Krypto-Börse, Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
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Quelle: IntoTheBlock

Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?

Einer der größten Stolpersteine bei der Analyse von Krypto-Assets sind zentralisierte Börsen. Während on-chain ein Großteil des Verhaltens verschiedener Akteure verfolgt werden kann, arbeiten Börsen wie Bitfinex, Bithub oder Kraken immer noch weitgehend off-chain. Nur ein Bruchteil ihres Verhaltens kann direkt auf verschiedenen Blockchains beobachtet werden. Für Investoren und andere Akteure auf dem Markt könnten jedoch Blicke hinter diese Barriere viele Vorteile bringen: Anleger könnten eindeutig große Transaktionen zwischen verschiedenen Börsen verfolgen. Derartige Transaktionen stehen häufig im Verdacht, einen nachhaltigen Einfluss auf die Kurse zu nehmen, sodass ein schnelles Wissen über derartige Ereignisse hilfreich wäre. 

Was es dafür benötigt, ist eine Kenntnis der Pattern, die bei Tauschgeschäften zwischen verschiedenen Krypto-Börsen auftreten. IntoTheBlock arbeitet an verschiedenen Modellen des Machine Learnings, die das Verhalten von bekannten, großen Akteuren im Krypto-Ökosystem verständlicher machen. Ein Problem dabei ist jedoch, dass auch sehr intelligente Machine-Learning-Modelle nicht ohne menschliche Hilfe auskommen. IntoTheBlock entwickelte ein Visualisierungs-Tool, mit dem Analysten Beziehungen zwischen verschiedenen Adressen graphisch darstellen können. Mithilfe dieses Tools kann man verschiedene faszinierende Pattern sichtbar machen. Das Besondere: Diese Pattern sind dabei keine Eintagsfliegen, sondern kommen täglich vor.

Exkurs: Die Topologie zentralisierter Krypto-Börsen

Um das Verhalten von zentralisierten Krypto-Börsen zu beschreiben, müssen wichtige Schlüsselkomponenten genauer bekannt sein. Folgende Komponenten kann man dabei benennen:

Hot Wallets

Hot Wallets sind in der Regel der wichtigste Kontaktpunkt zwischen der Krypto-Börse und externen Parteien. Börsen nutzen Hot Wallets, um Assets überhaupt handelbar zu machen.

Cold Wallets


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Cold Wallets stellen die Tresore der Börsen dar. In ihnen findet man normalerweise große Beträge. Die in Cold Wallets gelagerten Assets sind nicht zum regulären Handelsgeschäft gedacht.

Deposit Addresses

Deposit Addresses sind Adressen, die zum Einzahlen von Assets genutzt werden. Sie sind temporärer Natur, werden also häufig nur einmal genutzt. Der Fokus dieser Adressen ist, einen Weg von der Außenwelt in die Börse zu bauen und so Geldflüsse zur Börse zu ermöglichen.

Withdrawal Addresses

Withdrawal Addresses sind das Gegenstück zu Deposit Addresses. Sie stellen die Brücke von der Börse hinaus in die weite Welt dar. Auch sie sind oft temporärer Natur. Da die Rolle den Deposit Addresses ähnlich ist, werden teilweise dieselben Adressen für beide Transaktionswege genutzt

Transaktionen innerhalb einer Krypto-Börse graphisch dargestellt

Diese vier Komponenten stellen den Kern der On-Chain-Architektur von zentralisierten Börsen dar. Sie zu identifizieren ist jedoch kompliziert. Die Zahlungsströme zwischen diesen vier Adressentypen können beliebig komplex werden und sind deshalb noch Gegenstand der Forschung. Die von IntoTheBlock verwendeten Machine-Learning-Methoden und die Visualisierung der Zahlungsströme konnten einige interessante Pattern sichtbar machen.

Der Weg von Deposit Addresses in die Main Wallets einer Krypto-Börse

Diese Art von Transaktionen ist eine der häufigsten Formen von Geldflüssen im Börsen-Bereich. In unterer Adresse stellen die blauen Kreise die Deposit Addresses und die grünen Kreise die Haupt-Wallet dar. Sehr interessant ist zu sehen, dass die Transaktionen der Deposit Addresses erst in einer Transaktion gebündelt werden, bevor es in die eigentlichen Wallets der Börse geht.

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Diese Pattern sind auch in der Helikopter-Perspektive sichtbar:

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Transaktionen von den Börsen-Wallets zu den Withdrawal Addresses

Komplementär zu obigem Pattern kann man den Weg von Börsen-Wallets zu Withrawal Addresses nachvollziehen. Unteres Bild zeigt das Muster. Orange steht dabei für Withdrawal Addresses und grün wieder für die Börsen-Wallet:

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Withdrawal Addresses, die auch Deposit Addresses sind

Wie schon oben gesagt, fungieren manchmal dieselben Adressen für Deposit und Withdrawal Addresses. Mehr noch: Sie können manchmal eine Art Brücke zwischen zwei Börsen darstellen. Was der einen Krypto-Börse eine Deposit Address ist, ist der anderen eine Withdrawal Address.

Das lässt sich im nächsten Bild sehen. Der Farbcode ist derselbe wie in den obigen Abbildungen, blau für Deposit Addresses, orange für Withdrawal Addresses und grün für Börsen-Wallets:

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Transfer zwischen Krypto-Börsen am Beispiel Poloniex und Binance

Das sind nicht nur Lehrbuch-Beispiele. Unteres Bild zeigt das Transaktionsnetz zwischen Poloniex und Binance:

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Komplexere Transaktionen in UTXO-basierten Kryptowährungen

UTXOs, sogenannte Unspent Transaction Outputs, gehören zur internen Architektur von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Litecoin. Es sind, einfach gesagt, die aktuellen Kontostände von Adressen auf der Blockchain. UTXOs können in komplexeren Transaktionen Zahlungseingänge sein. Das ist dann der Fall, wenn eine Adresse alleine nicht die Summe aufbringen kann, die man an die Empfangsadresse schicken muss.

Derartige Muster finden sich auch bei Transaktionen von Krypto-Börsen. Im unteren Bild stellt der kleine rosafarbene Kreis einen Unspent Transaction Output dar, der mit Geldern aus der Börsen-Wallet kombiniert wird. Ziel der kombinierten Gelder sind wiederum viele Withdrawal Addresses. Interessant ist dabei, dass ein neuer, sehr großer Unspent Transaction Output entsteht, der als großer rosafarbener Kreis eingezeichnet ist:

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Man sieht: Die Kombination von Machine Learning, menschliche Interpretation und graphischer Darstellung der Daten bringt ein wenig Licht in das Dunkel zentraler Börsen. Zwar bleiben zentralisierte Börsen weiterhin eine der großen Unbekannten im Krypto-Ökosystem, aber auf diese Weise konnte man zumindest verschiedene, wichtige Arten von börsenbezogenen Transaktionen klassifizieren.

Autor dieses Textes ist Jesus Rodriguez, der CTO von IntoTheBlock. 

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