierung.

Die Entwicklung und Umsetzung eines digitalen Euro tritt auf der Stelle. Obwohl es an Konzepten und Plänen nicht mangelt, ist der E-Euro nach wie vor ein Traumgebilde. Mit einem offenen Brief wendet sich Prof. Dr. Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center, an die Bundesregierung und erhofft sich, nötige Impulse zu setzen, um der Entwicklung eines E-Euro auf die Sprünge zu helfen.

Europa am Scheideweg


Mit einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft ändern sich auch die Anforderungen an unser Geldsystem. Doch während sich die Technisierung ganzer Wirtschaftszweige im stetigen Wandel befindet, hat der Euro den Übergang aus der analogen Welt nur in Teilen vollzogen.

Daher sei es jetzt an der Zeit, praktikable Konzepte zu erarbeiten, die auch zeitnah umgesetzt werden können. Wie sich dem offenen Brief entnehmen lässt, seien die nächsten Schritte entscheidend und richtungsweisend für die Zukunft der europäischen Ökonomie:

Heute stehen wir wieder an einem Scheideweg. Die Art und Weise, wie Verbraucher und Unternehmen miteinander interagieren, verändert sich aufgrund bestehender und künftiger technologischer Möglichkeiten rasch. Es entstehen neue Geschäftsmodelle, und bestehende Geschäftsmodelle sind oder werden digital umgewandelt. Es ist an der Zeit, dass wir unser Geldsystem aktualisieren und angemessene Formen des digitalen Geldes einführen, um sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen von Verbrauchern und Unternehmen entspricht.

Die Anwendungsfelder für einen digitalen Euro seien demnach mannigfaltig. Industrie 4.0, zukünftige Mobilität und Logistik, das Internet der Dinge (IoT) und die Monetarisierung von Daten sind nur einige der Bereiche, in denen der E-Euro seine Stärken ausspielen könnte. Im gleichen Maße, wie diese Bereiche wachsen und Fortschritte erzielen, steigt auch die Dringlichkeit einer programmierbaren Währung.

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Roadmap zum E-Euro

Um es nicht bei luftleeren Forderungen zu belassen, schlägt Sandner eine konkrete Roadmap vor, die die schrittweise Entwicklung und Einführung eines E-Euro festhält. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine für den Interbankenverkehr und den Großhandel bestimmte CBDC. Zielsetzung des offenen Briefs ist eine für „Verbraucher, Industrieunternehmen, Finanzorganisationen und Einzelhändler“ zugängliche Währung.

Daher soll die geforderte Währung auch nicht das Bargeld ablösen, sondern ergänzen. Auf Grundlage der Blockchain-Technologie bringt der E-Euro als Token demnach folgende Vorteile mit sich:

  • Erreichen einer weiten Zielgruppe von Einzelpersonen und Industrieunternehmen, über Finanzorganisationen bis Einzelhändlern
  • Programmierbarkeit durch Smart Contracts, um automatisierte Prozesse und Finanzdienstleistungen wie Zinszahlungen, Darlehen, Treuhandkonten oder Leasing zu ermöglichen
  • Interoperabilität des E-Euro in mehreren Ökosystemen
  • Machine-to-Machine-Zahlungen und Anwendungen im IoT-Bereich
  • Beschleunigung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs

Entsprechende Konzepte müssten sich zudem mit Datenschutzrichtlinien und hinsichtlich der Finanzstabilität mit der AML/CTF-Regulierung vereinbaren lassen. Sandner zufolge gelänge dies am besten, wenn der E-Euro im Austausch zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor entwickelt würde.

Ziel ist es, den privaten Sektor in die Lage zu versetzen, innovativ zu sein und intelligente Lösungen für Kunden zu entwickeln. Gleichzeitig sollte der öffentliche Sektor dafür sorgen, dass diese Innovation innerhalb eines regulierten Umfelds stattfindet, das finanzielle Stabilität und eine angemessene Aufsicht gewährleistet.

Die Entwicklung bis zur Einführung erstreckt sich in dem Modell über einen Zeitrahmen von knapp zweieinhalb Jahren. Bis Ende 2022 sei demnach die E-Euro-Einführung möglich, wenn zuvor die nötige Infrastruktur erarbeitet wird. Dazu müssten zunächst „Entscheidungsträger schnell auf einen Wissensstand“ gebracht werden. Im Anschluss ließe sich zunächst ein Standard für ein Zahlungssystem und abschließend ein entsprechender „EuroToken-Standard“ entwickeln.

Wer sich dem Appell anschließen möchte, ist eingeladen, den offenen Brief zu unterzeichnen.


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