Ripple: Petition gegen XRP-Dumping

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Ripple: Petition gegen XRP-Dumping

Der Krypto-Clown Crypto Bitlord versucht seine 100.000 Twitter-Follower zu mobilisieren, um eine Petition gegen die monatlichen XRP-Verkäufe durch Ripple Labs durchzusetzen. Dabei hat Ripple bereits im jüngsten XRP-Marktbericht angekündigt, beim XRP-Verkauf „konservativer“ agieren zu wollen.

Der Krypto-Komiker Crypto Bitlord hat eine Petition mit dem Ziel, den XRP-Kurs aus dem Krebsgang zu befreien, gestartet. Dazu soll das kalifornische FinTech-Unternehmen und XRP-Erschaffer Ripple den Verkauf des digitalen Assets aus den eigenen Beständen einstellen.

Jeden Tag gibt es gute Nachrichten. Eine neue Bank oder Partnerschaft wurde angekündigt, aber trotzdem gelingt es [XRP], weiter zu dumpen. Die einzig logische Erklärung ist, dass Ripple auf uns dumpt. Und auch nicht kleine Mengen. Buchstäblich Milliarden. Wir haben die Berichte von ihnen gesehen, die dies offenbarten, also ist es eine Tatsache,

heißt es im Wortlaut der Petition, die abschließend eine Utopie für XRP-Hodler entwirft:

Stellt euch eine Welt vor, in der diese Coins nicht ausgegeben werden… wo die Käufer ohne Dumping und Preisunterdrückung kaufen können… Du und ich wissen beide, was passiert. Wir pumpen. Und pumpen. Wie in der guten, alten Zeit. […] Wenn sie aufhören zu verkaufen, ist es wahrscheinlicher, dass die starke Nachfrage nach diesem XRP-Coin den Preis natürlich gen Allzeithoch und darüber hinaus zurückpumpen wird!

Crypto Bitlord hat die Petition am 5. August ins Leben gerufen und seiner 100.000-köpfigen Gefolgschaft auf Twitter vorgestellt:

Wie ihr wisst, wirft Ripple weiterhin Milliarden und Abermilliarden von XRP auf den Markt und stürzt damit den Preis in den Keller.

Der Twitterati möchte für seine Petition mindestens 10.000 Unterschriften sammeln. Zu Redaktionsschluss liegt die Zahl der Unterstützerinnnen und Unterstützer bei knapp unter 1.000.

 „Dumpt“ Ripple wirklich XRP?


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Ripple Labs ist nach wie vor der größte Wal im XRP-Kosmos. 55 der 100 Milliarden erschaffenen XRP hat Ripple in eine Reihe von Treuhand-Konten überführt. Aus diesen Treuhand-Konten (Escrow Wallets) wird monatlich eine Milliarde XRP freigegeben. Diese fließen in Teilen an die drei Gründer von Ripple-Labs. Die Menge der Assets, die an Jed McCaleb (der Ripple Labs mittlerweile verlassen und das Bezahlsystem Stellar gegründet hat) und seine (Ex-)Kollegen fließen, ist vertraglich vereinbart und hängt von dem durchschnittlichen täglichen XRP-Handelsvolumen des jeweiligen Monats ab.

Neben dieser regelmäßigen Ausschüttung an die Gründer dienen die XRP aus der Treuhand der Investition in Anwendungsmöglichkeiten für das digitale Asset. In der Regel wandert ein Großteil der monatlich aus der Treuhand gelösten XRP jedoch wieder zurück in Escrow Wallets von Ripple.

Im jüngsten Quartalsbericht erklärt Ripple Labs dazu:

Im zweiten Quartal 2019 wurden erneut drei Milliarden XRP aus der Treuhand freigegeben (eine Milliarde pro Monat). 2,10 Milliarden XRP wurden zurückgegeben und anschließend in neue Treuhandverträge eingebracht. Die restlichen 900 Millionen XRP, die nicht an die Treuhand zurückgegeben werden, werden auf verschiedene Weise zur Entwicklung von Anwendungsfällen für XRP verwendet, darunter Xpring [die Wagniskapitalgesellschaft von Ripple]-Initiativen und RippleNet-Partnerschaften (wie MoneyGram). Alle Zahlen werden auf der Grundlage von Transaktionen berichtet, die im Laufe des Quartals durchgeführt wurden.

