Venezolaner müssen Pässe jetzt mit Petro zahlen

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Ab dem heutigen Montag, dem 8. Oktober, sind die Menschen in Venezuela dazu verpflichtet, die umstrittene Währung Petro zu nutzen. Um einen Pass der Republik Venezuela zu erhalten, ist es fortan nötig, mit der staatlichen Kryptowährung zu bezahlen. Höchstwahrscheinlich ist dieser neue Beschluss eine Reaktion auf die Entscheidung vieler Menschen, das Land zu verlassen.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Sven Wagenknecht

Die humanitäre Lage in Venezuela verschlechtert sich immer weiter. Die anhaltende Wirtschaftskrise führt nicht nur zum Verfall der Währung und einer Verarmung der Menschen im Land, sondern auch zu einer allgemeinen Güterknappheit. Leere Regale in den Supermärkten sind die Folge. Immer mehr – vor allem junge – Venezolaner verlassen ihre Heimat, bis zu 5.000 Menschen täglich, wie die Vereinten Nationen schätzen.

Ausreise wird zusätzlich erschwert

Für diejenigen, die gehen möchten, wird die Ausreise ab heute noch ein wenig schwerer. Wie die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodriguez am Freitag, dem 5. Oktober, bekannt gab, müssen die Bürger Venezuelas für das Erstellen ihres Passes zwingend den Petro als Zahlungsmittel nutzen. Damit will die Regierung einen weiteren Schritt in der Adaption des Petro gehen, der in näherer Zukunft als natürliches Zahlungsmittel in Venezuela gelten soll.

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Der neue Pass kostet zwei Petro, was aktuell ca. 7.200 Bolivar oder 115 US-Dollar entspricht. Die halbwegs stabilen Wechselkurse verdankt die Regierung Maduros einer Art Taschenspielertrick um den Petro und das Öl. Venezuela hatte im Zuge einer Währungsreform den Petro an das Barrel Öl gebunden, gleichzeitig den Umtauschwert des Petro zum entwerteten Bolivar festgelegt. So ergibt sich nun auch ein fester Wechselkurs zum US-Dollar – abhängig vom Öl.

Dahinter könnte auch der Plan stecken, die abwanderungswillige Bevölkerung im Land festzuhalten. Schließlich müssen sich die Bürger zum Erwerb eines Passes jetzt erst mit dem dafür nötigen Petro ausstatten.

Quo vadis, Petro?

Der Petro selbst bleibt hingegen umstritten. Eine kürzlich angestellte Analyse des White Paper hatte ergeben, dass die staatliche Kryptowährung stark dem Privacy Coin Dash ähnelt. Auch allgemein verstärkt sich zunehmend der Verdacht, dass der Petro aus Sicht der Maduro-Regierung mehr Mittel zum Zweck als eine wahrhafte Öffnung gegenüber der globalen Krypto-Ökonomie ist. Bleibt zu hoffen, dass das arme Land noch die Kurve kriegt.

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