Michael Saylor Wie der MicroStrategy-CEO Bitcoin-Geschichte geschrieben hat

David Scheider

von David Scheider

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David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Alte Münzen. MicroStrategy investiert lieber in Bitcoin.

Quelle: Shutterstock

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Den Schritt von MicroStrategy-CEO Michael Saylor BTC im Wert von 425 Millionen US-Dollar zu kaufen, kann man nicht überbewerten. Wieso der CEO damit Finanzgeschichte geschrieben hat.

Es gibt auf der Welt Unternehmenslenker der unterschiedlichsten Sorte. Da gibt es Vorstandsvorsitzende wie Ex-Wirecard-CEO Markus Braun, dem man gewerbsmäßigen Bandenbetrug vorwirft und der mutmaßlich am Bilanzfälschungsskandal beteiligt war, der sein Unternehmen wohl die Existenz kosten wird. Und dann gibt es CEOs wie Michael Saylor. Der Chef des Businessintelligence-Unternehmens MicroStrategy trat in Bitcoin-Kreisen in den vergangenen Wochen als jemand in Erscheinung, auf den der Titel „Vorreiter“ besser nicht passen könnte.


Schließlich schrieb das Unternehmen in den vergangen Wochen gleich mehrere male Finanzgeschichte. Mit sage und schreibe 38,250 BTC kann das US-Börsenunternehmen nun knapp 0,2 Prozent des gesamten verfügbaren Bitcoin Supply sein Eigen nennen. Verlorene Coins nicht mit eingerechnet. Der Schritt ist dermaßen konsequent, dass sogar hartgesottene Hodler den Hut ziehen.

MicroStrategy übernimmt den Bitcoin-Standard

Bemerkenswert ist vor allem, dass MicroStrategy mit einem Investitionsvolumen von 425 Millionen US-Dollar den größten Teil seiner US-Dollar-Reserven (USD) in das digitale Gold transformiert hat. Damit ist MicroStrategy de-facto bereits da, wo die Bitcoin-Community einmal hinwill: Im Bitcoin-Standard.

Dies ist weder Spekulation, noch ist es Absicherung. Dies ist eine bewusste Unternehmensstrategie, den Bitcoin-Standard zu wählen.

Michael Saylor

Ebenso bemerkenswert ist, dass Saylor mit dem Schritt haargenau auf den Spuren des Bitcoin-Narrativs wandelt. Dieses betrachtet die Kryptowährung als inflationssicheren Wertspeicher . Im Podcast mit Anthony Pompliano stellt Saylor folgerichtig fest, dass alle wirklich knappen Assets wie Immobilien und Aktien von mindestens 7 Prozent Asset-Price-Inflation betroffen sind. Deren Wertsteigerung entsprechen folglich keinem realwirtschaftlichen Wachstum, sondern spiegle nur die Geldentwertung wider. Sein, wie er es nennt, „Mega-Problem“ der gigantischen Cash-Reserven (die ihm eigenen Angaben zufolge “wegschmelzen”) lässt sich also am besten mithilfe eines sicheren Hafens wie eben Bitcoin lösen.

Viele werden folgen

Für Bitcoiner mag diese Argumentation überzeugend klingen. Dass sie nunmehr auch für den CEO eines Milliardenunternehmens glaubhaft klingt, ist nicht weniger als eine Sensation. Es ist die ultimative Legitimation für BTC. Schließlich dürfte es in Vorstandssitzungen nun deutlich einfacher fallen, für eine wie auch immer geartete Allokation der Bargeld-Reserven in die Kryptowährung zu werben. Michael Saylor hat vermutlich das ausgelöst, was man als institutionelle Fomo bezeichnet, die Angst, eine große Möglichkeit zu verpassen.

Mit dem Schritt sind nun „alle Türen offen“, wie Bitcoiner Connor Brown auf Twitter schreibt. Zudem ist die Story der lebende Beweis für den Fortschritt, den die BTC-Infrastruktur in kürzester Zeit gemacht hat. Noch vor zwei Jahren wäre es allein aus Verwahr-Sicht undenkbar gewesen, einen solchen Betrag in BTC zu halten. Institutionelle Custody ist keine Wunschvorstellung mehr.

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