Krypto-Fiat-Brücken Bankenriese JPMorgan lanciert eigenen Stablecoin

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

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Die US-Großbank JPMorgan ermöglicht erstmals Zahlungen mittels ihres hauseigenen Stablecoins. Unter dem Namen Onyx firmiert die neue Blockchain-Spezialabteilung.

Die US-Großbank JPMorgan Chase wird ihre digitale Währung namens JPM Coin in dieser Woche zum ersten Mal von einem großen Technologiekunden kommerziell nutzen lassen. Dies hat Takis Georgakopoulos, der globale Leiter des Großkundenzahlungsverkehrs der Bank, Medien gegenüber bestätigt. Mittels des JPM Coin sind Zahlungen rund um den Globus möglich. Zwar hat JPMorgan-CEO und -Chairman James Dimon mit Kritik an der Kryptowährung Bitcoin nie hinter dem Berg gehalten. Die Blockchain-Technologie als solche wie auch den Ansatz regulierter digitaler Währungen hielten er und seine Gefolgsleute jedoch stets für etwas Vielversprechendes. Gleichwohl gab es kürzlich auch eine sehr optimistische Analyse zum Thema Bitcoin aus dem Hause JPMorgan. 


Die jüngste Entwicklung des JPM Coin, zusammen mit mehreren anderen Schritten hinter den Kulissen, hat zu strukturellen Veränderungen bei JPMorgan geführt. Die Bank gründete gar ein neues Unternehmen, um ihre Bemühungen um Blockchain und digitale Währungen darin zu bündeln. Unter dem Namen Onyx sind laut Georgakopoulos über 100 engagierte Mitarbeiter mit diesem neuen Aufgabengebiet beschäftigt. 

Wir bringen Onyx auf den Markt, weil wir glauben, dass wir zu einer Phase der Kommerzialisierung dieser Technologien übergehen. [Es ist ein Übergang] von der Forschung und Entwicklung zu etwas, das ein echtes Geschäft werden kann

Takis Georgakopoulos, JPMorgan Chase

JPMorgan und die Blockchain-Einschätzung

Zwar nimmt die Zahl der Unternehmen, die die Blockchain-Technologie für unterschiedlichste Zwecke einsetzen, immer mehr zu. Kritische Stimmen monieren aber bereits das Fehlen von „greifbaren Ergebnissen“. Laut einer Studie des Analyseunternehmens CB Insights ist die Risikokapitalfinanzierung für Blockchain-Startups im vergangenen Jahr sogar um 35 Prozent auf 2,79 Milliarden US-Dollar gesunken. Auch bei JPMorgan war man sich offenbar nicht zu hundert Prozent sicher, wie man die Lage einschätzen soll. Dies geht zumindest aus folgendem Zitat von hervor.

Wenn Sie mich fragen, wo die Blockchain-Kurve gerade steht, gibt es für mich zwei Antworten. Entweder befinden wir uns irgendwo in der Talsohle der Desillusionierung oder aber kurz danach auf der absoluten Hype-Kurve. Deshalb haben wir bei JPMorgan relativ still darüber gesprochen, bis wir bereit waren, sie zu skalieren und zu kommerzialisieren.

Umar Farooq, Onyx-CEO

Den Nutzen der Blockchain-Technologie sieht man bei JPMorgan auch darin, die so genannten Schmerzpunkte im Großkundengeschäft zu lindern. Dazu zählen ineffiziente Bereiche, in denen die Branche mit einer besseren Lösung Hunderte von Millionen US-Dollar einsparen könnte. Dazu zählt laut Georgakopoulos etwa die Verhinderung kostspieliger Fehler bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Auch Papierschecks wolle man abschaffen, da sie ebenfalls einen hohen Kostenfaktor darstellten.

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