Tokenisierung Artcels Digitalplattform ermöglicht Kunst in Token-Form

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Quelle: Shutterstock

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Das Sammeln und Handeln von Kunstwerken schien bislang der High Society vorbehalten. Eine neue Digitalplattform verspricht, dies nun zu ändern. Dafür bildet sie Anteile an Kunstwerken in digitalen Token ab. Das Beispiel steht für einen generellen Trend, der immer weiter um sich greift.

Dass die Blockchain-Technologie über ein disruptives Potenzial verfügt, gilt in der Finanzwelt zu Recht als Allgemeinplatz. Bei der genaueren Auslotung dieses Potenzials verdient vor allem der Trend zur Tokenisierung eine besondere Beachtung, eröffnen sich dadurch doch ungeahnte Finanzierungsmöglichkeiten. Schließlich können nicht nur Unternehmen mithilfe eines Security Token Offering die eigene Liquidität aufbessern. Vielmehr lassen sich nur mühevoll kapitalisierbare Assets durch die Abbildung in digitalen Token effizient und sicher auf den Markt bringen. Das jüngste Beispiel für diesen Trend zur blockchainbasierten Verflüssigung des ehemals Festen: die Kunst.


Zwar ist der Handel mit Kunstwerken gewiss eine jahrhundertealte Praxis – die Eintrittshürden zu diesem exklusiven Markt waren bislang jedoch vergleichsweise hoch. Die am 10. Januar lancierte Token-Plattform Artcels soll dies nach eigenen Angaben nun ändern. Gijs de Viet, einer der Initiatoren des Projekts, verweist dabei auch auf den bisherigen Erfolg dieses traditionsreichen Assets:

Die bildende Kunst war in den letzten 100 Jahren die erfolgreichste Anlageklasse, daher ist es an der Zeit, diese Anlagemöglichkeit einer viel breiteren Gruppe von Investoren zugänglich zu machen.

Kunst-Token sollen insbesondere junge Investoren anlocken

Der für den Rohstoffhändler Glencore tätige de Viet rief Artcels gemeinsam mit der Londoner Galeriebetreiberin Elio D’Anna ins Leben. Auf der Plattform sollen digitale Token angeboten werden, die Anteile an erfolgreichen Werken der Gegenwartskunst repräsentieren. Der Erwerb dieser Anteils-Token, die einen Mindestwert von 500 US-Dollar haben, bleibt Abonnenten der Plattform vorbehalten.

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Starten soll Artcels am 20. Februar im Rahmen der Kunstausstellung XXI, die in der Mayfair Gallery in London stattfindet. Ausgestellt werden dabei Werke prominenter Gegenwartskünstler wie Jeff Koons und Damien Hirst sowie von der weit über die Grenzen der Kunstwelt hinaus bekannten Streetart-Legende Banksy. Derart „hochwertige Assets“ sollen nach Angaben von de Viet insbesondere junge, Internet- und Krypto-affine Investoren für den Kunstmarkt gewinnen. Neben Token, die einzelne Werke abbilden, besteht auch die Möglichkeit zum Erwerb von tokenisierten Kunstportfolios.

Artcels verspricht, dass die Token modernen Sicherheits- und Authentizitätsstandards entsprechen. Investoren sollen zudem auf speziellen Ausstellungen in den Genuss ihrer Investments kommen.

Tokenize all the Things?!

Während Projekte wie Artcels in der Kunstwelt bislang eher ein Einzelfall bleiben, greift die Tokenisierung insbesondere in der Immobilienbranche um sich. Schließlich eröffnet das Verfahren dort eine effektive Möglichkeit für die Aufteilung von milliardenschweren Assets. Neben diversen Projekten mit Wohnimmobilien verdient vor allem ein Fall aus Thailand Beachtung. Hier wurde jüngst ein ganzer Themenpark in Token-Form zum Handel angeboten.

Freilich finden sich auch jenseits der Bauwelt unzählige bereits realisierte Anwendungsfälle. Die Tokenisierung von Sneakern und anderen Alltagsgegenständen beweist, dass in Zukunft nur die Phantasie diesem Trend Grenzen zu setzen vermag.

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