Danach hat Ripple im zweiten Quartal dieses Jahres XRP im Gegenwert von insgesamt über 251 Millionen US-Dollar veräußert. Rund 106 Millionen davon gehen auf den außerbörslichen (OTC) Verkauf an institutionellen Kunden wie Krypto-Börsen oder Partnerbanken von Ripple zurück. Über 144 Millionen US-Dollar hat Ripple Labs indes mit dem Verkauf von XRP auf dem Sekundärmarkt eingenommen.

Ripple will XRP-Verkauf reduzieren

Dabei sei man mit Bedacht vorgegangen, um den Einfluss auf den Markt einzudämmen, heißt es im Quartalsbericht weiter:

Ripples programmatischer XRP-Verkauf wurde mit dem Ziel durchgeführt, die Auswirkungen auf den Markt zu minimieren. Das Unternehmen tat dies, indem es die programmatischen Verkäufe von XRP auf einen kleinen Prozentsatz des gehandelten Volumens beschränkte, das an mehreren Börsen abgewickelt wurde.

Tatsächlich hat das US-amerikanische Krypto-Unternehmen im XRP-Report einen „konservativeren Ansatz“ beim Verkauf von XRP in Q3 angekündigt.

Der Grund: Bislang verwendete das Unternehmen Daten der bekannten Krypto-Indexseite Coinmarketcap als Grundlage für die Bestimmung der Menge von XRP Token, die Ripple monatlich verkauft. Das Problem: Coinmarektcap hat mitunter deutlich überhöhte Handelsvolumina gemessen. Diese resultierten teilweise aus Wash-Trading-Vorgängen, mit denen zahlreiche Krypto-Börsen für künstlich aufgeblasene Handelsvolumina sorgten – auch bei XRP.

Ripple verwirft Coinmarketcap als Maßstab

Als Reaktion auf die nicht repräsentativen Werte von Coinmarketcap verwendet Ripple Labs seit Juni stattdessen den CCTT Index der Krypto-Vergleichsseite Cryptocompare. Die Unterscheide zwischen den Angaben von Coinmarketcap und jenen von Cryptocompare sind gewaltig. Während Coinmarketcap für Q2 2019 ein XRP-Handelsvolumen von über 159 Milliarden US-Dollar errechnete, lagen die Angaben von Cryptocompare für diesen Zeitraum mit 39 Milliarden US-Dollar deutlich darunter. Das gleiche Bild liefert ein Blick auf das durchschnittliche tägliche [Average Daily Volume, ADV] XRP-Handelsvolumen in Q2: Den 1.753 Millionen US-Dollar, die Coinmarketcap hier angibt, stehen 429 Millionen US-Dollar bei CCTT gegenüber.

XRP-Verkäufe und -Handelsvolumina in Q1 und Q2 2019. Die Angaben basieren auf Daten von Coinmarketcap (*) bzw. Cryptocompare (**) | Quelle: Screenshot https://www.ripple.com/insights/q2-2019-xrp-markets-report/

Angesichts der Berichte über aufgeblähte Volumina, die Ripple sehr ernst nahm, hielt das Unternehmen am Anfang von Q2 vorübergehend die programmatischen Verkäufe an und setzte dem institutionellen Verkauf Grenzen […]. Ripple nahm später den XRP-Umsatz mit einer Rate wieder auf, die 50 Prozent unter dem vorherigen Richtwert lag.

Als neuen Richtwert für seine XRP-Verkäufe peilt Ripple für Q3 10 Basispunkte (0,1 Prozent) des von CCTT errechneten Volumens an.

Die Petition von Crypto Bitlord scheint also erste Früchte getragen zu haben – gäbe es da nicht das Detail, dass Ripple die Verringerung der XRP-Verkäufe bereits zwei Wochen vor der Petition angekündigt hatte. Aber Satire darf bekanntlich alles, auch in der Timeline verrutschen. Der XRP-Kurs hat von der neuen Strategie bislang noch nicht profitieren können. Er notiert zu Redaktionsschluss bei 0,298 US-Dollar und damit um 5,3 Prozent niedriger als vor sieben Tagen.

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