Wegen Gratis-Strom: Uni-Dorms unter den beliebtesten Bitcoin-Mining-Standorten

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Quelle: Shutterstock

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Die kostenlose Energieversorgung in Studierendenwohnheimen und Campus-Dorms animiert deren Bewohner und externe Hacker offenbar zu erhöhter Bitcoin-Mining-Aktivität. Laut eines Cisco-Reports ist das College-Gelände der zweithäufigste Standort für Krypto-Mining. Unterdessen bleibt das Bitcoin-Mining im Allgemeinen durch den erhöhten Energie- und Internetverbrauch häufig unrentabel.

Der Telekommunikationsallrounder Cisco hat auf Grundlage seines Security-Produktes „Umbrella“, das Netzwerkaktivitäten auf Malware und verdächtiges Mining scannt, Statistiken zu Herkunft und Branche von Mining-Farmen erstellt. Demnach lassen sich 22 Prozent der Mining-Aktivitäten zu Collegegrundstücken zurückverfolgen, was an erhöhten Profiten aufgrund wegfallender Energiekosten liegt. Neben Studierenden und Universitätspersonal kann aber auch Mining Malware die Energie-Flatrate ausnutzen. Ein Großteil (62 Prozent) des Minings kommt aus den USA. Nur sechs Prozent sind in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika zu verorten.

Was Mining auf dem Campus so rentabel macht

Der College-Campus eignet sich aus unterschiedlichen Gründen für ausgiebiges Krypto-Mining. Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften profitieren davon, dass die Stromversorgung in der Regel nicht individuell abgerechnet, sondern über eine Pauschale bezahlt wird. Das teure Mining von Kryptowährungen kann so unbemerkt im Schlafzimmer ablaufen, und das im Prinzip die gesamten vier Studienjahre, rund um die Uhr. „Dann kommst du da mit einem ordentlichen Batzen Gewinn heraus“, spekuliert Austin McBride, Sicherheitsexperte bei Cisco, bei der RSA Conference 2019 in San Francisco.

Bitcoin-Mining: In der Uni und im Energiesektor

Noch häufiger als auf College-Campussen konnte Cisco Mining nur im Bereich der Energie- und Versorgungsunternehmen orten. McBride führt dies auf Malware zurück, die ältere Computer befällt, um im großen Stil Bitcoin- und Krypto-Mining zu betreiben.

Zu hoher Energieaufwand: Mining häufig unrentabel

Aufgrund des hohen Internet- und Energieaufwandes bleibt Krypto-Mining weiterhin häufig teurer, als die geschöpften Coins an Wert einbringen. So sei laut McBride Campus-Mining optimal für die Maximierung des eigenen Profits auf Kosten der Universität.

Das Problem des Campus-Minings ist daher nicht neu: Letztes Jahr rief die Stanford-University ihre Studierenden dazu auf, die Gemeinschaftsressourcen nicht für private finanzielle Interessen zu verwenden.

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