Von Bären und Bullen – Wie wir über den Bitcoin-Kurs sprechen

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Bitcoin-Kurs analyse

Quelle: Shutterstock

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In unseren Kursanalysen fallen Worte, die nicht für jeden auf Anhieb verständlich sind. Mal ist der Bitcoin-Kurs bullish, dann ist der Ethereum-Kurs bearish – von MACD, Resistance und RSI ist die Rede. Damit auch Einsteiger mit diesen Begriffen etwas anfangen können, hier eine kurze Erklärung.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 6. August 2019 09:08 Uhr von Dr. Philipp Giese

Ganz grob heruntergebrochen: Geht es mit dem Kurs bergab, ist er bearish (bärisch), geht es bergauf, ist er bullish (bullisch). Man kann sich das bildlich ganz einfach merken: Der Bär schlägt mit seiner Pranke nach unten, der Bulle stößt mit seinen Hörnern nach oben.

Die Grundstimmung im Bärenmarkt ist also letztlich in Bezug auf den Bitcoin-Kurs negativ – es geht bergab. Für Anleger muss ein bearisher Kurs keinesfalls etwas Negatives sein: Wer den richtigen Moment erwischt, fängt den Bären ab und kauft sich ein, denn irgendwann wird der Markt wieder bullish. Auch kann man auf den sinkenden Kurs wetten – das heißt dann Shorting. Wie das funktioniert, steht unter anderem hier. An dieser Stelle geht es jedoch um das Gegenstück – die Long-Position.

Der Bullenmarkt ist im Prinzip das Gegenstück zum Bärenmarkt – es geht bergauf. Die Stimmung ist in Bezug auf den Kursverlauf positiv, man geht davon aus, dass es weiter bergauf geht. Anleger, die im richtigen Moment zugeschlagen haben, freuen sich über steigende Kurse. So weit, so gut. Doch wann wird ein Bärenmarkt zum Bullenmarkt und vice versa? Hier kommen die Begriffe Resistance und Support ins Spiel.

Resistance, Support und der Bitcoin-Kurs


Um es wieder kurz zu halten: Resistance ist der Widerstand und Support ist die Unterstützung des Kurses. Bei beiden handelt es sich um Level im Kursverlauf, an denen der Bitcoin-Kurs in der Vergangenheit Schwierigkeiten beim Anstieg oder Fall hatte. Die Resistance hindert ihn daran, weiter nach oben durchzubrechen, der Support hindert den Bitcoin-Kurs daran, noch tiefer zu fallen.

Wenn der Kurs sich also auf diese Punkte zubewegt, kann an solchen Stellen aus einem Bullen- ein Bärenmarkt werden und umgekehrt. Er testet diese Linien – je öfter er an ihnen dreht, desto stärker werden sie. Durchbricht der Kurs diese Linien jedoch, ist es wahrscheinlich, dass der Kurs in dieselbe Richtung weiterläuft.

EMA, MACD, RSI – Einfach erklärt

Der EMA oder exponentieller gleitender Mittelwert ist eine spezielle Form des gleitenden Mittelwerts, der die aktuellen Kursbewegungen stärker berücksichtigt als die älteren. Wenn der Kurs darunter fällt, agiert der EMA oft als Resistance, wenn er darüber ist, als Support.

Die MACD-Linie steht für Moving Average Convergence/Divergence und ist auf das Verhalten zwischen drei gleitenden Mittelwerten ausgerichtet. Sie gibt Informationen über die langfristige Kursentwicklung. Wird sie positiv, ist das ein bullishes Signal, wird sie negativ, ist es ein bearishes Signal. RSI steht hingegen für Relative Strength Index und gibt Auskunft darüber, wie sich der Kurs innerhalb der letzten Zeit verhalten hat. Damit zeichnet der RSI vor allem aktuelle Trends nach. Ein RSI über 50 spricht für eine bullishe, unter 50 für eine bearishe Kursentwicklung. 

Wann soll ich kaufen?

Die technische Analyse beziehungsweise Chartanalyse versucht, eine Einschätzung zu formulieren, aus der man weitere Handelsstrategien ableiten kann. Die Basis für die Handelsstrategien liefert die Einschätzung weiterer Kursverläufe.

  • Wenn das Ergebnis einer technischen Analyse eine bullishe Einschätzung ist, geht der Analyst von einer positiven Kursentwicklung aus. Eine Long-Position beziehungsweise der Kauf von Coins, die in der Analyse betrachtet werden, wäre die Basis einer weiteren Handelsstrategie. In den Analysen wird weiterhin ein Support angegeben, der als Stop-Loss beziehungsweise als eine Art doppelter Boden verstanden werden kann. Sollte der Bitcoin-Kurs auf dieses Level zurückfallen, kann man darüber nachdenken, die Position abzustoßen: also verkaufen. Die Resistance kann als eine Abschätzung genutzt werden, die angibt, wie weit die Reise gehen kann – es handelt sich dabei um ein Ziel, bis wohin sich ein Kurs entwickeln kann. Hier kann man ein Target setzen, ein Ziel, bei dem der Coin gewinnbringend verkauft – oder zumindest die Situation neu analysiert wird.
  • Im Fall einer bearishen Einschätzung wird angenommen, dass sich der Kurs weiter bergab bewegt. Für jene, die überlegen, in einen Coin zu investieren, ist die Kenntnis über ein Ende des aktuellen Bärenmarktes hilfreich. Der Support gibt dann an, an welcher Stelle mit einem Bounce, einem Wiedererstarken des Kurses aus Sicht des Analysten, zu rechnen ist. Auf Basis der Kursanalyse kann man dann über eine Long-Position nachdenken. Die Resistance ist ein weiteres Maß, welches für eine Long-Position interessant ist: Steigt der Kurs über diese Resistance, würde das auch auf ein Ende des aktuellen Bärenmarkts hindeuten, was ebenfalls einen guten Zeitpunkt zum Einkauf darstellt.

Beide Fälle beziehen sich auf Neueinsteiger. Für Investoren, die schon länger dabei sind, ist es sinnvoll, sich die Langzeitsupports anzuschauen. Wenn diese durchbrochen werden, ist das ein sinnvolles Ausstiegssignal. Ehemalige Supports, die nach einem dramatischen Fall des Bitcoin-Kurses eine Resistance darstellen, sind dann interessante Wiedereinstiegspunkte.

Wer es übrigens ganz genau wissen will, darf gerne in unseren Tutorials lesen.

Diese Erklärung entstand in Kooperation mit unserem Analysten Dr. Philipp Giese.

BTC-ECHO


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