XRP-Panikmache: Ripple sieht Bots als Urheber

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Ripple sieht Bots mitverantwortlich für XRP-FUD (Symbolbild)

Quelle: Shutterstock

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Ripple hat seinen XRP-Marktbericht für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht. Darin gibt das Unternehmen einen Überblick über die Entwicklung von XRP-Kurs, -Handelsvolumen und -Verkaufspolitik in den zurückliegenden drei Monaten. Darüber hinaus nimmt sich Ripple dieses Mal auch seine Kritiker zur Brust. Diese werfen dem kalifornischen FinTech-Unternehmen eine bewusste Manipulation des XRP-Kurses vor.

Starker Rückgang von XRP-Verkäufen durch Ripple

Im letzten Quartalsbericht hatte Ripple angekündigt, die XRP-Verkäufe stark einzudämmen. Der Grund waren Berichte über aufgeblähte Handelsvolumina bei Krypto-Indizes und Bitcoin-Börsen, die eine verlässliche Kalkulation der XRP-Verkäufe erschwerte. Ripple macht seine XRP-Verkäufe vom durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen (Average Daily Volume) von XRP abhängig. Infolgedessen hatte das Unternehmen seine XRP-Verkäufe zu Beginn des zweiten Quartals (Q2) vorerst ausgesetzt und den außerbörslichen Verkauf an institutionelle Partner gedeckelt.


Bei der Wiederaufnahme des XRP-Verkaufs im Verlauf von Q2 senkte das Unternehmen die Rate der Verkäufe prophylaktisch um 50 Prozent, um der unzuverlässigen Datengrundlage Rechnung zu tragen. Damit verbunden war die Ankündigung, künftig den Index von Cryptocompare (CCTT) statt wie bisher von Coinmarketcap zu verwenden.

Im Vergleich dazu hat das Unternehmen den XRP-Verkauf in Q3 drastisch gesenkt. Einerseits legte es die programmatischen Verkäufe wieder vorübergehend auf Eis und fokussierte sich erneut auf OTC-Verkäufe an institutionelle Partner. Während das FinTech in Q2 noch XRP im Gegenwert von rund 251 Millionen US-Dollar verkauft hatte, betrug der Erlös in Q3 lediglich 66 Millionen US-Dollar. Ein Rückgang von über 77 Prozent, bei dem auch der im Quartalsvergleich um 35 Prozent gesunkene XRP-Kurs zu berücksichtigen ist.

Kampf dem FUD: Ripple sieht sich Bot-Kampagnen ausgesetzt

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Ripple hatte in den vergangenen Monaten verstärkt mit Vorwürfen zu XRP-Dumping und Marktmanipulation zu kämpfen.

Im letzten Quartal gab es einen Aufwärtstrend bei FUD (Angst, Unsicherheit und Zweifel) und die Verbreitung von Falschinformationen über XRP, insbesondere bei Themen wie angeblichem XRP-Dumping und Kursmanipulation durch Ripple.

Das Unternehmen sieht darin einen Versuch, XRP und Ripple zu unterminieren:

Aufgrund der Natur der Märkte für digitale Assets, ist FUD virulent, oft verbreitet von jenen, die politisches oder finanzielles Interesse an bestimmten Kryptowährungen haben.

Bei der Verbreitung von FUD spielten außerdem Twitter Bots eine entscheidende Rolle. Diese hätten es in Q3 besonders auf Ripple abgesehen, schreibt das Unternehmen in seinem Quartalsbericht:

Obwohl Twitter nicht der einzige Ort ist, an dem FUD existiert, trugen Bots auf Twitter […] zur Verbreitung von FUD in der gesamten Krypto-Branche bei. […] Gespräche von Bots, insbesondere über das „Dumping XRP“ und „Fluten des Marktes“ durch Ripple, stiegen im Quartalsvergleich um 179 Prozent,

argumentiert das Unternehmen in seinem Bericht.

Drückt Ripple den XRP-Kurs?

Darüber hinaus wehrt sich Ripple erneut gegen den Vorwurf der Kursmanipulation. Dem Unternehmen wird häufig unterstellt, dass es den XRP-Kurs bewusst niedrig hält und nicht an einer „Mondreise“ des Tokens interessiert sei. Auch hier sollen laut Ripple Twitter Bots maßgeblich an der Verbreitung von FUD beteiligt sein. So sollen in Q3 49 Prozent der entsprechenden Tweets von automatisierten Bot-Accounts stammen. Das Unternehmen pflegt angesichts dieser Vorwürfe zu betonen, dass es über keine direkte Kontrolle über das XRP Ledger verfügt. Das betont Ripple auch im aktuellen XRP-Marktbericht:

XRP existiert unabhängig von Ripple. Das XRP Ledger ist eine kostenlose, Open-Source-fähige, dezentrale Technologie. Andere können sich darauf entwickeln und es nutzen. Wenn Ripple morgen verschwinden würde, würde das Ledger weiter existieren und XRP würde weiterhin handeln.

Trotzdem ist das FinTech nach wie vor der größte Wahl im XRP-Becken – und damit nach eigenen Angaben nicht an einem Kursverfall interessiert:

Als Stakeholder von XRP ist Ripple an seinem Erfolg interessiert. Wir sind mit anderen XRP Stakeholdern abgestimmt und konzentrieren uns auf die Unterstützung einer gesunden XRP Community.

Ripple schließt das FUD-Kapitel mit dem Appell an die Krypto-Community ab, digitale Assets nicht als Religion, sondern als Technologien zu begreifen. Ob das auch zur XRP-Army durchdringt, Hashtag „thestandard?“

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