Venezuela erwartet Inflationshöchstrate – Bitcoin Cash zur Rettung?

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Trotz der landeseigenen Kryptowährung Petro und Bemühungen des Präsidenten Nicolás Maduro sieht es in Venezuela wirtschaftlich sehr düster aus. Bis Jahresende erwarten Analysten eine Inflationsrate von einer Million Prozent – höher als in der Weimarer Republik. Ob Bitcoin Cash und andere Kryptowährungen helfen können, die Wirtschaft des Landes zu retten? Eine Reddit-Nutzerin steht Rede und Antwort.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Im südamerikanischen Venezuela sieht es wirtschaftlich alles andere als rosig aus. Bereits zu Beginn des Jahres prognostizierte der Internationale Währungsfonds eine Inflationsrate von 13.000 Prozent. Damit nicht genug – die Vereinigten Staaten von Amerika verhängten bereits im letzten Jahr ein Handelsembargo gegenüber Venezuela.

Dann hatte der venezolanische Präsident die offenbar rettende Idee: Eine eigene Kryptowährung muss her. Kurzerhand gab Nicolás Marduro den Petro heraus. Nach offiziellen Angaben sollte jeder Petro mit einem Fass Öl gedeckt sein, ferner spülte das Land mit seinem ICO bereits in der Vorrunde 735 Millionen US-Dollar in die Staatskassen. Bestätigt wurde das jedoch nie – weder die Einnahme der Fundingsumme noch die Deckung des Petros mit den Ölreserven. Vielmehr kamen Zweifel auf, ob es sich bei der ganzen Geschichte nicht um eine Zusammenarbeit mit Russland handelte, um den USA eins auszuwischen.

Der Milchkaffee-Index

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Der Café con leche Index: Ein Milchkaffee kostet in Venezuela eine Million Bolivar.

Petro, Öl und USA hin oder her: Mit der Wirtschaft in Venezuela geht es weiter bergab. Denn wie Bloomberg berichtet, wird die Inflationsrate bis zum Ende des Jahres auf 1.000.000 Prozent steigen – damit ist die Hyperinflation des Landes höher als in der Weimarer Republik. Bloomberg verwendet zur Verdeutlichung den „Cafe con Leche“-Index. Demnach liegt der Preis für einen Milchkaffee bei momentan über einer Million Bolivar [Stand 24. Juli, inzwischen könnte es deutlich mehr sein].

Während die Regierung also weiter wertlose Geldscheine druckt, fragt sich die Bevölkerung, wie man der Misere entkommen kann. Wie kann man seinen Lohn (sofern man denn einen hat) aufbewahren und sich einen Tag später noch etwas davon kaufen, ohne dass der Preis dramatisch sinkt? Ähnlich wie in Simbabwe können hier Bitcoin und andere Kryptowährungen helfen. Trotz der hohen Preisschwankungen verspricht der Bitcoin-Cash-Kurs eine gewisse Stabilität, die die landeseigene Währung weitaus übertrumpfen kann. In einem Reddit Ask me Anything (Frag mich alles, AMA) beschreibt eine venezolanische Bitcoin-Cash-Nutzerin die aktuelle Situation in Venezuela:

„Ich glaube, dass die jüngere Bevölkerung, die sich noch im Land befindet […] Bitcoin Cash braucht, um ihre Familien zu unterstützen. Ich würde behaupten, dass 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet hat. Ungefähr 30 Prozent aller Venezolaner, aber vor allem Leute unter 35, verwenden Kryptowährungen in meinem Land. Studenten, egal ob sie nun Wirtschaft oder Medizin studieren, nutzen Kryptowährungen, um an den Kursen teilzunehmen.“

Wie Bibi489 weiter erklärt, verwenden Venezolaner Kryptowährungen vor allem, um Wert aufzubewahren. Jedoch auch in einigen Fällen, um damit zu bezahlen:

„Sie [Kryptowährungen] werden dafür verwendet, um Wert aufzubewahren. Es gibt aber auch Unternehmen, die Kryptowährungen akzeptieren. [….] Man muss Kryptowährungen aber umtauschen, um damit Essen, Benzin oder Bargeld […] zu bekommen – nur für Geld, das man für den Bus, die Bank oder Steuern benötigt.“

Erst tauschen, dann bezahlen: Kryptowährungen als Wertspeicher

Weiterhin geht sie auch auf die nicht vorhandene Akzeptanz des Petros ein:

„[…] Man könnte Petros kaufen… Aber: Wer würde das tun? Also kaufe ich sie lieber nicht. Ich glaube, dass das momentan das Einzige ist, was man direkt mit Kryptowährungen kaufen kann. Ich glaube in Caracas gibt es einen Friseur, der Bitcoin Cash akzeptiert. Und in Carabobo gibt es noch ein paar kleine Läden. Wenn ich [Kryptowährungen] in Bolivar tausche, kaufe ich mir hauptsächlich Essen, Seife, Kleidung und versuche, in Bildung zu investieren […].“

Ein weiteres Problem neben der Inflationsrate ist die mangelnde technische Infrastruktur des Landes. So fehlt es allen voran an flächendeckendem Internet, damit mehr Menschen Zugriff auf Kryptowährungen haben und somit eine Möglichkeit bekommen, ihre Gehälter vor der Inflation zu schützen:

„Internet ist in Venezuela ein Privileg. Das liegt vor allem daran, dass Kabel gestohlen werden und es sehr lange dauert, bis es wieder neue gibt.“

Der Bitcoin-Cash-Kurs liegt derzeit bei 861 US-Dollar. Das ist ein monatlicher Anstieg von knapp 15 Prozent bei einer Marktkapitalisierung von insgesamt 14,9 Milliarden US-Dollar.

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