2017: Mehr als die Hälfte aller ICOs sind gescheitert

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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ICO

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-illustration/text-initial-coin-offering-financial-data-665273755?src=MWqVlFVyGjoX1bLvtR7ygw-1-3

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Von 902 im Vorjahr gestarteten Initial Coin Offerings (ICOs) sind laut der Statistik-Webseite TokenData bis jetzt insgesamt 531 gescheitert. Die Kapitalaufnahme per Crowdfunding mittels eigenem Coin war 2017 zwar für viele Start-ups erfolgreich. Doch wie man sieht, befinden sich bei dieser Anlageform auch einige Risiken für die Investoren mit im Portfolio.

Im Zuge des regelrechten Hypes um die Kryptowährung Bitcoin wurde auch diese unregulierte Methode des Crowdfundings populär. Beim Initial Coin Offerering (ICO) umgehen die Start-ups einige der Regeln, die ihnen bei der Kapitalaufnahme von den Risikokapitalgebern, Börsenplätzen oder Banken vorgeschrieben werden. Beim ICO erhalten die Anleger im Austausch für ihr Investment einen eigens dafür emittierten Coin, dessen Kurs schwankt.

Die Webseite TokenData führt alle bestehenden ICOs auf und zeigt zudem den Status jedes einzelnen Crowdfundings an. Wie NewsBTC berichtet, sind laut TokenData im Vorjahr insgesamt 59 % aller ICOs gescheitert. Von den 902 ICOs sind bereits 142 in der ersten Phase fehlgeschlagen, weil im Vorfeld nicht genügend Kapital zusammengekommen ist. Die restlichen ICOs scheiterten zu einem späteren Zeitpunkt. Entweder die Betreiber tauchten unter, flohen ins Ausland oder schlossen einfach ohne jede Vorwarnung die Webseite und alle Social-Media-Kanäle ihres Projekts. Ob Betrug (englisch: Scam) oder nicht, in vielen Fällen konnte nie aufgeklärt werden, was letztlich aus dem investierten Kapital geworden ist. Die Länder der Dritten Welt sind bei den gescheiterten ICOs leider überproportional stark vertreten.

Wie kann ich mich vor Betrug schützen?

Wer sich so gut wie möglich schützen will, muss als Anleger einiges an Zeit investieren, um das beworbene Projekt eigenhändig ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Man muss sich dabei immer wieder vor Augen halten, dass es für Kriminelle einfach ist, so zu tun, als wenn sie ein Start-up gründen würden. Für einen Betrug in diesem Bereich benötigen die Macher nur ein Minimum an technischem Wissen. Außerdem werden noch immer viele Projekte anonym betrieben, was kriminelle Machenschaften deutlich erleichtert. Fazit: Wer in diesem durchaus interessanten Bereich Geld investieren will, darf sich nicht auf die Schwarmintelligenz der anderen Investoren verlassen, sondern muss die angebotenen Fakten selbst checken.

Kapitalaufnahme per ICO: viele positive Beispiele

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Natürlich gibt es trotz dieser ernüchternden Statistik auch einige positive Beispiele. So etwa die Crowdfunding-Aktion des Messengers Telegram, bei dem im Pre-Sale 850 Millionen US-Dollar von einigen Großinvestoren eingesammelt wurden. Damit ist bereits ein Großteil der angestrebten Kapitalaufnahme erreicht. Die Betreibergesellschaft hat bisher noch nicht bekannt gegeben, wann die zweite und damit öffentliche Runde des Telegram-ICO starten soll. Gerüchte besagen, im März oder April soll es soweit sein. Der Grund für den Erfolg liegt auch in der Popularität der Betreiber begründet. Die Gebrüder Durow gründeten 2013 das derzeit populärste soziale Netzwerk Russlands, Vk.com, auch bekannt als Vkontakte. Auch ohne das „Facebook Russlands“, wie vk.com teilweise bezeichnet wird, ist der Name Durow aus der IT-Szene schon seit einigen Jahren nicht mehr wegzudenken.

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